NS – Gedenktafel

Gedenk- und Mahntafel

Wer waren die „Zigeuner“?
Heute ist der Begriff „Zigeuner“ verpönt bzw. hat einen diskriminierenden, abwertenden Beigeschmack und gilt als Schimpfwort. Man spricht heute nur von Roma und Sinti. Im weiterführenden Text wird dieses Wort aber als zeithistorischer Begriff ohne jegliche Diskriminierungsabsicht verwendet.

Warum wurde der Gedenkstein errichtet?
Im Jahr 2014 wurde auf der Ried Spiegelhöhe das neue Feuerwehrhaus errichtet. Dort war der historische Siedlungsplatz der „Zigeuner“, welcher umgangssprachlich auch „Zigeunerlager“ genannt, wurde. 

Siehe dazu die Station Nr. 40 – „Zigeunerlager“. Hier können Sie mehr zum Thema „Zigeuner“ nachlesen.

Auf Initiative von Msgr. Dr. Franz Hillinger wurde gemeinsam mit der Marktgemeinde Jois im Zuge des Neubaus des Feuerwehrhauses ein Gedenkstein am Standort des ehemaligen „Zigeunerlagers“ gesetzt. Zeitgleich wurde im Friedhofsbereich, 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, diese Gedenktafel errichtet, die an die menschenunwürdigen Ereignisse des Zweiten Weltkrieges erinnern soll und zugleich eine Mahnung für den heutigen Betrachter ist.


Nr. 9
Errichtet
2015
Eigentümer
Marktgemeinde Jois

Kühlhaus / Feuerwehr-Depot

Von der Lebensmittelkonservierung zur Lebensgefahr

Wozu diente das Kühlhaus? 
Im Jahr 1958 wurde das Grundstück mit ca. 70 m² Grundfläche von der Milchgenossenschaft an die Marktgemeinde Jois zur Errichtung des Tiefkühlhauses verkauft. Eine Gefriertruhe zum langfristigen Konservieren von Lebensmitteln war für die meisten Menschen nach dem Weltkriegsende 1945 nicht leistbar.

Deshalb wurde von der Marktgemeinde Jois dieses Objekt mitsamt Kühltechnik und versperrbaren Gefrierfächern errichtet. Die Menschen konnten gegen ein monatliches Entgelt diese Fächer mieten und ihre Lebensmittel hier einfrieren und lagern. 

Ein weiteres Tiefkühlhaus befand sich in der Kirchberggasse, womit beide sehr zentral gelegen waren.

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung und dem Wohlstand der Bevölkerung wurde die Funktion des Gebäudes obsolet. Daher wurde dieses Objekt für Lagerzwecke der Freiwilligen Feuerwehr Jois überlassen.

Von der Lebensmittelkonservierung zur Lebensgefahr
Im Zuge der traditionellen Ostermontagsübung am 24. März 2008 kam es zu einer folgenschweren Katastrophe, die das Gebäude zum Einsturz brachte und wodurch zwei Personen verletzt wurden.

Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Jois wollten für die bevorstehende Übung einen Brand simulieren. Durch unglückliche Umstände kam es zu einer explosionsartigen Verpuffung, wodurch die Außenwände regelrecht nach außen gedrückt wurden und die Deckenkonstruktion mitsamt dem darüberliegenden Dachstuhl auf zwei Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Jois herabstürzten. Dabei wurde einer der Feuerwehrmänner leicht verletzt, der andere so schwer, dass er mit dem Notarzthubschrauber in ein Spital geflogen werden musste.

Nach diesem tragischen Vorfall wurden die Reste des Objektes komplett abgetragen. Heute erinnert einerseits die Eckausbildung der Stützmauer zur Aufbahrungshalle an den Standort des Kühlhauses und andererseits die Teletext-Meldung (siehe Fotos „Teletextmeldung, 2008“) an die tragischen Begebenheiten an dieser Stelle.

Nr. 12
Errichtet
1958
Eigentümer
Marktgemeinde Jois