Die Heen (Herren) von Jois

und wie es zur Aufteilung der Zitzmannsdorfer Wiese kam

Eine Sage aus dem Buch „Hexen, Tod und Teufel“ Dr. Franz Hillinger, Jois, 2015
Die Märkte Jois und Neusiedl am See gehörten seit Menschengedenken zur Herrschaft Ungarisch-Altenburg. Sie teilten miteinander Freud und Leid. Im gleichen Atemzug werden immer beide Gemeinden zusammen genannt. Das war bei Verpfändungsurkunden genauso wie bei anderen Schriftstücken. Beide Märkte waren durch den Weinbau gleichermaßen geprägt. Neusiedl am See war allerdings die größere und bedeutendere Gemeinde. Sie war immer schon wirtschaftlich und verwaltungsmäßig ein Mittelpunkt der umliegenden Gemeinden. In Neusiedl gab es ein Dreißigamt und viele Handwerker und zudem eine größere Anzahl von Freihöfen und Kleinadeligen. Da beide Gemeinden zur selben Herrschaft gehörten, gab es zwischen ihnen kaum Grenzstreitigkeiten, indem die Herrschaftsverwaltung anstehende Probleme intern löste. Im Fall der überlieferten Legende bezüglich der Zuteilung der Zitzmannsdorfer Wiese trug sich jedoch folgende amüsante Begebenheit mit schwerwiegenden Folgen zu.

Eine Chance nutzen
Der Überlieferung nach ließ Königin Maria die Abordnungen der beiden Gemeinden von Jois und Neusiedl zu sich rufen. Als die Joiser zur Königin vorgelassen wurden, stellten sie sich in korrekter Weise, wenn auch nicht ganz ohne örtlichen Stolz folgendermaßen vor: „Wir sind die Heen (Herren) von Jois“. Die schlauen Neusiedler erkannten nunmehr ihre Chance, um bei der Königin Mitleid zu erwecken. Als sie an der Reihe waren, stellten sie sich daher mit den Worten vor: „Und wir sind die armen Neusiedler“. Auch wenn dies doch ein wenig einer Lüge gleichkam, so erreichten sie damit das besondere Bedauern und Mitgefühl der edlen Königin, die ihnen nunmehr erwiderte: „Wenn das der Fall ist, dann müssen wir den armen Neusiedlern die Wiese geben“. Auf diese Weise war es den Neusiedlern gelungen, in den Besitz der Zitzmannsdorfer Wiese zu gelangen.

Überhaupt verstanden es die Ratsherren von Neusiedl am See, wiederholt Vorteile für ihre Gemeinde herauszuholen. Wenn sie bei vorgesetzten Herrschaftsbeamten oder bei Behörden etwas erreichen wollten, waren sie mit Geldspenden nicht kleinlich. Heute würde man dies wohl eher als Bestechung oder Korruption bezeichnen, damals nannte man es „Verehrgeld“. Dieses Verehrgeld wurde auch offiziell in den Kassabüchern vermerkt. 

Hintergründiges
Diese Geschichte hat tatsächlich einen historischen Kern. Diese Wiesen waren ursprünglich ein Teil der Ortschaft Zitzmannsdorf. Das Dorf, das im Besitz der Herrschaft Ungarisch-Altenburg war, wurde wahrscheinlich im Zuge der Türkenkriege um 1530 zerstört und seit damals nie mehr besiedelt. Im Norden grenzen diese Wiesen an das Gemeindegebiet von Weiden, im Osten an Gols, im Süden an den Hotter von Podersdorf und im Westen an den Neusiedler See. Keine dieser Gemeinden gehörte zur Herrschaft Ungarisch-Altenburg. Um diese Gründe wirtschaftlich zu nutzen, wurden die Zitzmannsdorfer Wiesen vermutlich durch die Königin Maria, der damaligen Inhaberin der Herrschaft, der Gemeinde Neusiedl am See zugesprochen, d.h. der nächstgelegenen Gemeinde, die zum selben Herrschaftsbereich gehörte.

Im Zusammenhang mit dieser Geschichte muss man auch das Schicksal einer anderen untergegangenen Ortschaft sehen, nämlich der uralten Siedlung „Hanftal“. Im Unterschied zu den Zitzmannsdorfer Wiesen, die zur Gemeinde Neusiedl am See gehören, wurde das Hanftal in die Katastralgemeinde Jois eingehottert (zur Geschichte des Hanftals siehe ausführlich Station Nr. 86.

Zitzmanndsdorfer Wiese oder Neusiedler Wald?
Insbesondere in Jois hält sich ganz hartnäckig das Gerücht, dass es bei der Zuteilung gar nicht um die Zitzmannsdorfer Wiese, sondern vielmehr um den Neusiedler Wald gegangen wäre. Belegbar sind allerdings beide Geschichten nicht.

Nr. 22

Einstieg in die SEHENSWÜRDIGKEITEN – zwischen NATUR & WEIN

Joiser Geschichte erkunden

Zunächst mal ganz allgemein…
Wir danken Ihnen für das Verständnis, dass wir unsere Texte nicht gegendert haben. Damit wollen wir niemanden bevorzugen oder benachteiligen. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit haben wir darüber hinaus auch auf die Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Zudem verwenden wir in unseren Texten bewusst den Begriff „Zigeuner“ als eine alte, überlieferte historische Bezeichnung, die nicht als Diskriminierung zu verstehen ist. Gleichzeitig versuchen die Verfasser durch die Verwendung des Wortes “Zigeuner” den historischen Kontext zu den Geschehnissen in der Vergangenheit, welche von Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung geprägt ist, herzustellen, da in den historischen schriftlichen Quellen immer dieser Ausdruck verwendet wurde. Mit dem heutigen Abstand zur Vergangenheit und dem allgemeinen kulturellen Wandel halten die Verfasser fest, dass in neuzeitlichen Texten selbstverständlich nur die Begriffe “Roma” und “Sinti” für diese Volksgruppe zu verwenden sind.

Unsere Region war seit alters her und ist immer noch ein Durchzugsgebiet. In der ehemaligen Grenzregion der Habsburgermonarchie und durch die Trennung unterschiedlicher politischer Regierungssysteme ist hier die Heimat verschiedenster ethnischer Gruppen. In den vorliegenden Texten sind diese Gruppen nicht eigens erwähnt. Dies erfolgt jedoch ohne jegliche Diskriminierungsabsicht gegenüber diesen Ethnien.

Leben, wo andere Urlaub machen…
Unsere Sehenswürdigkeiten sind Teil des Weltkulturerbes, das wir in Ehren halten! Wir leben da, wo andere Urlaub machen und freuen uns, dass Sie unsere schöne Region besuchen. Wir ersuchen Sie um einen respektvollen Umgang mit den aufgelisteten Sehenswürdigkeiten. Um diese für die hier lebende Bevölkerung sowie für unsere Gäste zu bewahren, bitten wir Sie, ein paar Grundregeln einzuhalten.

Ihre Urlaubsregion ist unsere Lebensumgebung und somit Teil unseres Alltags. Auch wir gehen respektvoll mit dem Erbe der „Altvorderen“ um. Nur so kann uns dieses Erbe sowohl im Augenblick erfreuen als auch in Zukunft für unsere Nachkommen im Sinne des Weltkulturerbes bewahrt werden. 

Bitte verhalten Sie sich entsprechend und bewahren Sie die Würde der Denkmäler und religiösen Stätten und deren Gäste. Klettern Sie nicht auf den Denkmälern herum und hindern Sie bitte Ihre Kinder daran – dazu verweisen wir auf unser Aktiv-Freizeitprogramm und auf die Kinderspielplätze … Bitte denken Sie auch an die Privatsphäre der Menschen, die in bzw. neben den Denkmälern wohnen.

Jois erleben – Jois sauber erleben…
Verlassen Sie die Orte und Plätze unserer Sehenswürdigkeiten bitte so, wie Sie diese vorgefunden haben. Hinterlassen Sie keine Abfälle, wozu auch Zigarettenstummel gehören. Ihr Beherbergungsbetrieb hilft Ihnen gerne bei der fachgerechten Entsorgung Ihres Abfalls. 

Wir danken Ihnen für Ihre Mitarbeit am Erhalt unseres Weltkulturerbes! 😊

Zum Projekt „Sehenswürdigkeiten – Natur & Wein“
Motivation zum Projekt war einerseits, das analoge Wissen und die Chronik durch neue Erkenntnisse zu erweitern und andererseits, durch neue Medien wie den QR-Code am Smartphone für den Nutzer erlebbar zu machen. Dadurch soll eine digitale Wissensvermittlung gewährleistet sein, sowie die einzelnen Stationen auf der Homepage der Gemeinde www.jois.at abrufbar und druckbar gemacht werden.

Auch Vorkommnisse aus der jüngeren Vergangenheit sind Teil der Ortsgeschichte und erwähnenswert. Wir sehen es als Pflicht, die überlieferte Zeitgeschichte ebenso wie die Geschichten- und Sagenwelt, die teilweise nur mündlich oder per Loseblattwerk überliefert ist, für die Nachwelt festzuhalten und weiterzugeben.

Digitale Reise in die Vergangenheit! Wie nutzen Sie den QR-Code?
1. Laden Sie eine App zum Lesen des QR-Codes auf Ihr Handy oder Tablet.
2. Richten Sie die Kamera auf den QR-Code.
3. Scannen Sie den QR-Code oder fotografieren Sie den Code.
4. Die App verarbeitet den QR-Code.
5. Die App führt den QR-Code aus und fragt Sie dann, ob Sie auf die eingebettete URL (Homepage) springen wollen.
6. Hier können Sie dann die ausführlichen Texte zu unseren Sehenswürdigkeiten lesen.

Wer steckt dahinter…
Viel Spaß beim Kennenlernen der Sehenswürdigkeiten unseres Ortes – das wünscht Ihnen die Marktgemeinde Jois und der Tourismusverein Jois. Die Verantwortung für Text und Recherche trägt die Arbeitsgemeinschaft Joiser Sehenswürdigkeiten (AG), die fachlich von der Fa. DENKMALFORSCHER (www.denkmalforscher.at) unterstützt wurde. Die Recherche zu den Denkmälern, das Erstellen der Texte sowie sämtliche redaktionellen Tätigkeiten wurden übernommen von DI(FH) Alexander Hasenhündl (Projektkoordinator), Elisabeth Hansen und Ing. Reinhard Brabec (Museum Jois) sowie Dr. Christina Wais (Kunsthistorikerin). Wichtige Textbeiträge (Tafeltexte) wurden vom Ortschronisten und Ehrenbürger der Marktgemeinde Jois, Msgr. Dr. Franz Hillinger, aus seinen diversen Druckschriften und Publikationen beigesteuert. Design und Gestaltung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Atelier Krikler (www.atelierkrikler.at).

Immer up to date…
Das Team hat sich bemüht, alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen darzustellen. Fehler können jedoch niemals ausgeschlossen werden, daher gibt es keine Garantie auf Richtigkeit.

Sollten Sie eine Unstimmigkeit in den Texten feststellen, freuen wir uns auf Ihren Hinweis. Bitte geben Sie Korrekturvorschläge an die Marktgemeinde Jois weiter, damit für alle Nutzer der korrekte Inhalt zur Verfügung steht.

Alle Rechte sind dem Verfasser vorbehalten. Texte und Bilder dürfen ohne schriftliche Genehmigung des Herausgebers weder kopiert, fotografiert, abgeschrieben oder sonst wie vervielfältigt werden.

IMPRESSUM
Eigentümer und Herausgeber: 

Marktgemeinde Jois, Untere Hauptstraße 23, 7093 Jois, Tel. +43 (0)2160 83 10
www.jois.at
eMail: post@jois.bgld.gv.at

Arbeitsgemeinschaft Joiser Sehenswürdigkeiten „Natur & Wein“:

DI(FH) Alexander Hasenhündl, Jois (Projekt-Koordination)

Elisabeth Hansen, Jois 

Dr. Christina Wais, Wien
DENKMALFORSCHER | www.denkmalforscher.at,
eMail: christina.wais@denkmalforscher.at | phone: +43 (0)676 687 15 81

Mit Unterstützung von:
Msgr. Dr. Franz Hillinger, Jois
Ing. Reinhard Brabec, Jois

Design:
Christoph Krikler, Jois und Wien
Atelier Krikler | www.atelier-krikler.at
eMail: hallo@atelierkrikler.at | phone: +43 (0)660 710 01 33

Unser Dank für weitere inhaltliche Hilfestellungen gilt:

Raimund Hasenhündl und Richard Hasenhündl für wichtige Recherchen zur Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Jois und die Überlassung der Fotos aus dem Archiv der FF Jois.
Mag. Doris Schön (www.denkmalforscher.at) für die fachliche Beurteilung und Datierung historischen Mauerwerks.
Mag. Susanne Winter für die kreativen Zeichnungen.
Maria Füzi für ihre konstruktive Beratung und die vorzügliche Bewirtung während unserer arbeitsintensiven Sitzungen.
Martin Wetschka für die freundliche Führung durch den Großen Bruckerhof.
Den jeweiligen Eigentümern der Sehenswürdigkeiten für die Bereitschaft zum Mitmachen, für die Zustimmung zum Anbringen der Tafeln und für die Bereitstellung wertvoller Informationen und Fotos.
Dem Museum Jois für die Bereitstellung der Fotos sowie der zugehörigen Informationen.
Dem Gemeinderat der Marktgemeinde Jois für die Realisierung dieses Projektes.
Der Gemeindeverwaltung und dem Tourismusverein Jois.
Emmerich Weber für die Unterstützung bei den landwirtschaftlichen Themenbereichen.
Georg Hoffmann für die Beantwortung einiger offener Fragen.
Dem Bundesdenkmalamt, insbesondere Frau Mag. Angelina Pötschner und Herrn DI Michael Tasch. 
Danksagung auch an Karl Weismayr für die Fotoüberlassungen.

Jois, im April 2022

Literaturverzeichnis (Auswahl in chronologischer Reihenfolge)
Dr. Franz Hillinger (Autor und Herausgeber), Jois – Geschichte der Pfarre, Jois 2021

Dr. Franz Hillinger, Hexen, Tod & Teufel – Geschichte und Geschichten aus Jois, Jois 2015

Dr. Franz Hillinger, Jois Wachsen einer Gemeinde, Häuserbuch, Jois 2013

Henny Liebhart-Ulm, Die Kunstdenkmäler des politischen Bezirkes Neusiedl am See (Österreichische Kunsttopographie Band LIX), hg. vom Bundesdenkmalamt, Horn 2012

Dr. Franz Hillinger, Jois – 800 Jahre und mehr, hg. von der Marktgemeinde Jois, Jois 2008

Festschrift anlässlich des 100jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Jois 1905-2005, hg. von der Freiwilligen Feuerwehr Jois, Jois 2005

Dr. Franz Hillinger, Jois – Bausteine zur Geschichte, Jois 2005

Dr. Franz Hillinger, Unser Dorf im Zweiten Weltkrieg – Erinnerungen an meine Joiser Kindheit, Eisenstadt 2005

Adelheid Schmeller-Kitt, Die Kunstdenkmäler Österreichs: topographisches Denkmälerinventar: Burgenland, hg. vom Bundesdenkmalamt, Wien 1980

Heinrich Weiss, Pfarre und Gemeinde Jois, Jois 1970

Leopold Schmidt, Aus der Arbeit am Atlas der burgenländischen Volkskunde (Burgenländische Heimatblätter 23), 1961

Allgemeine Landestopographie des Burgenlandes, 1. Band: Der Verwaltungsbezirk Neusiedl am See, hg. von der Burgenländischen Landesregierung, bearb. Vom Burgenländischen Landesarchiv, Eisenstadt 1954

Diplomarbeit: Regionalentwicklung – Marktgemeinde Jois: Revitalisierung “Pfarrstadl”, verfasst von Pascal Enz, Peter Füzi und Petar Telebar, Jahrgang 5DHBT, Schuljahr 2020/21 an der Camillo Sitte Versuchsanstalt für Bautechnik

Quellenverzeichnis (Auswahl)
Landesaufnahmen aus dem Österreichischen Staatsarchiv

Kartenabfragen aus dem GIS-Burgenland, Servicestelle GeoDaten Burgenland

Internetrecherche

Mündliche Überlieferung der Ortsbevölkerung

Bildmaterial
Der jeweilige Bildnachweis ist direkt auf den Tafeln und bei den Texten im Internet angegeben. Im Besonderen danken wir dem Museum Jois sowie Msgr. Dr. Franz Hillinger für die Bereitstellung wertvollen historischen Bildmaterials.


Nr. 1

Mariensäule am Hauptplatz

Trösterin der Betrübten

Ursprünglicher Standort der Säule
Die etwa 5,80 m hohe Mariensäule (samt hohem Sockel auf breitem Postament; der Säulenschaft misst 3 m Höhe) erhebt sich seit 1961 am oberen Ende des Hauptplatzes von Jois. Ursprünglich stand sie etwa 55 m weiter Richtung See im Bereich des heutigen Springbrunnens (Station 49 – Verlinkung). Noch 1957 befand sich daneben die Brückenwaage mit dem dazugehörenden Häuschen. Das Wasserreservoir existiert heute noch. Historische Fotos zeigen, dass damals zumindest noch einige der ursprünglich vier Steindocken vorhanden waren.

Barocker Pfeiler
Obwohl in Jois gemeinhin von der „Mariensäule“ gesprochen wird, handelt es sich nicht im klassischen Sinn um eine Säule, sondern streng genommen um einen Rundpfeiler. Dieser besitzt – im Unterschied zu einer „Säule“ – keine Schwellung des Schaftes. Dieser Pfeiler sitzt auf einer profilierten Basis auf und wird von einem Kompositkapitell bekrönt. Die Form dieses Kapitells mit einem ausschwingenden Volutenkranz mit Puttenköpfen ist charakteristisch für die Zeit um 1700. 

Vergleichbare (= ähnliche, d.h. nicht idente) Kapitelle finden sich etwa bei der Pietà in Münchendorf (1709, hier ohne Puttenköpfe), der Maria Immaculata-Statue in Herzogenburg (1710) oder der Dreifaltigkeitssäule/Pestsäule in Mattersburg (1714). 

Ebenso ist das Zierelement am Postament – eine Kartusche mit zwei nach innen eingerollten Voluten – als barockes Element einzustufen, welches mit dem Kompositkapitell in Verbindung steht. Ob hier ehemals eine Inschrift vorhanden war, lässt sich nicht mehr feststellen.

Das bedeutet, dass die „Mariensäule“ eigentlich noch aus der Barockzeit stammt, wobei die ursprünglich aufgesetzte Figur verloren ist. Wahrscheinlich war hier ehemals eine barocke Maria Immaculata-Statue aufgesetzt, ähnlich wie bei der Säule in Herzogenburg.

Zum Typus einer Maria Immaculata
Beim Typus einer so genannten „Maria Immaculata“ steht Maria auf dem Erdball, eine Schlange zertretend, ihr Haupt ist zumeist von einem Sternenkranz gekrönt. In der Regel ist sie ohne Kind dargestellt. Dieser Typus hat sich im 17. und 18. Jahrhundert aus der spätmittelalterlichen „Maria auf der Mondsichel“ entwickelt. 

In der römisch-katholischen Kirche wird das Hochfest derunbefleckten, ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria („Sollemnitas In Conceptione Immaculata Beatae Mariae Virginis“) am 8. Dezember gefeiert. Im deutschen Festkalender heißt das Fest auch „Mariä Erwählung“. 1708 wurde die Feier dieses Festes von Papst Clemens XI. für die ganze katholische Kirche vorgeschrieben. Viele Maria Immaculata-Statuen stammen gerade aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
1854 wurde durch Papst Pius IX. das Dogma der Unbefleckten Empfängnis Mariens ausgerufen.

Zur heutigen Marienfigur mit Kind
Die heutige Marienstatue mit Kind – die nicht dem Typus einer Maria Immaculata folgt – wurde laut dem nordseitig eingemeißelten Datum „MDCCCLXXXII“ im Jahr 1882 auf den barocken Pfeilerschaft samt Kapitell aufgesetzt. 

Die Muttergottes von Jois steht ebenso auf dem Erdball, ihr Fuß auf dem Kopf der Schlange, anstelle des Sternenkranzes ist sie jedoch mit einer Krone gekrönt. Vor ihrer Brust hält sie das Jesuskind in ihren Armen, das seine Hände weit ausgestreckt hat. Die heutige Marienstatue von Jois verbindet in ihrer Haltung den Bildtypus einer „Trösterin der Betrübten“ oder so genannten „Consolatrix afflictorum“, d.h. einer gekrönten Muttergottes mit Kind mit einer auf der Erdkugel stehenden Maria Immaculata.

Maria – Trösterin der Betrübten / Südseitige Sockelfront
Den Hinweis auf Mariens Bedeutung als eine „Trösterin der Betrübten“ gibt die Inschrift auf der südseitigen, d.h. vorderen und damit prominenten Sockelfront. Hier ist zu lesen: „Oh Maria / Du allerzeit unbefleckte / allerseligste Jungfrau / und Mutter Gottes / Du Trösterin der Betrübten / und Helferin der Christen / bitt für uns“. 

Trösterin der Betrübten ist die deutsche Übersetzung des Titels „Consolatrix afflictorum“, so wie Maria als Mutter Jesu neben vielen anderen Titeln in der Lauretanischen Litanei genannt wird. Ikonographisch ist die „Consolatrix“daher eine Maria mit dem Kind, deren meist wundertätigen Statuen und Gnadenbilder mit der Lauretanischen Trösterin in Verbindung gebracht wurden (Maria steht dabei nicht immer auf der Mondsichel oder einem Erdball).

Bekannte Wallfahrtsorte und -kirchen sind Unserer Lieben Frau von Luxemburg (seit 1624) bzw. – in der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs, der Gegenreformation bzw. der Rekatholisierung von Luxemburg ausgehend – Kevelaer am Niederrhein (seit 1642) und Werl in Westfalen (seit 1661),  Maria Plain bei Salzburg (Beginn des 17. Jahrhunderts), Mariatrost bei Graz sowie das Santuario di Maria Consolatrice (La Consolata) zu Mailand (unklare Anfänge, erbaut 1678).

Wo liegen die zeitlich unmittelbaren Vorbilder?
Die Anrufungen Mariens als „Trösterin der Betrübten“ und „Helferin der Christen“ (in derselben der Kombination wie auf dem Inschriftensockel der Mariensäule von Jois) finden sich häufig in Gebets- und Liederbüchern aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die auch entsprechend illustriert wurden. 

Ostseitige Sockelfront
Hier ist folgende Inschrift zu lesen: „Groß ist unsrer Feinde Zahl / Hier in diesem Thränental / Rette Mutter Deine Kinder / Vor dem Sündenfall“. 

Dies ist der exakte Wortlaut eines Gesanges, der zur Zeit der Errichtung der Mariensäule an Mutter Gottes-Festen gesungen wurde und wie man ihn in Gesangs- und Gebetsbüchern aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts findet. So wurde dieses Lied z.B. als Abschlusslied an Maria nach erfolgreicher Wallfahrt von Wien nach Mariazell und wieder zurück nach dem Hochamt in St. Stephan in Wien gesungen.

Westseitige Sockelfront
Hier ist folgende Inschrift zu lesen: „Wie ruht auf Deinen Armen / Oh Mutter voll Erbarmen / Dein Jesus sanft und mild / Hier in diesem Bild“.

Hierbei handelt es sich um den Wortlaut eines geistlichen Volksliedes, wie es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gerne auch in Schulen gesungen wurde.

Der Künstler der Marienfigur
Der Künstler und Steinmetz der Marienfigur hat sich am südseitigen Fundament des Sockels verewigt. Hier ist zu lesen: „David Hafner // Neusiedl a. See“.

David Hafner war Steinmetz und der Schwiegersohn des Neusiedler Baumeisters und Steinmetz Jakob Schaffrian (1822-1876). Von David Hafner stammen etwa die bildhauerischen Arbeiten und Reliefs der Kreuzwegstationen am Kalvarienberg von Neusiedl am See. Bis zum Tod seines Schwiegervaters arbeitete er im familiären Steinmetzbetrieb mit. Die Säule dürfte ein frühes selbständiges Werk Hafners sein. 

Letzte Restaurierung
Die jüngste Restaurierung der Mariensäule durch den Restaurator Mag. Franz Gyolcs wurde 2019 über die Gemeinde Jois finanziert.

Literatur
Franz Hillinger (Autor und Herausgeber), Jois – Geschichte der Pfarre, Jois 2021, S. 182-183

Franz Hillinger, Jois – Bausteine zur Geschichte, Jois 2005, S. 130-131

Adelheid Schmeller-Kitt, Die Kunstdenkmäler Österreichs: topographisches Denkmälerinventar: Burgenland, hg. vom Bundesdenkmalamt, Wien 1980, S. 378

Nr. 47
Errichtet
um 1700 bzw. 1882
Renovierungen
1961 und 2019
Künstler
Steinmetz D. Hafner (1882)
Eigentümer
Marktgemeinde Jois

Bahnhofsgebäude

Bahnhof Jois

Geschichtlicher Rückblick
Die nachstehenden Daten sind aus dem Internet entnommen, online-Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Pannoniabahn, vom 15.02.2022.

Die Konzession für eine Bahnstrecke von Raab (Győr) über Ödenburg (Sopron) bis zur damaligen Landesgrenze bei Neufeld an der Leitha (Lajtaújfalu) wurde am 15. Oktober 1872 an Viktor Freiherrn von Erlanger (1840–1894) vergeben. Infolge der Finanzkrise 1873 konnte das Anfang März 1873 begonnene erste Teilstück von Győr nach Sopron aber erst am 2. Jänner 1876 eröffnet werden. 

Die Neusiedler Seebahn verbindet seit dem 18. Dezember 1897 Neusiedl am See, eingleisig auf Normalspur über Pamhagen, mit der Station Fertőszentmiklós, die wiederum an der Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn an der ungarischen Bahnstrecke Győr (Raab) – Sopron (Oedenburg) liegt. Bis zum 26. Mai 1979 führte die Bahn noch 56 Kilometer weiter bis Celldömölk. Zur Zeit des Baues lag die Gesamtstrecke von 109 Kilometern Länge vollständig auf ungarischem Landesgebiet. Das Königreich Ungarn erstreckte sich bis zum Grenzfluss der Leitha. Mit der Eingliederung des Burgenlandes in die Republik Österreich kamen am 25. Jänner 1921 somit 45 Kilometer Bahntrasse zum Eisenbahnnetz von Österreich.

Eigentümer ist seit dem 29. Juni 2010 die Neusiedler Seebahn GmbH, die über die Verkehrsinfrastruktur Burgenland GmbH mehrheitlich dem Burgenland gehört (50,1 %), darüber hinaus im Weiteren der Republik Österreich. Ihre Vorgängerin war die Neusiedler Seebahn AG (NSB AG) – ungarisch Fertővidéki Helyiérdekű Vasút (Fhév).

Die Pannoniabahn, auch Leithagebirgsbahn genannt, ist das Teilstück der historischen Bahnverbindung von Sopron nach Bratislava (ung. Pozsony) zwischen Wulkaprodersdorf und dem Bahnhof Parndorf Ort. Diese ursprünglich westungarische Lokalbahn wurde als Sopron-Pozsonyi helyiérdekű vasút konzessioniert und am 18. Dezember 1897 eröffnet. Zwischen Sopron und Wulkaprodersdorf benutzte sie die Strecke der Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn, wobei der nördliche Abschnitt der heutigen Zweigstrecke Parndorf–Bratislava der Ostbahn entspricht.

Die Baukosten der Bahnstrecke von Wulkaprodersdorf nach Pressburg wurden mit 2,850.000 fl (Gulden) festgelegt und am 20. März 1897 erfolgte der Spatenstich. Das Bauunternehmen Gfrerer, Großmann & Schoch erhielt den Bauauftrag. Eine Vielzahl von Arbeitern war in unserer Region tätig. Ungarische Arbeiter waren vor allem mit den Erdarbeiten, während Italiener mit Brückenbauten beschäftigt waren. Slowaken und Ruthenen (Bezeichnung für Ostslawen, welche in der Donaumonarchie lebten) waren beim Schienenverlegen und beim Oberbau tätig.

Der Joiser Chronist Stefan Sittmann berichtet, dass am 1. Mai 1897 mit dem Bahnbau in Jois begonnen wurde. Im September 1897 sah man im Bereich des Krotzen die ersten Lokomotiven, welche Schienen und Schotter herbeischafften. Sittmann vermerkte: „Gott gebe es, dass dieses Eiserne Roß mit seinem feurigen Schlund und schwarzen Schlott in diese Gegend viel Verkehr bringen möge.“ 

Die feierliche Eröffnung der Bahnstrecke Pressburg – Ödenburg fand über drei Tage, vom 13. bis 15. Dezember 1897, statt. Am Montag, den 13. Dezember 1897 fuhr der erste Zug, mit den Fest- und Ehrengästen von Eisenstadt kommend, durch Jois.

Die ursprüngliche Fahrgeschwindigkeit betrug ca. 23 km/h. Daher lag die Fahrzeit von Ödenburg nach Pressburg zwischen vier und fünf Stunden. Jois dürfte zum Zeitpunkt der Eröffnung der Bahnlinie keine Haltestelle aufgewiesen haben, da diese nicht in den damaligen Fahrplänen vermerkt ist.

Erst 1911 wurde ein Warteraum errichtet. Von 1913 bis 1918 diente die Haltestelle zugleich als Postsammelstelle, da mit der Eisenbahntrasse die Postkutsche abgelöst wurde.

Schutzmauer für den Bahnhof
Seit 1885 wurden von den Soldaten des Brucker Lagers – heutige Benedek-Kaserne – in Bruckneudorf, vom Jungenbergweg aus, Schießübungen in Richtung Seegelände und Seewiesen durchgeführt. Um den Bahnhof und vor allem die Passagiere vor Fehlschüssen zu schützen, wurde eine hohe Natursteinmauer errichtet. Hinter der Steinmauer befand sich der überdachte Wartebereich sowie die massive Bahnstation.

Diese Schutzmauer wurde nach 1930 demontiert.

Beschreibung des äußeren historischen Erscheinungsbildes
Die Sockelzone war aus sichtbarem Natursteinmauerwerk. Die Fassadenflächen waren glatt verputzt.  Die Gebäudekanten markierten erhabene, aus der Putzebene ragende Bossensteine. Eine glatte Putzfasche war im Traufbereich, an den Giebelflächen ein abgetrepptes erhabenes Putzprofil. Fenster und Türen waren in Holzkonstruktion, die Dacheindeckung mit Tonziegeln ausgeführt. Giebel- und Firstflächen waren vermörtelt. Profilierter Kamin mit Steinzeugaufsatz.

Nach der Demontage der Schutzmauer wurde das Bahnhofsgebäude baulich um einen öffentlich zugänglichen Warteraum sowie WC-Anlagen erweitert. In Ermangelung von Aufzeichnungen kann dieser Zeitraum nicht näher definiert werden. Es wird vermutlich vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges, also vor 1938 gewesen sein.

Ein Schild der ursprünglichen Bahnhofsbeschilderung ist heute über dem Garagentor im Innenhof des Bahnhofsbereiches zu sehen. Ebenso sichtbar ist hier der historische Kaminaufsatz des Gebäudes.

Im Sockelbereich des historischen Bahnhofsgebäudes ist heute noch ein Vermessungszeichen derk u. k. Vermessungskanzlei zu erkennen. In der vierten Landesaufnahme (ab 1896) wurde im damaligen Habsburgerreich versucht, einheitliche Lage- und Höhenpunkte als weitere Ausgangspunkte für lokale Vermessungen an öffentlichen Bauwerken wie Bahnhöfen, Kirchen, Rathäuser, etc. zu setzen und diese in den entsprechenden Karten einzutragen.

Obwohl ursprünglich der Güterverkehr für den Transport der landwirtschaftlichen Produkte im Vordergrund des damaligen Bahnwesens stand, ist heute der tägliche Pendlerverkehr “auf der Schiene” von und zum Arbeitsplatz vor dem aktuellen Hintergrund der Klimakrise von überregionaler Bedeutung. So erfüllte sich der Wunsch des Joiser Chronisten Sittmann: „Gott gebe es, dass dieses Eiserne Roß mit seinem feurigen Schlund und schwarzen Schlott in diese Gegend viel Verkehr bringen möge.“

Wir ersuchen Sie, die Privatsphäre der Besitzer zu wahren und das Grundstück nicht zu betreten. 

Nr. 55

Rätselrally: 

Wann wurde die Bahnlinie Ödenburg – Pressburg eröffnet?

Wann wurde die Bahnstation errichtet?

Warum war eine Schutzmauer vorhanden?

Hauptplatz

Mittelpunkt des Dorflebens

Bedeutung des Hauptplatzes
Der Hauptplatz war seit jeher der Versammlungsort für die Dorfbevölkerung, um gemeinsam die Feste und Anlässe des Dorflebens im Jahreskreis zu begehen. Die baulichen Umgestaltungen können an den übrigen Stationen dieses Standortes nachgelesen werden. Ausgehend vom jährlichen Kirtagsmarkt über religiöse Prozessionen und Vereinsfeste bis hin zu besonderen Jubiläen fand alles am zentral gelegenen Platz der Dorfsiedlung statt. 

Noch heute werden Freiluftveranstaltungen des Joiser Vereinslebens gerne am Hauptplatz abgehalten.

Bebauung
Im Ausschnitt des Aufnahmeblattes 4857-2b der Landesaufnahme von 1873 ist im südlichen Bereich des Hauptplatzes eine Verbauung dargestellt. Die nördlich des Hauptplatzes gelegene Quelle gewährleistete die Wasserversorgung der Siedlung.

Die klassische Angerbildung des historischen Siedlungszentrums ist erkennbar.

Erfrischendes Quellwasser für ein ganzes Dorf
Die Quelle des Hauptplatzes wurde um 1930 gefasst. Wie am Foto sichtbar ist, wurde ein Reservoir südlich der Mariensäule errichtet. Am Foto ist die Baugrube erkennbar.

Südlich von dem Reservoir war ein Trog als Tränke und eine Wasserentnahmestelle vorhanden. Das überschüssige Wasser floss in einem offenen Gerinne in Richtung See.

Verlorene Gebäude des Hauptplatzes
Das Gebäude am Südende des Hauptplatzes war die Ehardt-Schmiede. Siehe nachfolgende Fotos. Bis in die 1960er Jahre wurde die Schmiede als solche genutzt. Das Gebäude wurde 1966 im Zuge der Neu- bzw. Umgestaltung des Hauptplatzes abgebrochen. An der Stelle dieses Gebäudes befindet sich heute der Springbrunnen und die vorgelagerte Grünfläche – siehe Station 49.

An der Nordseite befand sich die historische Brückenwaage. Am Foto ist diese an dem Holzhäuschen erkennbar. In unmittelbarer Nähe davon war der ursprüngliche Standort der Mariensäule – siehe Station 47

Von unten nach oben…
Die Stufen zwischen der unteren und oberen Hauptplatzebene wurden um die Jahrtausendwende verlegt.
Diese historischen Natursteinstufen waren ursprünglich beim Stufenaufgang zwischen dem „neuen“ und dem „alten“ Friedhof vor der Pfarrkirche verlegt. Nach der Erneuerung der Stufen am Friedhof wurden die alten Trittsteine hierher verlegt.

Welche Veranstaltungen finden am Hauptplatz statt?Aufgrund der zentralen und großen Freifläche im Ortszentrum wurde der Hauptplatz seit jeher für Freiluftveranstaltungen, wie die nachfolgenden Fotos zeigen, genutzt. 

Der nördliche Bereich des Hauptplatzes mit der damaligen Bepflanzung. Man beachte im Vordergrund den in der Grünfläche liegenden Hotterstein – siehe Station 18 sowie einen Mörser aus der Römerzeit. Der Mörser kann im Ortsmuseum Jois besichtigt werden.

Mit der Umgestaltung des Hauptplatzes in den 1970er Jahren wurden die Flächen vermehrt für Veranstaltungen genutzt.
Im Zuge der jährlichen Fronleichnamsprozession wird am Hauptplatz ein Altar aufgebaut. 

Ab 2017 wurde für die Joiser Kinder eine künstliche Eislauffläche für das ungefährliche “Schleifeisenfoahrn” – Schlittschuhlaufen im Winter, errichtet. Leider waren bisher die Eistage, aufgrund des Klimawandels, sehr beschaulich, an welchen das Eislaufen möglich war.

Alljährlich findet die Veranstaltung “Wein am Hauptplatz” der Joiser Winzer als Freiluftveranstaltung statt. Dabei werden abhängig von der Witterung und Temperatur Weinkostproben von den Joiser Winzern an die interessierten Besucher ausgeschenkt.

Weitere Freiluftveranstaltungen von diversen Vereinen sowie der Marktgemeinde Jois und dem Tourismusverein Jois sind:

Genussmeile – im Frühjahr
Klappsesselfest
Lampionfest

Nr. 50

Rätselrally:

Welche Veranstaltungen finden am Hauptplatz statt?

Wurde am Hauptplatz eisgelaufen?

Springbrunnen – Hauptplatz

Beruhigendes Plätschern in der Parkanlage

Wann und warum wurde der Springbrunnen errichtet?
Nach der Umgestaltung des Hauptplatzes durch den Abbruch von Gebäuden (Ehardt-Schmiede im Jahr 1966) wurde in den 1970er Jahren eine Parkanlage angelegt. Im südlichen Platzbereich wurde als zentrales Gestaltungselement ein runder Springbrunnen errichtet.

Zu der Zeit erfolgte der Ausbau der Trinkwasserleitung, so dass alle Joiser Haushalte einen eigenen Hauswasseranschluss bekamen. Der Springbrunnen wurde quasi als Erinnerung an den Trinkwasserausbau errichtet.

Woher kam das bunte Wasser?
Ursprünglich war eine mittige Fontäne, welche farbwechselnd beleuchtet wurde, vorhanden. Durch die permanente Feuchtigkeit und das kalkhaltige Wasser wurden die elektrischen Anlagenteile stark beansprucht. Bald kam es zu immer häufigeren Störungen, so dass die Fontäne und die Beleuchtung außer Betrieb gesetzt wurden.

Die Brunnenanlage wurde damals wie heute mit dem Quellwasser aus dem Reservoir des Hauptplatzes versorgt.

Was macht ein Fisch im Brunnen?
Nachdem die Brunnenanlage stillgelegt wurde, hat der Gemeindebedienstete Josef Graf im Brunnenbecken eine Fischzucht betrieben.

In den 1990er Jahren wurde das Brunnenbecken mit Erde aufgefüllt. Auf dieser so entstandenen Beetfläche wurde jährlich unterschiedlicher Blumenschmuck gepflanzt.

Um das Jahr 2002 wurde das Brunnenbecken wieder freigelegt. In Zuge dessen wurden die Felsen in der Mitte gesetzt und die Brunnenanlage wieder in Betrieb genommen.

Jois – der Nabel der Welt?
Im Jahr 2021 wurden die Cortenstahlschilder mit den österreichischen Landeshauptstädten und der Entfernungsangabe von Jois ausgehend, angebracht. Die Entfernungsangaben sind als Luftliniendistanzen zu verstehen. Die Schilder weisen in die Richtung der entsprechenden Landeshauptstädte.

Folgende Entfernungsangaben sind vorhanden:

Salzburg 356 km
Eisenstadt 26 km
Graz 199 km
Klagenfurt 324 km
Innsbruck 538 km
Bregenz 656 km
St. Pölten 126 km
Linz 244 km
Wien 54 km

Wie wird der Brunnen in den kalten Jahreszeiten genutzt ?
In den kalten Jahreszeiten von Herbst bis Frühjahr wird das Wasser entleert und der Brunnenbetrieb aufgrund der Frostgefahr eingestellt.

In der Advent- und Weihnachtszeit fungiert der Springbrunnen mit entsprechender Dekoration als großer Adventkranz mit Kerzen.

Mit der Weihnachtsbeleuchtung, die an die öffentliche Beleuchtung angeschlossen ist, ergibt sich für den gesamten Hauptplatz ein stimmungsvoller Gesamteindruck.

Nr. 49

Rätselrally:

Wann und warum wurde der Springbrunnen am Hauptplatz errichtet?

War der Springbrunnen immer in Betrieb?

Was wurde 2021 am Brunnen montiert?

Wie wird der Brunnen in den kalten Jahreszeiten genutzt?

Rustenkreuz

Die Muttergottes im Schatten der Ulme

Das Wort Rusten kommt von Rüster und bezeichnet eine Ulme. Da dieser Bildstock ehemals neben einem Ulmenbaum stand, wird er in Jois als Rustenkreuz bezeichnet. Auf einen älteren Pfeiler aus den 1740er Jahren wurde vermutlich um 1880/90 eine auf dem Erdball stehende Marienstatue mit dem Jesuskind aufgesetzt. Der sich verjüngende Pfeiler zeigt einen spätbarocken Zopfdekor und passt zeitlich zum darüber liegenden Kompositkapitell.

Am Sockel finden sich die Stifterinschrift mit der Jahreszahl 1743 sowie Reliefs mit den Heiligen Martin, Sebastian und Rochus. Der hl. Martin, der erst seit 1924 zum burgenländischen Landespatron ernannt wurde, ist der Namenspatron des Stifters Martin Runagl. Die Heiligen Sebastian und Rochus sollen vor der Pest und anderen Krankheiten schützen.