Einstieg in die SEHENSWÜRDIGKEITEN – zwischen NATUR & WEIN

Joiser Geschichte erkunden

Zunächst mal ganz allgemein…
Wir danken Ihnen für das Verständnis, dass wir unsere Texte nicht gegendert haben. Damit wollen wir niemanden bevorzugen oder benachteiligen. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit haben wir darüber hinaus auch auf die Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Zudem verwenden wir in unseren Texten bewusst den Begriff „Zigeuner“ als eine alte, überlieferte historische Bezeichnung, die nicht als Diskriminierung zu verstehen ist. Gleichzeitig versuchen die Verfasser durch die Verwendung des Wortes “Zigeuner” den historischen Kontext zu den Geschehnissen in der Vergangenheit, welche von Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung geprägt ist, herzustellen, da in den historischen schriftlichen Quellen immer dieser Ausdruck verwendet wurde. Mit dem heutigen Abstand zur Vergangenheit und dem allgemeinen kulturellen Wandel halten die Verfasser fest, dass in neuzeitlichen Texten selbstverständlich nur die Begriffe “Roma” und “Sinti” für diese Volksgruppe zu verwenden sind.

Unsere Region war seit alters her und ist immer noch ein Durchzugsgebiet. In der ehemaligen Grenzregion der Habsburgermonarchie und durch die Trennung unterschiedlicher politischer Regierungssysteme ist hier die Heimat verschiedenster ethnischer Gruppen. In den vorliegenden Texten sind diese Gruppen nicht eigens erwähnt. Dies erfolgt jedoch ohne jegliche Diskriminierungsabsicht gegenüber diesen Ethnien.

Leben, wo andere Urlaub machen…
Unsere Sehenswürdigkeiten sind Teil des Weltkulturerbes, das wir in Ehren halten! Wir leben da, wo andere Urlaub machen und freuen uns, dass Sie unsere schöne Region besuchen. Wir ersuchen Sie um einen respektvollen Umgang mit den aufgelisteten Sehenswürdigkeiten. Um diese für die hier lebende Bevölkerung sowie für unsere Gäste zu bewahren, bitten wir Sie, ein paar Grundregeln einzuhalten.

Ihre Urlaubsregion ist unsere Lebensumgebung und somit Teil unseres Alltags. Auch wir gehen respektvoll mit dem Erbe der „Altvorderen“ um. Nur so kann uns dieses Erbe sowohl im Augenblick erfreuen als auch in Zukunft für unsere Nachkommen im Sinne des Weltkulturerbes bewahrt werden. 

Bitte verhalten Sie sich entsprechend und bewahren Sie die Würde der Denkmäler und religiösen Stätten und deren Gäste. Klettern Sie nicht auf den Denkmälern herum und hindern Sie bitte Ihre Kinder daran – dazu verweisen wir auf unser Aktiv-Freizeitprogramm und auf die Kinderspielplätze … Bitte denken Sie auch an die Privatsphäre der Menschen, die in bzw. neben den Denkmälern wohnen.

Jois erleben – Jois sauber erleben…
Verlassen Sie die Orte und Plätze unserer Sehenswürdigkeiten bitte so, wie Sie diese vorgefunden haben. Hinterlassen Sie keine Abfälle, wozu auch Zigarettenstummel gehören. Ihr Beherbergungsbetrieb hilft Ihnen gerne bei der fachgerechten Entsorgung Ihres Abfalls. 

Wir danken Ihnen für Ihre Mitarbeit am Erhalt unseres Weltkulturerbes! 😊

Zum Projekt „Sehenswürdigkeiten – Natur & Wein“
Motivation zum Projekt war einerseits, das analoge Wissen und die Chronik durch neue Erkenntnisse zu erweitern und andererseits, durch neue Medien wie den QR-Code am Smartphone für den Nutzer erlebbar zu machen. Dadurch soll eine digitale Wissensvermittlung gewährleistet sein, sowie die einzelnen Stationen auf der Homepage der Gemeinde www.jois.at abrufbar und druckbar gemacht werden.

Auch Vorkommnisse aus der jüngeren Vergangenheit sind Teil der Ortsgeschichte und erwähnenswert. Wir sehen es als Pflicht, die überlieferte Zeitgeschichte ebenso wie die Geschichten- und Sagenwelt, die teilweise nur mündlich oder per Loseblattwerk überliefert ist, für die Nachwelt festzuhalten und weiterzugeben.

Digitale Reise in die Vergangenheit! Wie nutzen Sie den QR-Code?
1. Laden Sie eine App zum Lesen des QR-Codes auf Ihr Handy oder Tablet.
2. Richten Sie die Kamera auf den QR-Code.
3. Scannen Sie den QR-Code oder fotografieren Sie den Code.
4. Die App verarbeitet den QR-Code.
5. Die App führt den QR-Code aus und fragt Sie dann, ob Sie auf die eingebettete URL (Homepage) springen wollen.
6. Hier können Sie dann die ausführlichen Texte zu unseren Sehenswürdigkeiten lesen.

Wer steckt dahinter…
Viel Spaß beim Kennenlernen der Sehenswürdigkeiten unseres Ortes – das wünscht Ihnen die Marktgemeinde Jois und der Tourismusverein Jois. Die Verantwortung für Text und Recherche trägt die Arbeitsgemeinschaft Joiser Sehenswürdigkeiten (AG), die fachlich von der Fa. DENKMALFORSCHER (www.denkmalforscher.at) unterstützt wurde. Die Recherche zu den Denkmälern, das Erstellen der Texte sowie sämtliche redaktionellen Tätigkeiten wurden übernommen von DI(FH) Alexander Hasenhündl (Projektkoordinator), Elisabeth Hansen und Ing. Reinhard Brabec (Museum Jois) sowie Dr. Christina Wais (Kunsthistorikerin). Wichtige Textbeiträge (Tafeltexte) wurden vom Ortschronisten und Ehrenbürger der Marktgemeinde Jois, Msgr. Dr. Franz Hillinger, aus seinen diversen Druckschriften und Publikationen beigesteuert. Design und Gestaltung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Atelier Krikler (www.atelierkrikler.at).

Immer up to date…
Das Team hat sich bemüht, alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen darzustellen. Fehler können jedoch niemals ausgeschlossen werden, daher gibt es keine Garantie auf Richtigkeit.

Sollten Sie eine Unstimmigkeit in den Texten feststellen, freuen wir uns auf Ihren Hinweis. Bitte geben Sie Korrekturvorschläge an die Marktgemeinde Jois weiter, damit für alle Nutzer der korrekte Inhalt zur Verfügung steht.

Alle Rechte sind dem Verfasser vorbehalten. Texte und Bilder dürfen ohne schriftliche Genehmigung des Herausgebers weder kopiert, fotografiert, abgeschrieben oder sonst wie vervielfältigt werden.

IMPRESSUM
Eigentümer und Herausgeber: 

Marktgemeinde Jois, Untere Hauptstraße 23, 7093 Jois, Tel. +43 (0)2160 83 10
www.jois.at
eMail: post@jois.bgld.gv.at

Arbeitsgemeinschaft Joiser Sehenswürdigkeiten „Natur & Wein“:

DI(FH) Alexander Hasenhündl, Jois (Projekt-Koordination)

Elisabeth Hansen, Jois 

Dr. Christina Wais, Wien
DENKMALFORSCHER | www.denkmalforscher.at,
eMail: christina.wais@denkmalforscher.at | phone: +43 (0)676 687 15 81

Mit Unterstützung von:
Msgr. Dr. Franz Hillinger, Jois
Ing. Reinhard Brabec, Jois

Design:
Christoph Krikler, Jois und Wien
Atelier Krikler | www.atelier-krikler.at
eMail: hallo@atelierkrikler.at | phone: +43 (0)660 710 01 33

Unser Dank für weitere inhaltliche Hilfestellungen gilt:

Raimund Hasenhündl und Richard Hasenhündl für wichtige Recherchen zur Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Jois und die Überlassung der Fotos aus dem Archiv der FF Jois.
Mag. Doris Schön (www.denkmalforscher.at) für die fachliche Beurteilung und Datierung historischen Mauerwerks.
Mag. Susanne Winter für die kreativen Zeichnungen.
Maria Füzi für ihre konstruktive Beratung und die vorzügliche Bewirtung während unserer arbeitsintensiven Sitzungen.
Martin Wetschka für die freundliche Führung durch den Großen Bruckerhof.
Den jeweiligen Eigentümern der Sehenswürdigkeiten für die Bereitschaft zum Mitmachen, für die Zustimmung zum Anbringen der Tafeln und für die Bereitstellung wertvoller Informationen und Fotos.
Dem Museum Jois für die Bereitstellung der Fotos sowie der zugehörigen Informationen.
Dem Gemeinderat der Marktgemeinde Jois für die Realisierung dieses Projektes.
Der Gemeindeverwaltung und dem Tourismusverein Jois.
Emmerich Weber für die Unterstützung bei den landwirtschaftlichen Themenbereichen.
Georg Hoffmann für die Beantwortung einiger offener Fragen.
Dem Bundesdenkmalamt, insbesondere Frau Mag. Angelina Pötschner und Herrn DI Michael Tasch. 
Danksagung auch an Karl Weismayr für die Fotoüberlassungen.

Jois, im April 2022

Literaturverzeichnis (Auswahl in chronologischer Reihenfolge)
Dr. Franz Hillinger (Autor und Herausgeber), Jois – Geschichte der Pfarre, Jois 2021

Dr. Franz Hillinger, Hexen, Tod & Teufel – Geschichte und Geschichten aus Jois, Jois 2015

Dr. Franz Hillinger, Jois Wachsen einer Gemeinde, Häuserbuch, Jois 2013

Henny Liebhart-Ulm, Die Kunstdenkmäler des politischen Bezirkes Neusiedl am See (Österreichische Kunsttopographie Band LIX), hg. vom Bundesdenkmalamt, Horn 2012

Dr. Franz Hillinger, Jois – 800 Jahre und mehr, hg. von der Marktgemeinde Jois, Jois 2008

Festschrift anlässlich des 100jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Jois 1905-2005, hg. von der Freiwilligen Feuerwehr Jois, Jois 2005

Dr. Franz Hillinger, Jois – Bausteine zur Geschichte, Jois 2005

Dr. Franz Hillinger, Unser Dorf im Zweiten Weltkrieg – Erinnerungen an meine Joiser Kindheit, Eisenstadt 2005

Adelheid Schmeller-Kitt, Die Kunstdenkmäler Österreichs: topographisches Denkmälerinventar: Burgenland, hg. vom Bundesdenkmalamt, Wien 1980

Heinrich Weiss, Pfarre und Gemeinde Jois, Jois 1970

Leopold Schmidt, Aus der Arbeit am Atlas der burgenländischen Volkskunde (Burgenländische Heimatblätter 23), 1961

Allgemeine Landestopographie des Burgenlandes, 1. Band: Der Verwaltungsbezirk Neusiedl am See, hg. von der Burgenländischen Landesregierung, bearb. Vom Burgenländischen Landesarchiv, Eisenstadt 1954

Diplomarbeit: Regionalentwicklung – Marktgemeinde Jois: Revitalisierung “Pfarrstadl”, verfasst von Pascal Enz, Peter Füzi und Petar Telebar, Jahrgang 5DHBT, Schuljahr 2020/21 an der Camillo Sitte Versuchsanstalt für Bautechnik

Quellenverzeichnis (Auswahl)
Landesaufnahmen aus dem Österreichischen Staatsarchiv

Kartenabfragen aus dem GIS-Burgenland, Servicestelle GeoDaten Burgenland

Internetrecherche

Mündliche Überlieferung der Ortsbevölkerung

Bildmaterial
Der jeweilige Bildnachweis ist direkt auf den Tafeln und bei den Texten im Internet angegeben. Im Besonderen danken wir dem Museum Jois sowie Msgr. Dr. Franz Hillinger für die Bereitstellung wertvollen historischen Bildmaterials.


Nr. 1

Bahnhofsgebäude

Bahnhof Jois

Geschichtlicher Rückblick
Die nachstehenden Daten sind aus dem Internet entnommen, online-Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Pannoniabahn, vom 15.02.2022.

Die Konzession für eine Bahnstrecke von Raab (Győr) über Ödenburg (Sopron) bis zur damaligen Landesgrenze bei Neufeld an der Leitha (Lajtaújfalu) wurde am 15. Oktober 1872 an Viktor Freiherrn von Erlanger (1840–1894) vergeben. Infolge der Finanzkrise 1873 konnte das Anfang März 1873 begonnene erste Teilstück von Győr nach Sopron aber erst am 2. Jänner 1876 eröffnet werden. 

Die Neusiedler Seebahn verbindet seit dem 18. Dezember 1897 Neusiedl am See, eingleisig auf Normalspur über Pamhagen, mit der Station Fertőszentmiklós, die wiederum an der Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn an der ungarischen Bahnstrecke Győr (Raab) – Sopron (Oedenburg) liegt. Bis zum 26. Mai 1979 führte die Bahn noch 56 Kilometer weiter bis Celldömölk. Zur Zeit des Baues lag die Gesamtstrecke von 109 Kilometern Länge vollständig auf ungarischem Landesgebiet. Das Königreich Ungarn erstreckte sich bis zum Grenzfluss der Leitha. Mit der Eingliederung des Burgenlandes in die Republik Österreich kamen am 25. Jänner 1921 somit 45 Kilometer Bahntrasse zum Eisenbahnnetz von Österreich.

Eigentümer ist seit dem 29. Juni 2010 die Neusiedler Seebahn GmbH, die über die Verkehrsinfrastruktur Burgenland GmbH mehrheitlich dem Burgenland gehört (50,1 %), darüber hinaus im Weiteren der Republik Österreich. Ihre Vorgängerin war die Neusiedler Seebahn AG (NSB AG) – ungarisch Fertővidéki Helyiérdekű Vasút (Fhév).

Die Pannoniabahn, auch Leithagebirgsbahn genannt, ist das Teilstück der historischen Bahnverbindung von Sopron nach Bratislava (ung. Pozsony) zwischen Wulkaprodersdorf und dem Bahnhof Parndorf Ort. Diese ursprünglich westungarische Lokalbahn wurde als Sopron-Pozsonyi helyiérdekű vasút konzessioniert und am 18. Dezember 1897 eröffnet. Zwischen Sopron und Wulkaprodersdorf benutzte sie die Strecke der Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn, wobei der nördliche Abschnitt der heutigen Zweigstrecke Parndorf–Bratislava der Ostbahn entspricht.

Die Baukosten der Bahnstrecke von Wulkaprodersdorf nach Pressburg wurden mit 2,850.000 fl (Gulden) festgelegt und am 20. März 1897 erfolgte der Spatenstich. Das Bauunternehmen Gfrerer, Großmann & Schoch erhielt den Bauauftrag. Eine Vielzahl von Arbeitern war in unserer Region tätig. Ungarische Arbeiter waren vor allem mit den Erdarbeiten, während Italiener mit Brückenbauten beschäftigt waren. Slowaken und Ruthenen (Bezeichnung für Ostslawen, welche in der Donaumonarchie lebten) waren beim Schienenverlegen und beim Oberbau tätig.

Der Joiser Chronist Stefan Sittmann berichtet, dass am 1. Mai 1897 mit dem Bahnbau in Jois begonnen wurde. Im September 1897 sah man im Bereich des Krotzen die ersten Lokomotiven, welche Schienen und Schotter herbeischafften. Sittmann vermerkte: „Gott gebe es, dass dieses Eiserne Roß mit seinem feurigen Schlund und schwarzen Schlott in diese Gegend viel Verkehr bringen möge.“ 

Die feierliche Eröffnung der Bahnstrecke Pressburg – Ödenburg fand über drei Tage, vom 13. bis 15. Dezember 1897, statt. Am Montag, den 13. Dezember 1897 fuhr der erste Zug, mit den Fest- und Ehrengästen von Eisenstadt kommend, durch Jois.

Die ursprüngliche Fahrgeschwindigkeit betrug ca. 23 km/h. Daher lag die Fahrzeit von Ödenburg nach Pressburg zwischen vier und fünf Stunden. Jois dürfte zum Zeitpunkt der Eröffnung der Bahnlinie keine Haltestelle aufgewiesen haben, da diese nicht in den damaligen Fahrplänen vermerkt ist.

Erst 1911 wurde ein Warteraum errichtet. Von 1913 bis 1918 diente die Haltestelle zugleich als Postsammelstelle, da mit der Eisenbahntrasse die Postkutsche abgelöst wurde.

Schutzmauer für den Bahnhof
Seit 1885 wurden von den Soldaten des Brucker Lagers – heutige Benedek-Kaserne – in Bruckneudorf, vom Jungenbergweg aus, Schießübungen in Richtung Seegelände und Seewiesen durchgeführt. Um den Bahnhof und vor allem die Passagiere vor Fehlschüssen zu schützen, wurde eine hohe Natursteinmauer errichtet. Hinter der Steinmauer befand sich der überdachte Wartebereich sowie die massive Bahnstation.

Diese Schutzmauer wurde nach 1930 demontiert.

Beschreibung des äußeren historischen Erscheinungsbildes
Die Sockelzone war aus sichtbarem Natursteinmauerwerk. Die Fassadenflächen waren glatt verputzt.  Die Gebäudekanten markierten erhabene, aus der Putzebene ragende Bossensteine. Eine glatte Putzfasche war im Traufbereich, an den Giebelflächen ein abgetrepptes erhabenes Putzprofil. Fenster und Türen waren in Holzkonstruktion, die Dacheindeckung mit Tonziegeln ausgeführt. Giebel- und Firstflächen waren vermörtelt. Profilierter Kamin mit Steinzeugaufsatz.

Nach der Demontage der Schutzmauer wurde das Bahnhofsgebäude baulich um einen öffentlich zugänglichen Warteraum sowie WC-Anlagen erweitert. In Ermangelung von Aufzeichnungen kann dieser Zeitraum nicht näher definiert werden. Es wird vermutlich vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges, also vor 1938 gewesen sein.

Ein Schild der ursprünglichen Bahnhofsbeschilderung ist heute über dem Garagentor im Innenhof des Bahnhofsbereiches zu sehen. Ebenso sichtbar ist hier der historische Kaminaufsatz des Gebäudes.

Im Sockelbereich des historischen Bahnhofsgebäudes ist heute noch ein Vermessungszeichen derk u. k. Vermessungskanzlei zu erkennen. In der vierten Landesaufnahme (ab 1896) wurde im damaligen Habsburgerreich versucht, einheitliche Lage- und Höhenpunkte als weitere Ausgangspunkte für lokale Vermessungen an öffentlichen Bauwerken wie Bahnhöfen, Kirchen, Rathäuser, etc. zu setzen und diese in den entsprechenden Karten einzutragen.

Obwohl ursprünglich der Güterverkehr für den Transport der landwirtschaftlichen Produkte im Vordergrund des damaligen Bahnwesens stand, ist heute der tägliche Pendlerverkehr “auf der Schiene” von und zum Arbeitsplatz vor dem aktuellen Hintergrund der Klimakrise von überregionaler Bedeutung. So erfüllte sich der Wunsch des Joiser Chronisten Sittmann: „Gott gebe es, dass dieses Eiserne Roß mit seinem feurigen Schlund und schwarzen Schlott in diese Gegend viel Verkehr bringen möge.“

Wir ersuchen Sie, die Privatsphäre der Besitzer zu wahren und das Grundstück nicht zu betreten. 

Nr. 55
Errichtet
1911 und Erweiterungen
Eigentümer
Familie Tröstl

Rätselrally: 

Wann wurde die Bahnlinie Ödenburg – Pressburg eröffnet?

Wann wurde die Bahnstation errichtet?

Warum war eine Schutzmauer vorhanden?

Feuerwehrhaus

Gott zur Ehr’, dem Nächsten zur Wehr

Warum war ein Neubau erforderlich?
Im alten Feuerwehrhaus am Dorfplatz – siehe Station Nr. 15 – waren die Platzverhältnisse für die Mannschaft und auch die Gerätschaft sowie den Fuhrpark sehr beengt. Um einen zeitgemäßen Feuerwehrbetrieb zu ermöglichen wurde ein Neubau auf der Ried Spiegelhöhe vom Gemeinderat beschlossen. Der Neubau befindet sich an der Stelle des ehemaligen „Zigeunerlagers“ – siehe Station Nr. 40.

Der Spatenstich für das neue Feuerwehrhaus und die Wohnanlage der OSG (Oberwarter Siedlungsgenossenschaft) fand am 19. April 2014 statt. Das neue Feuerwehrhaus konnte bereits am 20. April 2015 von der Freiwilligen Feuerwehr Jois in Betrieb genommen werden.

Eröffnung und Segnung des Gebäudes 
Anlässlich der offiziellen Eröffnung wurde vom 22. bis 24. Mai 2015 ein dreitägiges Fest veranstaltet. Unter den zahlreichen Ehrengästen fanden sich Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie Abordnungen der Nachbarwehren ein. Auch die Ortsbevölkerung nahm an den Feierlichkeiten zahlreich teil. 

Am Sonntag, den 24. Mai 2015 fand im Rahmen eines Festaktes mit Feldmesse die Segnung des Gebäudes durch Ortspfarrer Dipl.Päd. Karl Opelka statt. Anschließend erfolgte die Schlüsselübergabe durch Bürgermeister Leo Steinwandtner an den Feuerwehrkommandant OBI Günter Weber.

Mehr Infos und Fotos siehe https://www.ff-jois.at/news/segnung-und-fest/

Historischer „Spritzenwagen“ und Ausrüstungsvitrine im Eingangsbereich
Im Eingangsbereich befindet sich der historische “Spritzenwagen” mit Handdruckpumpe: das erste Fahrzeug der FF Jois, welches unmittelbar nach ihrer Gründung im Jahre 1905 von der Gemeinde angeschafft wurde. Der „Spritzenwagen“ wurde von der Firma Sternberg & Kalman in Budapest hergestellt. Aufgrund des Herstellungsortes war es naheliegend, dass dieses Gerät vor der Auslieferung von der Budapester Feuerwehr ausprobiert wurde. Danach wurde der „Spritzenwagen“ von der Neusiedler Feuerwehr getestet. Der Kaufpreis betrug 1.818 Kronen und 19 Heller. 

Für eine Ausfahrt mussten ehemals ein bis zwei Pferde eingespannt werden. Dafür wurde ein Bereitschaftsdienst eingerichtet – Bauern mussten abwechselnd ihre Pferde zu Hause bereitstellen und durften in dieser Zeit nicht aufs Feld ausfahren.

Funktionsweise:

In der Wagenmitte ist eine flüssigkeitsdichte Wanne mit einem Fassungsvermögen von 200 Liter und einer integrierten Doppelkolbenpumpe. Hier muss vorweg Wasser eingefüllt werden. Durch die Betätigung des Wiegehebels an beiden Enden von je zwei Mann kann die Doppelkolbenpumpe betrieben werden. Von vier kräftigen Männern kann eine Spritzenwurfweite des Wasserstrahls von ca. 35 m erreicht werden.

In der Nähe von Hausbrunnen oder Gewässern konnte die seitliche Ansaugvorrichtung mit Saugschläuchen versehen und zum Ansaugen des Löschwassers verwendet werden. Bei größeren Distanzen zu Löschwasserreserven musste das Löschwasser mittels Kübel händisch zum Wagen transportiert und in die Wanne geleert werden um den Spritzenbetrieb zu gewährleisten. Anhand des folgenden Fotos ist der Betrieb veranschaulicht.

Erst später wurde dann ein „modernerer“ Pferdewagen mit 2-Takt-Motorspritze angeschafft. Im Juni 1957 wurde zusätzlich ein neuer Traktoranhänger von der Firma Brantner, Laa a.d. Thaya mit 9 Sitzplätzen und einer TS (Tragkraftspritze) gekauft. 

Nun wurde der alte Spritzenwage nicht mehr verwendet, verblieb aber weiter im Feuerwehrhaus. Erst 1967, als das neue Auto Ford Transit angeschafft wurde, kam der Spritzenwagen aus Platzgründen ins Ortsmuseum der Gemeinde Jois. 

Im Laufe der Jahre wurden die Räder vom Holzwurm befallen und drohten zu brechen. Um die Kutsche weiter zu erhalten, beschloss das Kommando der FF-Jois im Jahr 2008 daher, die Räder fachgerecht von der Firma Staudner, Wagnerei und Kutschenbau in Wien restaurieren zu lassen. Weitere Reparaturen sowie das notwendige Lackieren wurden laufend durch Kameraden der Feuerwehr durchgeführt.

Nach Fertigstellung des neuen Feuerwehrhauses 2015 wurde der Wagen vom Museum ins neue Feuerwehrhaus übersiedelt und ist seither im Stiegenhaus beim Haupteingang ausgestellt.

Beim alljährlichen Gartenfestumzug wird der Spritzenwagen – gezogen von einem Oldtimer-Traktor – im Umzugskorso mitgeführt. Feuerwehrmänner in historischer Uniform bedienen die noch voll funktionsfähige Handdruckspritze zur Belustigung und Abkühlung der Zuschauer. 

Lange Zeit war dieser Wagen noch von Pferden gezogen worden.

Siehe auch Haus Nr. 15 altes Feuerwehrhaus

Darüber hinaus befindet sich im Eingangsbereich eine Vitrine mit historischen Gegenständen der Ausrüstung der FF Jois wie Helme aus Leder, Hacken, einer Lampe, einem Horn, Verteiler, Strahlrohre, etc. 

Fahrzeughalle
In der Fahrzeughalle mit vier Toren sind derzeit fünf Fahrzeuge und ein mittlerweile historischer aber noch voll funktionsfähiger Einachsanhänger mit Motorspritze und kompletter Ausrüstung untergebracht. In der Halle hinter den Fahrzeugen befinden sich die Räume für den Atemschutzwart und den Funkwart sowie eine Werkstatt, ein Lagerraum und eine Küche, welche bei diversen Festen benützt wird. Über diesen Räumen befindet sich eine Galerie wo diverse sperrige Ausrüstungsgegenstände gelagert werden. 

Im Bild oben sieht man das neue Tanklöschfahrzeug TLF-A 2000/100, das Mannschaftsfahrzeug Mercedes MB, den Oldtimer Ford Transit und das alte Tanklöschfahrzeug TLF 1000. Das LF (Löschfahrzeug) links im Bild wird verdeckt durch das neue TLF-A.

Im Vordergrund das LF (Löschfahrzeug), dahinter das neue Tanklöschfahrzeug TLF-A 2000/100 und ganz im Hintergrund das alte Tanklöschfahrzeug TLF 1000.

Einsatzfahrzeuge der FF Jois
Hier erfolgt eine Auflistung des aktuellen Fahrzeugstandes mit einer kurzen technischen Beschreibung.

MTF – Mannschaftstransport- und Einsatzleitfahrzeug 

Dieses Fahrzeug wurde bereits 1990 angeschafft und wird bei Einsätzen als sogenanntes Ersterkundungs- und Einsatzleitfahrzeug eingesetzt. Mit diesem Fahrzeug fährt der Einsatzleiter als erster aus, damit dieser die Lage vor Ort erkunden und die danach eintreffenden Einsatzkräfte gezielt anweisen kann.

Das Fahrzeug ist mittlerweile in die Jahre gekommen und wurde durch einen neue bestellten Mercedes Sprinter, welcher am 29. März 2022 geliefert wurde, ersetzt. 

Der MTF aus dem Jahr 1990 wurde im Mai 2022 ausgemustert.

Tanklöschfahrzeug TLF-A 2000/100

Das Tanklöschfahrzeug TLF-A 2000/100 – Tanklöschfahrzeug mit Allrad und 2000 Liter Wassertank sowie 100 Liter zumischbares Schaummittel. 

Aufbau

Firma Rosenbauer auf Basis eines MAN-Fahrgestells mit 290 PS und 12-Gang Automatik, Ges.Gewicht 14 Tonnen. 

Ausrüstung

2000 Liter Wassertank, 100 Liter zumischbares Schaummittel

Pumpenleistung 3000 l/min. bei 10 bar, 400 l/min. bei 40 bar

Schnellangriffseinrichtung mit 80 m Hochdruck-Schlauch im Heck  

Schnellangriffseinrichtung mit 50 m C-Schlauch

3 Atemschutzgeräte mit Reserveflaschen

Hydraulischer Rettungssatz (Bergeschere, Spreitzer, Hydr. Zylinder, etc.) 

Notstromaggregat 14 kWh

Lichtmast mit 8 x 52 W LED-Scheinwerfer (4000 Lumen), drehbar 180 Grad, Funkferngesteuert, Ausfahrhöhe 2,9 m  

Nahumfeldbeleuchtung rund ums Fahrzeug

Seilwinde 5 to, Seillänge 65 m

Die Fahrzeugsegnung fand im Rahmen eines dreitägigen Festes am 25. Mai 2019 durch Ortspfarrer Dipl.Päd. Karl Opelka statt.

LF-B – Löschfahrzeug mit Bergeeinrichtung

Das Löschfahrzeug – ein Mercedes wurde nach den Vorgaben der FF Jois von der Firma Lohr als LF-B (Löschfahrzeug mit Bergeeinrichtung) aufgebaut.

Die Fahrzeugsegnung fand am 3. Mai 1998 durch Ortspfarrer Mag. Dr. Peter Okeke beim „alten Feuerwehrhaus“ – siehe Station Nr. 15 – statt.

Dank der Ausstattung mit einer TS (Tragkraftspritze) von Rosenbauer mit einer Leistung von 1.200 l/min, drei Atemschutzgeräten mit Reserveflaschen, einem Notstromaggregat, einem ausfahrbaren Lichtmast, einem Hydraulischen Rettungsgerät, etc. war man seither auch für Technische Einsätze wie Autounfälle, etc. bestens gerüstet.

Nach Anschaffung des neuen Tanklöschfahrzeuges 2019 wurde der Hydraulische Rettungssatz ins neue Fahrzeug übernommen – daher die derzeitige Bezeichnung LF (Löschfahrzeug).

Tanklöschfahrzeug TLF-1000

Das Tanklöschfahrzeug Mercedes hat zwar die Bezeichnung TLF-1000, wurde aber auf Wunsch der FF Jois von der Firma Rosenbauer mit einem 1.800 Liter fassenden Wassertank ausgestattet. Die Anschaffung eines größeren Fahrzeuges war bereits 1986  in Betracht gezogen worden, dieses hätte aber unmöglich im alten Feuerwehrhaus untergebracht werden können. 

Siehe dazu auch Umbauarbeiten im Alten Feuerwehrhaus – siehe Station Nr. 15 (Verlinkung)

Am 15. Mai 1987 wurde das Fahrzeug beim „Tag der Feuerwehr“ der Bevölkerung von Jois erstmals vorgestellt. Am 16. Juli 1987 erfolgte die Fahrzeugsegnung im Rahmen eines Festaktes durch Ortspfarrer Alexander Nagy.

Auch wenn das Fahrzeug mittlerweile in die Jahre gekommen ist, erfüllt es bis jetzt zuverlässig seine Dienste. Solange es noch funktionsfähig ist und keine größeren Reparaturen anfallen, bleibt es weiter bei der FF Jois im Einsatz.

Tragkraftspritzen-Anhänger TS-A

Der Anhänger ist für einen Löschangriff vollständig ausgerüstet. Unterhalb der Plane befindest sich unsere alte Tragkraftspritze von Rosenbauer Baujahr 1960 mit einer Leistung von 900 l/min. Das Gerät wird vorwiegend bei Übungen und bei Überschwemmungen eingesetzt.  

Oldtimer – Ford Transit

Das erste motorisierte Feuerwehrauto der FF Jois ein Ford Transit aufgebaut von der Firma Rosenbauer wurde bereits ein Jahr nach Errichtung des alten Feuerwehrhauses am 23. Juni 1967 in Betrieb genommen.

Das Löschfahrzeug ist für neun Personen zugelassen und ausgestattet mit einer Vorbaupumpe mit einer Leistung von 1.200 l/min. Im Laderaum waren ursprünglich drei Schlauchhaspeln mit je drei B-Schläuchen auf einem ausziehbaren Schlitten montiert. Weiters befanden sich drei Atemschutzgeräte mit Reserveflaschen im Mannschaftsraum. Insgesamt waren ca. 300 m B-Schläuche und ca. 150 m C-Schläuche sowie diverse Ausrüstung an Bord.

Nach dem TLF-1000 aus 1987 und dem MTF aus 1990 wurde 1998 ein weiteres Fahrzeug, ein Mercedes LF-B (Löschfahrzeug mit Bergeeinrichtung), angeschafft. Mit diesen drei Fahrzeugen war der im alten Feuerwehrhaus zur Verfügung gestandene Platz ausgefüllt.  

Der Ford Transit wurde daher ausgemustert und samt Ausrüstung an die Feuerwehr unserer Partnergemeinde in Levél (Ungarn) um einen symbolischen Schilling übergeben. Nach 17 Jahren Dienst bei der Feuerwehr von Levél wurde der Transit am 23. August 2015 wieder in seine Heimat nach Jois geholt (diesmal um einen symbolischen Euro).

Die anschließende Restaurierung erfolgte in Eigenregie durch Kameraden der FF Jois. Unzählige Arbeitsstunden mussten aufgewendet werden, weil unter anderem auch die originale Vorbaupumpe samt Aufbau nicht mehr vorhanden war. Das Fahrzeug ist jetzt als Oldtimer angemeldet, dient gelegentlich als Mannschaftstransporter und wird auch bei diversen Festen ausgefahren und ausgestellt.

Fuhrpark der FF-Jois vor der Anschaffung des neuen TLF

Der Fuhrpark zum Zeitpunkt vor der Anschaffung des TLF bestand aus folgenden Fahrzeugen:

Tanklöschfahrzeug TLF-1000

LF-B – Löschfahrzeug mit Bergeeinrichtung

MTF – Mannschaftstransport- und Einsatzleitfahrzeug (im Mai 2022 ausgemustert)

Oldtimer Ford Transit

Motorzille mit Anhänger
Die Motorzille ist für Katastropheneinsätze rund um den Neusiedlersee sowie für kleinere Einsätze im Joiser Hafen vorgesehen. Sonstige Einsätze werden durch die Wasserstützpunkt-Wehr Neusiedl am See abgedeckt. Die Zille hat eine Länge von ca. 5 Metern, einen 20 PS Außenbordmotor und befindet sich auf einem Anhänger. Durch den Aluminiumrumpf und den unten angebrachten Kufen können auch Einsätze am zugefrorenen See bzw. Hafen bewältigt werden.

Die Zille ist Eigentum des Landesfeuerwehrkommandos Burgenland und wurde am 12. Juli 2021 leihweise an die FF Jois übergeben. Die laufend anfallenden Wartungsarbeiten übernimmt das Landesfeuerwehrkommando Burgenland.

Im Regionalmedium „Bezirksblätter Burgenland“ vom 21./22. Juli 2021 wurde nachstehender Artikel publiziert.

Fuhrparkerweiterung / Neuanschaffung 2022
Da das MTF, Baujahr 1990 als Mannschaftstransport- und Einsatzleitfahrzeug mittlerweile in die Jahre gekommen ist, und wurde 2021 aufgrund eines einstimmigen Gemeinderatsbeschlusses ein neues Kommandofahrzeug bestellt.

KDOFA – Kommando-Fahrzeug bzw. Mannschaftstransport- und Einsatzleitfahrzeug 

Dieses Fahrzeug wird bei Einsätzen als sogenanntes Ersterkundungs- und Einsatzleitfahrzeug eingesetzt. Mit diesem Fahrzeug fährt der Einsatzleiter als erster aus, damit dieser die Lage vor Ort erkunden kann und die danach eintreffenden Einsatzkräfte gezielt anweisen kann.

Weiters wird dieses Fahrzeug auch als Mannschaftstransporter eingesetzt. Standardmäßig mit acht Sitzen ausgestattet, kann es ohne großen Aufwand durch Entfernen einiger Ausrüstung (Laden) im Heck, mit zwei weiteren Sitzen ergänzt und als 10-Sitzer verwendet werden. 

Der Mercedes Sprinter hat 140 kW (190 PS), Allradantrieb und ein 7-Gang Automatikgetriebe. Die Ausrüstung mit einer Verkehrsleiteinrichtung, Warn- und Absperrmaterial, Feuerlöscher, Erste-Hilfe- und Verkehrsunfall-Koffer, Schwimmwesten, Rettungsring, Teleskopleiter, Schanzwerkzeug, etc. ermöglichen uns rasche Hilfeleistung und effektive erste Maßnahmen bei diversen Einsätzen. 

Mit 7.Aprill 2022 wurde das KDOFA offiziell in Dienst gestellt. 

Die Fahrzeugsegnung fand im Rahmen eines dreitägigen Festes am 21. Mai 2022 durch Ortspfarrer Dipl.Päd. Karl Opelka statt.

Welche Räume gibt es im neuen Feuerwehrhaus?Nachstehende Beschreibung und Fotos geben einen Überblick über die vorhandenen Räume im Feuerwehrhaus.

Umkleideräume
Für jedes aktive Feuerwehrmitglied steht ein Spind für die Einsatzbekleidung zur Verfügung. Für die Frauen gibt es einen getrennten Raum. 

Küche im Erdgeschoss 
Diese Küche dient der Versorgung der Mannschaft vor und nach den Einsätzen sowie zur Speisenzubereitung bei den diversen Veranstaltungen.

Schulungsraum im Obergeschoss
Dieser Raum dient zur Weiterbildung der Feuerwehrkameraden, vor allem in den Wintermonaten.
Das Können und die Verdienste der Kameraden bei den Feuerwehr-Wettkämpfen ist anhand der zahlreichen ausgestellten Pokale sichtbar.

Büro/Einsatzleitstelle im Obergeschoss
Von der Leitstelle aus werden Einsätze im Gemeindegebiet koordiniert sowie der Kontakt zur LSZ – Landessicherheitszentrale hergestellt.

Mannschaft 
Die historischen Mannschaftsfotos sind beim „alten Feuerwehrhaus“ – siehe Station Nr. 15 – abrufbar.

Die Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Jois seit der Gründung
Die Portraits der Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Jois befinden sich beim Stiegenaufgang in das Obergeschoss.

Folgende Personen sind bekannt:

Josef Hoffmann 1905 – 1913

Jakob Kiss 1913 – 1922

Martin Steidl 1922 – 1930

Josef Pfeller 1930 – 1933

Martin Steidl 1933 – 1952

Josef Frittum 1952 – 1955

Martin Steidl 1955 – 1961

Georg Hoffmann 1961 – 1971

Leopold Wetschka 1971 – 1994

Ing. Franz Niessl 1994 – 2007

Günter Weber 2007 – 2017

Richard Hasenhündl seit 01.04.2017

Weitere Informationen
Weitere Informationen können der Festschrift anlässlich der Feier „100 Jahre FF-Jois“ aus 2005 sowie der Homepage der Feuerwehr unter www.ff-jois.at und unter  Feuerwehr Jois – Startseite | Facebook entnommen werden.

Infos siehe auch Nr. 15 altes FW-Haus

Im Museum Jois sind im Raum Feuerwehrzeit  Exponate von Ausrüstungsgegenständen der Feuerwehr aus der Vergangenheit, sowie Geräte und Hilfsmittel zur Brandbekämpfung  ausgestellt. Ebenso ist eine Fotodokumentation zu sehen, die Einblicke in das Wirken und die Hilfsleistungen der Feuerwehr Jois veranschaulicht. Siehe auch Nr. 20 Ortsmuseum Jois 

Nr. 39
Errichtet
1911 und Erweiterungen
Eigentümer
Familie Tröstl

Rätselrally:

Wann wurde das Feuerwehrhaus errichtet?

Wo war die Feuerwehr zuvor stationiert? 

Welchen Fahrzeugstand hat die FF Jois derzeit?

Wann hatte die FF Jois das 100-jährige Gründungsjubiläum?

Welche historischen Geräte besitzt die FF Jois?  

Wie funktioniert der historische „Spritzenwagen“

Was war für die Funktion des „Spritzenwagens“ erforderlich?

Welche Räume gibt es im Feuerwehrhaus?

Maszlkreuz

Einladung zum kurzen Verweilen

Warum werden Wegkreuze errichtet
Ein Kreuz ist ein Symbol christlichen Glaubens und lädt zum Verweilen, Innehalten und Beten ein. Ob nun als Dankeschön für das Leben, als Bitte für Gesundheit, als Schutz vor Krankheit und Seuchen oder als Wegweiser, die sogenannten Flur- und Wegkreuze haben eine lange Tradition in Österreich. 

Wie kam es zum Maszl-Kreuz
Bei einem Ausflug in die Steiermark entdeckte die Familie Maszl in der Garage eines Hobbykünstlers die geschnitzte Figur, den Korpus. So entstand die Idee, ein Wegkreuz zu errichten. Den idealen Platz dafür gab es auch schon. Stefan Maszl zimmerte das Kreuz – ein sogenanntes Kastenkreuz mit Dach. Die Spenglerarbeiten für die Verdachung erledigte der Dorfspengler von Jois, Alois Fischbach. Die Arbeiten für Fundament und das Einbetonieren übernahm der Nachbar Walter Dobler. 

Einsegnung des Kreuzes
Die Inschrift ruft die Menschen, die daran vorbei gehen, zum Gebet auf. Am 8. Oktober 2000, im Heiligen Jahr – wurde das Kreuz feierlich durch den damaligen Ortspfarrer Dr. Peter Okeke eingeweiht. 

Straßenfest Neuberghöhe
Nach dem Festakt hatte die Familie Maszl zusammen mit den Anrainern der Neuberghöhe ein Straßenfest organisiert. Speisen und Getränke wurden in der Nachbarschaft gesammelt und gegen eine Freie Spende abgegeben. 

Leider spielte das Wetter nicht so ganz mit, es war unfreundlich und relativ kühl. Das tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch, denn Edwin Auer stellte seine Halle als witterungsfestes Ausweichquartier zur Verfügung. Hier war das Buffet aufgebaut, hier wurde gefeiert, gelacht, getrunken und Spenden gesammelt.

Spende als Spende
Der Erlös der Veranstaltung in Höhe von 4.200 ATS ging als Spende nach Nigeria. Kurze Zeit nach dem Fest war der Bischof von Awka (Nigeria), Simon A. Okafor bei unserem damaligen Ortspfarrer Dr. Peter Okeke zu Besuch. Stefan Maszl übergab ihm die volle Spendensumme des Straßenfestes zur Unterstützung der Bevölkerung in Nigeria. 

Danksagung des Bischofs
Anfang des Jahres 2001 erreichte die Familie Maszl die folgende Nachricht, die alle erfreute:

Übersetzung:

Lieber Stefan Maszl,

Ich schreibe Ihnen, um Ihnen für die Summe von ATS 4.200,00 zu danken, die Sie anlässlich der Segnung eines Kruzifixes vor Ihrem Haus durch Pfr. Dr. Peter Okeke gesammelt haben. Ich möchte Ihnen versichern, dass das Geld zur Weihnachtszeit verwendet wurde, um den Bedürfnissen der Menschen zu dienen. Dies geschah in Übereinstimmung mit Ihren Wünschen als Spender. Sie werden daher erfreut feststellen, dass Ihre Spende einigen Menschen ein Lächeln ins Gesicht brachte, die sonst zu Weihnachten 2000 n. Chr. traurig gewesen wären.

Grüße an alle Mitglieder Ihrer Familie. Gott sei mit Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen in Jesus und Maria

gez. Simon A. Okafor

Bischof von Awka

So lädt das „Maszlkreuz“ noch heute den Vorbeigehenden mit der Inschrift

Mein Freund, / wo gehst Du hin? / Vergiss nicht, dass ich / DEIN ERLÖSER bin. / Dass ich so viel / gelitten hab‘ für Dich, / daher bleib‘ stehn / und grüße mich!

zum kurzen Verweilen ein. 

Nr. 42
Errichtet
1911 und Erweiterungen
Eigentümer
Familie Tröstl

Lentschkreuz

Spätgotische Lichtsäule weist den Weg

Die Bezeichnung als Lentschkreuz bezieht sich auf den Namen der ehemaligen Besitzerfamilie des benachbarten Hauses. In der so genannten Walter-Karte von 1754/56 ist es als Weiss Kreuz eingetragen. Auf einem quadratischen Schaft sitzt ein nach zwei Seiten geöffneter Tabernakel mit Kleeblattbögen. Den oberen Abschluss bildet eine steinerne Kegelstumpfpyramide mit Kreuzaufsatz.

In das Tabernakelgehäuse stellte man früher eine Lichtquelle, um den Wanderern und Fuhrleuten in der Dunkelheit eine Orientierungshilfe zu geben. Lichtsäulen wie diese wurden daher gerne am Rand einer Ortschaft aufgestellt. In Jois markierte das Weiss Kreuz einst den östlichen Zugang zum Dorf. Die im Inneren befindliche Maria Immaculata-Statue aus dem 18. Jahrhundert ersetzt heute dieses ursprüngliche Licht.

Urbanihof – Statue

Der hl. Urban als Patron des Hauses

Der Urbanihof in der Neusiedlergasse liegt am südöstlichen Ortseingang von Jois, von wo der ursprüngliche Weg Richtung Neusiedl am See führte. Das Haus ist als ein unterkellerter, ebenerdiger Bau mit Schopfwalmdach in abgewinkelter Bauweise errichtet. Im Giebelfeld befindet sich eine Wappenkartusche mit der Jahreszahl 1882. Die Toreinfahrt wurde laut dem Datum auf dem Keilstein hundert Jahre später – 1982 – als Rundbogen ausgeführt. 

Das Haus hatte seit 1883 einige Vorbesitzer wie die Familie Glanz (Franz und Maria), Familie Schuber (Josef und Katharin) und Michael Auer (entnommen aus dem Häuserbuch Jois, Wachsen einer Gemeinde von Msgr. Dr. Franz Hillinger, Jois 2013).

Warum wurde der Hof nach dem hl. Urban benannt?
Namensgebend für das Gebäude ist der hl. Urban, der Schutzpatron der Weinberge, des Weines und der Winzer. Josef Sifkovits war, trotz unterschiedlicher Schreibweise der Nachnamen, der Onkel von Bischof Dr. Ägidius Zsifkovics. Er war Besitzer des Hauses von 1980 bis 2019. Von Beruf war er Weinhändler und hatte somit nicht nur einen guten Bezug zu Winzer und Wein, er holte sich zum Schutz den hl. Urban ins Haus. Einen würdigen Platz fand die Statue in der Nische der Hausfassade. Das gab dem Haus den Namen „Urbanihof“, der auch auf die Fassade geschrieben wurde. Die Statue ist signiert mit den Initialen des Bildhauers CA und kam im Zuge des Umbaus im Jahr 1982 hierher. Leider sind weder der Bildhauer der Statue noch das Jahr ihrer Entstehung bekannt.  

Wer war der hl. Urban?
Ein namensgebender Urban war im 5. Jahrhundert der vermutlich sechste Bischof von Langres in Frankreich. Der Sage nach versteckte sich dieser vor Verfolgern hinter einem Weinstock, weshalb er seither als Schutzpatron des Weines, der Winzer und Weingärten verehrt wird. Ihn bitten die Winzer um eine gute Ernte und um gutes Wetter. Der Gedenktag des hl. Urban wird unterschiedlich gefeiert, am 23. Januar, dem vermuteten Todestag, in Langres auch erst am 2. April bzw. offiziell am 3. April. Der Heilige wird sehr oft mit Reben oder Trauben dargestellt.

Häufig wird die Überlieferung auch mit Papst Urban I. verwechselt bzw. inhaltlich vermischt. Da dessen Gedenktag am 25. Mai (früher 19. Mai) mit der Weinblüte zusammenfällt, nahm man fälschlicherweise an, dass er der Schutzpatron der Winzer sei. 

Für den „Urban“ gibt es jede Menge Wetterregeln, die sich in erster Linie auf den 25. Mai beziehen.

Bei Sonnenschein am Urbanstag, gedeiht der Wein nach alter Sag. 

Wie Urbanus das Wetter hat, so findet‘s in der Lese statt. 

Wenn Urban kein schönes Wetter hält, das Weinfass in die Pfütze fällt. 

Bei dieser Statue sind die Attribute des hl. Urban gut erkennbar. In der rechten Hand hält er eine Weintraube und in der linken den Bischhofsstab.

Nr. 37
Errichtet
1911 und Erweiterungen
Eigentümer
Familie Tröstl

Kreisverkehr B50

Warum wurde der Kreisverkehr umgestaltet?
Im Zuge der Betriebsansiedelungen im nördlich der Bundesstraße 50 gelegenen Gewerbegebiet wurde von Seiten der burgenländischen Landesstraßenverwaltung die Errichtung eines Kreisverkehrs vorgegeben. Die vorhandene natürliche Grünfläche auf der Anschüttung im Kreisverkehr entwickelte sich aufgrund der exponierten Lage nur träge und bot bei trockener Witterung kein optisch ansprechendes Erscheinungsbild für die Ortseinfahrt. 

Vor den Bauarbeiten von 2017 zeigte sich der Kreisverkehr in nachstehendem Zustand

Der chronologische Ablauf zur Neugestaltung:
In der Gemeinderatsitzung vom 30.10.2017 wurde die Gründung einer Arbeitsgruppe zu einem Ideenfindungs-Wettbewerb beschlossen.

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe waren:

BGM Johann Steurer, Markus Kopfberger, Ronald Kiss, Christian Lentsch und DI(FH) Alexander Hasenhündl – ÖVP

Ing. Vbgm. Alfred Dobler – SPÖ

Ingrid Fischbach – GfJ

Georg Pasler – Weinbauverein Jois

Gerlinde Schmid – Tourismusverein Jois

Die erste Arbeitsgruppensitzung fand am 30.11.2017 statt. Dabei wurden die Parameter der Wettbewerbsgrundlagen und der Entscheidungsfindung vereinbart.

Die Wettbewerbsunterlagen wurden mit 31.01.2018 veröffentlicht bzw. wurde das Wettbewerbsende mit 20.04.2018 festgelegt. Das Preisgeld für das Siegerprojekt wurde mit € 500,- (brutto) ausgelobt. 

Insgesamt wurden 25 Projekte eingereicht. Eine Vorentscheidung der Arbeitsgruppe zur Reduktion auf 10 realisierbare Gestaltungsvorschläge fand am 25.04.2018 statt. Die 10 besten Projekte wurden am 06.05.2018 im Zuge des „Tag der Feuerwehr“ im Feuerwehrhaus öffentlich ausgestellt. Die Bevölkerung konnte mittels Stimmzettel aus diesen Projekten den Favoriten küren.

Am 16.05.2018 fand die finale Jurysitzung statt. Das realisierte Projekt wurde durch einen Gemeinderatsbeschluss, zum Siegerprojekt erhoben. Die Planung und Ausschreibung der erforderlichen Leistungen wurden durch das ortsansässige Büro Dipl.-HTL-Ing. BM Franz Sattler erstellt, dessen Mitarbeiter Herr Ing. BM Daniel Knabl, der Gewinner des Ideenwettbewerbes, ist.

In der Gemeinderatsitzung vom 30.01.2019 wurden die Auftragsvergaben an die ausführenden Firmen beschlossen. Die bauliche Umsetzung erfolgte im Frühjahr 2019. Am 25.05.2019 fand im Zuge der Fahrzeugweihe des neuen TLF – Tanklöschfahrzeuges der Freiwilligen Feuerwehr Jois die Einweihung der Kreisverkehrsgestaltung statt.

In der Weihnachtszeit stimmt der beleuchtete Schriftzug an der Ortseinfahrt auf das Weihnachtsfest ein.

An der Informationstafel in der Oberen Hauptstraße vor Ort sind folgende Texte vorhanden: 

Nr. 38
Errichtet
1911 und Erweiterungen
Eigentümer
Familie Tröstl

Rätselrally:

Wann wurde die Gestaltung des Kreisverkehrs realisiert?

Welche Idee bzw. Symbolik steht hinter der Gestaltung?