Einstieg in die SEHENSWÜRDIGKEITEN – zwischen NATUR & WEIN
Joiser Geschichte erkunden
Zunächst mal ganz allgemein…
Wir danken Ihnen für das Verständnis, dass wir unsere Texte nicht gegendert haben. Damit wollen wir niemanden bevorzugen oder benachteiligen. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit haben wir darüber hinaus auch auf die Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.
Zudem verwenden wir in unseren Texten bewusst den Begriff „Zigeuner“ als eine alte, überlieferte historische Bezeichnung, die nicht als Diskriminierung zu verstehen ist. Gleichzeitig versuchen die Verfasser durch die Verwendung des Wortes “Zigeuner” den historischen Kontext zu den Geschehnissen in der Vergangenheit, welche von Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung geprägt ist, herzustellen, da in den historischen schriftlichen Quellen immer dieser Ausdruck verwendet wurde. Mit dem heutigen Abstand zur Vergangenheit und dem allgemeinen kulturellen Wandel halten die Verfasser fest, dass in neuzeitlichen Texten selbstverständlich nur die Begriffe “Roma” und “Sinti” für diese Volksgruppe zu verwenden sind.
Unsere Region war seit alters her und ist immer noch ein Durchzugsgebiet. In der ehemaligen Grenzregion der Habsburgermonarchie und durch die Trennung unterschiedlicher politischer Regierungssysteme ist hier die Heimat verschiedenster ethnischer Gruppen. In den vorliegenden Texten sind diese Gruppen nicht eigens erwähnt. Dies erfolgt jedoch ohne jegliche Diskriminierungsabsicht gegenüber diesen Ethnien.
Leben, wo andere Urlaub machen…
Unsere Sehenswürdigkeiten sind Teil des Weltkulturerbes, das wir in Ehren halten! Wir leben da, wo andere Urlaub machen und freuen uns, dass Sie unsere schöne Region besuchen. Wir ersuchen Sie um einen respektvollen Umgang mit den aufgelisteten Sehenswürdigkeiten. Um diese für die hier lebende Bevölkerung sowie für unsere Gäste zu bewahren, bitten wir Sie, ein paar Grundregeln einzuhalten.
Ihre Urlaubsregion ist unsere Lebensumgebung und somit Teil unseres Alltags. Auch wir gehen respektvoll mit dem Erbe der „Altvorderen“ um. Nur so kann uns dieses Erbe sowohl im Augenblick erfreuen als auch in Zukunft für unsere Nachkommen im Sinne des Weltkulturerbes bewahrt werden.
Bitte verhalten Sie sich entsprechend und bewahren Sie die Würde der Denkmäler und religiösen Stätten und deren Gäste. Klettern Sie nicht auf den Denkmälern herum und hindern Sie bitte Ihre Kinder daran – dazu verweisen wir auf unser Aktiv-Freizeitprogramm und auf die Kinderspielplätze … Bitte denken Sie auch an die Privatsphäre der Menschen, die in bzw. neben den Denkmälern wohnen.
Jois erleben – Jois sauber erleben…
Verlassen Sie die Orte und Plätze unserer Sehenswürdigkeiten bitte so, wie Sie diese vorgefunden haben. Hinterlassen Sie keine Abfälle, wozu auch Zigarettenstummel gehören. Ihr Beherbergungsbetrieb hilft Ihnen gerne bei der fachgerechten Entsorgung Ihres Abfalls.
Wir danken Ihnen für Ihre Mitarbeit am Erhalt unseres Weltkulturerbes! 😊
Zum Projekt „Sehenswürdigkeiten – Natur & Wein“
Motivation zum Projekt war einerseits, das analoge Wissen und die Chronik durch neue Erkenntnisse zu erweitern und andererseits, durch neue Medien wie den QR-Code am Smartphone für den Nutzer erlebbar zu machen. Dadurch soll eine digitale Wissensvermittlung gewährleistet sein, sowie die einzelnen Stationen auf der Homepage der Gemeinde www.jois.at abrufbar und druckbar gemacht werden.
Auch Vorkommnisse aus der jüngeren Vergangenheit sind Teil der Ortsgeschichte und erwähnenswert. Wir sehen es als Pflicht, die überlieferte Zeitgeschichte ebenso wie die Geschichten- und Sagenwelt, die teilweise nur mündlich oder per Loseblattwerk überliefert ist, für die Nachwelt festzuhalten und weiterzugeben.
Digitale Reise in die Vergangenheit! Wie nutzen Sie den QR-Code?
1. Laden Sie eine App zum Lesen des QR-Codes auf Ihr Handy oder Tablet.
2. Richten Sie die Kamera auf den QR-Code.
3. Scannen Sie den QR-Code oder fotografieren Sie den Code.
4. Die App verarbeitet den QR-Code.
5. Die App führt den QR-Code aus und fragt Sie dann, ob Sie auf die eingebettete URL (Homepage) springen wollen.
6. Hier können Sie dann die ausführlichen Texte zu unseren Sehenswürdigkeiten lesen.
Wer steckt dahinter…
Viel Spaß beim Kennenlernen der Sehenswürdigkeiten unseres Ortes – das wünscht Ihnen die Marktgemeinde Jois und der Tourismusverein Jois. Die Verantwortung für Text und Recherche trägt die Arbeitsgemeinschaft Joiser Sehenswürdigkeiten (AG), die fachlich von der Fa. DENKMALFORSCHER (www.denkmalforscher.at) unterstützt wurde. Die Recherche zu den Denkmälern, das Erstellen der Texte sowie sämtliche redaktionellen Tätigkeiten wurden übernommen von DI(FH) Alexander Hasenhündl (Projektkoordinator), Elisabeth Hansen und Ing. Reinhard Brabec (Museum Jois) sowie Dr. Christina Wais (Kunsthistorikerin). Wichtige Textbeiträge (Tafeltexte) wurden vom Ortschronisten und Ehrenbürger der Marktgemeinde Jois, Msgr. Dr. Franz Hillinger, aus seinen diversen Druckschriften und Publikationen beigesteuert. Design und Gestaltung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Atelier Krikler (www.atelierkrikler.at).
Immer up to date…
Das Team hat sich bemüht, alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen darzustellen. Fehler können jedoch niemals ausgeschlossen werden, daher gibt es keine Garantie auf Richtigkeit.
Sollten Sie eine Unstimmigkeit in den Texten feststellen, freuen wir uns auf Ihren Hinweis. Bitte geben Sie Korrekturvorschläge an die Marktgemeinde Jois weiter, damit für alle Nutzer der korrekte Inhalt zur Verfügung steht.
Alle Rechte sind dem Verfasser vorbehalten. Texte und Bilder dürfen ohne schriftliche Genehmigung des Herausgebers weder kopiert, fotografiert, abgeschrieben oder sonst wie vervielfältigt werden.
IMPRESSUM
Eigentümer und Herausgeber:
Marktgemeinde Jois, Untere Hauptstraße 23, 7093 Jois, Tel. +43 (0)2160 83 10
www.jois.at
eMail: post@jois.bgld.gv.at
Arbeitsgemeinschaft Joiser Sehenswürdigkeiten „Natur & Wein“:
DI(FH) Alexander Hasenhündl, Jois (Projekt-Koordination)
Elisabeth Hansen, Jois
Dr. Christina Wais, Wien
DENKMALFORSCHER | www.denkmalforscher.at,
eMail: christina.wais@denkmalforscher.at | phone: +43 (0)676 687 15 81
Mit Unterstützung von:
Msgr. Dr. Franz Hillinger, Jois
Ing. Reinhard Brabec, Jois
Design:
Christoph Krikler, Jois und Wien
Atelier Krikler | www.atelier-krikler.at
eMail: hallo@atelierkrikler.at | phone: +43 (0)660 710 01 33
Unser Dank für weitere inhaltliche Hilfestellungen gilt:
Raimund Hasenhündl und Richard Hasenhündl für wichtige Recherchen zur Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Jois und die Überlassung der Fotos aus dem Archiv der FF Jois.
Mag. Doris Schön (www.denkmalforscher.at) für die fachliche Beurteilung und Datierung historischen Mauerwerks.
Mag. Susanne Winter für die kreativen Zeichnungen.
Maria Füzi für ihre konstruktive Beratung und die vorzügliche Bewirtung während unserer arbeitsintensiven Sitzungen.
Martin Wetschka für die freundliche Führung durch den Großen Bruckerhof.
Den jeweiligen Eigentümern der Sehenswürdigkeiten für die Bereitschaft zum Mitmachen, für die Zustimmung zum Anbringen der Tafeln und für die Bereitstellung wertvoller Informationen und Fotos.
Dem Museum Jois für die Bereitstellung der Fotos sowie der zugehörigen Informationen.
Dem Gemeinderat der Marktgemeinde Jois für die Realisierung dieses Projektes.
Der Gemeindeverwaltung und dem Tourismusverein Jois.
Emmerich Weber für die Unterstützung bei den landwirtschaftlichen Themenbereichen.
Georg Hoffmann für die Beantwortung einiger offener Fragen.
Dem Bundesdenkmalamt, insbesondere Frau Mag. Angelina Pötschner und Herrn DI Michael Tasch.
Danksagung auch an Karl Weismayr für die Fotoüberlassungen.
Jois, im April 2022
Literaturverzeichnis (Auswahl in chronologischer Reihenfolge)
Dr. Franz Hillinger (Autor und Herausgeber), Jois – Geschichte der Pfarre, Jois 2021
Dr. Franz Hillinger, Hexen, Tod & Teufel – Geschichte und Geschichten aus Jois, Jois 2015
Dr. Franz Hillinger, Jois Wachsen einer Gemeinde, Häuserbuch, Jois 2013
Henny Liebhart-Ulm, Die Kunstdenkmäler des politischen Bezirkes Neusiedl am See (Österreichische Kunsttopographie Band LIX), hg. vom Bundesdenkmalamt, Horn 2012
Dr. Franz Hillinger, Jois – 800 Jahre und mehr, hg. von der Marktgemeinde Jois, Jois 2008
Festschrift anlässlich des 100jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Jois 1905-2005, hg. von der Freiwilligen Feuerwehr Jois, Jois 2005
Dr. Franz Hillinger, Jois – Bausteine zur Geschichte, Jois 2005
Dr. Franz Hillinger, Unser Dorf im Zweiten Weltkrieg – Erinnerungen an meine Joiser Kindheit, Eisenstadt 2005
Adelheid Schmeller-Kitt, Die Kunstdenkmäler Österreichs: topographisches Denkmälerinventar: Burgenland, hg. vom Bundesdenkmalamt, Wien 1980
Heinrich Weiss, Pfarre und Gemeinde Jois, Jois 1970
Leopold Schmidt, Aus der Arbeit am Atlas der burgenländischen Volkskunde (Burgenländische Heimatblätter 23), 1961
Allgemeine Landestopographie des Burgenlandes, 1. Band: Der Verwaltungsbezirk Neusiedl am See, hg. von der Burgenländischen Landesregierung, bearb. Vom Burgenländischen Landesarchiv, Eisenstadt 1954
Diplomarbeit: Regionalentwicklung – Marktgemeinde Jois: Revitalisierung “Pfarrstadl”, verfasst von Pascal Enz, Peter Füzi und Petar Telebar, Jahrgang 5DHBT, Schuljahr 2020/21 an der Camillo Sitte Versuchsanstalt für Bautechnik
Quellenverzeichnis (Auswahl)
Landesaufnahmen aus dem Österreichischen Staatsarchiv
Kartenabfragen aus dem GIS-Burgenland, Servicestelle GeoDaten Burgenland
Internetrecherche
Mündliche Überlieferung der Ortsbevölkerung
Bildmaterial
Der jeweilige Bildnachweis ist direkt auf den Tafeln und bei den Texten im Internet angegeben. Im Besonderen danken wir dem Museum Jois sowie Msgr. Dr. Franz Hillinger für die Bereitstellung wertvollen historischen Bildmaterials.
Bahnhofsgebäude
Bahnhof Jois
Geschichtlicher Rückblick
Die nachstehenden Daten sind aus dem Internet entnommen, online-Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Pannoniabahn, vom 15.02.2022.
Die Konzession für eine Bahnstrecke von Raab (Győr) über Ödenburg (Sopron) bis zur damaligen Landesgrenze bei Neufeld an der Leitha (Lajtaújfalu) wurde am 15. Oktober 1872 an Viktor Freiherrn von Erlanger (1840–1894) vergeben. Infolge der Finanzkrise 1873 konnte das Anfang März 1873 begonnene erste Teilstück von Győr nach Sopron aber erst am 2. Jänner 1876 eröffnet werden.
Die Neusiedler Seebahn verbindet seit dem 18. Dezember 1897 Neusiedl am See, eingleisig auf Normalspur über Pamhagen, mit der Station Fertőszentmiklós, die wiederum an der Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn an der ungarischen Bahnstrecke Győr (Raab) – Sopron (Oedenburg) liegt. Bis zum 26. Mai 1979 führte die Bahn noch 56 Kilometer weiter bis Celldömölk. Zur Zeit des Baues lag die Gesamtstrecke von 109 Kilometern Länge vollständig auf ungarischem Landesgebiet. Das Königreich Ungarn erstreckte sich bis zum Grenzfluss der Leitha. Mit der Eingliederung des Burgenlandes in die Republik Österreich kamen am 25. Jänner 1921 somit 45 Kilometer Bahntrasse zum Eisenbahnnetz von Österreich.
Eigentümer ist seit dem 29. Juni 2010 die Neusiedler Seebahn GmbH, die über die Verkehrsinfrastruktur Burgenland GmbH mehrheitlich dem Burgenland gehört (50,1 %), darüber hinaus im Weiteren der Republik Österreich. Ihre Vorgängerin war die Neusiedler Seebahn AG (NSB AG) – ungarisch Fertővidéki Helyiérdekű Vasút (Fhév).
Die Pannoniabahn, auch Leithagebirgsbahn genannt, ist das Teilstück der historischen Bahnverbindung von Sopron nach Bratislava (ung. Pozsony) zwischen Wulkaprodersdorf und dem Bahnhof Parndorf Ort. Diese ursprünglich westungarische Lokalbahn wurde als Sopron-Pozsonyi helyiérdekű vasút konzessioniert und am 18. Dezember 1897 eröffnet. Zwischen Sopron und Wulkaprodersdorf benutzte sie die Strecke der Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn, wobei der nördliche Abschnitt der heutigen Zweigstrecke Parndorf–Bratislava der Ostbahn entspricht.
Die Baukosten der Bahnstrecke von Wulkaprodersdorf nach Pressburg wurden mit 2,850.000 fl (Gulden) festgelegt und am 20. März 1897 erfolgte der Spatenstich. Das Bauunternehmen Gfrerer, Großmann & Schoch erhielt den Bauauftrag. Eine Vielzahl von Arbeitern war in unserer Region tätig. Ungarische Arbeiter waren vor allem mit den Erdarbeiten, während Italiener mit Brückenbauten beschäftigt waren. Slowaken und Ruthenen (Bezeichnung für Ostslawen, welche in der Donaumonarchie lebten) waren beim Schienenverlegen und beim Oberbau tätig.
Der Joiser Chronist Stefan Sittmann berichtet, dass am 1. Mai 1897 mit dem Bahnbau in Jois begonnen wurde. Im September 1897 sah man im Bereich des Krotzen die ersten Lokomotiven, welche Schienen und Schotter herbeischafften. Sittmann vermerkte: „Gott gebe es, dass dieses Eiserne Roß mit seinem feurigen Schlund und schwarzen Schlott in diese Gegend viel Verkehr bringen möge.“
Die feierliche Eröffnung der Bahnstrecke Pressburg – Ödenburg fand über drei Tage, vom 13. bis 15. Dezember 1897, statt. Am Montag, den 13. Dezember 1897 fuhr der erste Zug, mit den Fest- und Ehrengästen von Eisenstadt kommend, durch Jois.
Die ursprüngliche Fahrgeschwindigkeit betrug ca. 23 km/h. Daher lag die Fahrzeit von Ödenburg nach Pressburg zwischen vier und fünf Stunden. Jois dürfte zum Zeitpunkt der Eröffnung der Bahnlinie keine Haltestelle aufgewiesen haben, da diese nicht in den damaligen Fahrplänen vermerkt ist.
Erst 1911 wurde ein Warteraum errichtet. Von 1913 bis 1918 diente die Haltestelle zugleich als Postsammelstelle, da mit der Eisenbahntrasse die Postkutsche abgelöst wurde.
Schutzmauer für den Bahnhof
Seit 1885 wurden von den Soldaten des Brucker Lagers – heutige Benedek-Kaserne – in Bruckneudorf, vom Jungenbergweg aus, Schießübungen in Richtung Seegelände und Seewiesen durchgeführt. Um den Bahnhof und vor allem die Passagiere vor Fehlschüssen zu schützen, wurde eine hohe Natursteinmauer errichtet. Hinter der Steinmauer befand sich der überdachte Wartebereich sowie die massive Bahnstation.
Diese Schutzmauer wurde nach 1930 demontiert.
Beschreibung des äußeren historischen Erscheinungsbildes
Die Sockelzone war aus sichtbarem Natursteinmauerwerk. Die Fassadenflächen waren glatt verputzt. Die Gebäudekanten markierten erhabene, aus der Putzebene ragende Bossensteine. Eine glatte Putzfasche war im Traufbereich, an den Giebelflächen ein abgetrepptes erhabenes Putzprofil. Fenster und Türen waren in Holzkonstruktion, die Dacheindeckung mit Tonziegeln ausgeführt. Giebel- und Firstflächen waren vermörtelt. Profilierter Kamin mit Steinzeugaufsatz.
Nach der Demontage der Schutzmauer wurde das Bahnhofsgebäude baulich um einen öffentlich zugänglichen Warteraum sowie WC-Anlagen erweitert. In Ermangelung von Aufzeichnungen kann dieser Zeitraum nicht näher definiert werden. Es wird vermutlich vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges, also vor 1938 gewesen sein.
Ein Schild der ursprünglichen Bahnhofsbeschilderung ist heute über dem Garagentor im Innenhof des Bahnhofsbereiches zu sehen. Ebenso sichtbar ist hier der historische Kaminaufsatz des Gebäudes.
Im Sockelbereich des historischen Bahnhofsgebäudes ist heute noch ein Vermessungszeichen derk u. k. Vermessungskanzlei zu erkennen. In der vierten Landesaufnahme (ab 1896) wurde im damaligen Habsburgerreich versucht, einheitliche Lage- und Höhenpunkte als weitere Ausgangspunkte für lokale Vermessungen an öffentlichen Bauwerken wie Bahnhöfen, Kirchen, Rathäuser, etc. zu setzen und diese in den entsprechenden Karten einzutragen.
Obwohl ursprünglich der Güterverkehr für den Transport der landwirtschaftlichen Produkte im Vordergrund des damaligen Bahnwesens stand, ist heute der tägliche Pendlerverkehr “auf der Schiene” von und zum Arbeitsplatz vor dem aktuellen Hintergrund der Klimakrise von überregionaler Bedeutung. So erfüllte sich der Wunsch des Joiser Chronisten Sittmann: „Gott gebe es, dass dieses Eiserne Roß mit seinem feurigen Schlund und schwarzen Schlott in diese Gegend viel Verkehr bringen möge.“
Wir ersuchen Sie, die Privatsphäre der Besitzer zu wahren und das Grundstück nicht zu betreten.
Das alte Bahnhofsgebäude noch mit hoher Schutzmauer, vor 1930© Museum Jois
Bahnhof, 2022 © DI(FH) Alexander Hasenhündl
Jois mit einem im Vordergrund fahrenden Zug, um 1930 © Museum Jois
Das alte Bahnhofsgebäude noch mit hoher Schutzmauer, vor 1930© Museum Jois
Bahnhofsensemble vom Süden, um 1930 © Museum Jois
Erweiterter Bahnhof, um 1960 © Museum Jois
Bahnhofsschild und Kaminaufsatz, 2022 © DI(FH) Alexander Hasenhündl
Bahnhofssockel mit historischem Vermessungszeichen, 2022 © DI(FH) Alexander Hasenhündl
Rätselrally:
Wann wurde die Bahnlinie Ödenburg – Pressburg eröffnet?
Wann wurde die Bahnstation errichtet?
Warum war eine Schutzmauer vorhanden?
Hauptplatz
Mittelpunkt des Dorflebens
Bedeutung des Hauptplatzes
Der Hauptplatz war seit jeher der Versammlungsort für die Dorfbevölkerung, um gemeinsam die Feste und Anlässe des Dorflebens im Jahreskreis zu begehen. Die baulichen Umgestaltungen können an den übrigen Stationen dieses Standortes nachgelesen werden. Ausgehend vom jährlichen Kirtagsmarkt über religiöse Prozessionen und Vereinsfeste bis hin zu besonderen Jubiläen fand alles am zentral gelegenen Platz der Dorfsiedlung statt.
Noch heute werden Freiluftveranstaltungen des Joiser Vereinslebens gerne am Hauptplatz abgehalten.
Bebauung
Im Ausschnitt des Aufnahmeblattes 4857-2b der Landesaufnahme von 1873 ist im südlichen Bereich des Hauptplatzes eine Verbauung dargestellt. Die nördlich des Hauptplatzes gelegene Quelle gewährleistete die Wasserversorgung der Siedlung.
Die klassische Angerbildung des historischen Siedlungszentrums ist erkennbar.
Erfrischendes Quellwasser für ein ganzes Dorf
Die Quelle des Hauptplatzes wurde um 1930 gefasst. Wie am Foto sichtbar ist, wurde ein Reservoir südlich der Mariensäule errichtet. Am Foto ist die Baugrube erkennbar.
Südlich von dem Reservoir war ein Trog als Tränke und eine Wasserentnahmestelle vorhanden. Das überschüssige Wasser floss in einem offenen Gerinne in Richtung See.
Verlorene Gebäude des Hauptplatzes
Das Gebäude am Südende des Hauptplatzes war die Ehardt-Schmiede. Siehe nachfolgende Fotos. Bis in die 1960er Jahre wurde die Schmiede als solche genutzt. Das Gebäude wurde 1966 im Zuge der Neu- bzw. Umgestaltung des Hauptplatzes abgebrochen. An der Stelle dieses Gebäudes befindet sich heute der Springbrunnen und die vorgelagerte Grünfläche – siehe Station 49.
An der Nordseite befand sich die historische Brückenwaage. Am Foto ist diese an dem Holzhäuschen erkennbar. In unmittelbarer Nähe davon war der ursprüngliche Standort der Mariensäule – siehe Station 47
Von unten nach oben…
Die Stufen zwischen der unteren und oberen Hauptplatzebene wurden um die Jahrtausendwende verlegt.
Diese historischen Natursteinstufen waren ursprünglich beim Stufenaufgang zwischen dem „neuen“ und dem „alten“ Friedhof vor der Pfarrkirche verlegt. Nach der Erneuerung der Stufen am Friedhof wurden die alten Trittsteine hierher verlegt.
Welche Veranstaltungen finden am Hauptplatz statt?Aufgrund der zentralen und großen Freifläche im Ortszentrum wurde der Hauptplatz seit jeher für Freiluftveranstaltungen, wie die nachfolgenden Fotos zeigen, genutzt.
Der nördliche Bereich des Hauptplatzes mit der damaligen Bepflanzung. Man beachte im Vordergrund den in der Grünfläche liegenden Hotterstein – siehe Station 18 sowie einen Mörser aus der Römerzeit. Der Mörser kann im Ortsmuseum Jois besichtigt werden.
Mit der Umgestaltung des Hauptplatzes in den 1970er Jahren wurden die Flächen vermehrt für Veranstaltungen genutzt.
Im Zuge der jährlichen Fronleichnamsprozession wird am Hauptplatz ein Altar aufgebaut.
Ab 2017 wurde für die Joiser Kinder eine künstliche Eislauffläche für das ungefährliche “Schleifeisenfoahrn” – Schlittschuhlaufen im Winter, errichtet. Leider waren bisher die Eistage, aufgrund des Klimawandels, sehr beschaulich, an welchen das Eislaufen möglich war.
Alljährlich findet die Veranstaltung “Wein am Hauptplatz” der Joiser Winzer als Freiluftveranstaltung statt. Dabei werden abhängig von der Witterung und Temperatur Weinkostproben von den Joiser Winzern an die interessierten Besucher ausgeschenkt.
Weitere Freiluftveranstaltungen von diversen Vereinen sowie der Marktgemeinde Jois und dem Tourismusverein Jois sind:
Genussmeile – im Frühjahr
Klappsesselfest
Lampionfest
Auf dem hier gezeigten Foto ist das Reservoir bereits fertiggestellt.
Rätselrally:
Welche Veranstaltungen finden am Hauptplatz statt?
Wurde am Hauptplatz eisgelaufen?
“Zigeunerlager” – Gedenkstein
Ein fester Standort für ein fahrendes Volk
Warum wurde der Gedenkstein errichtet?
Der Gedenkstein an diesem historischen Siedlungsplatz der „Zigeuner“, umgangssprachlich auch „Zigeunerlager“ genannt, wurde auf Initiative von Msgr. Dr. Franz Hillinger errichtet. Gemeinsam mit der Marktgemeinde Jois wurde im Zuge des Neubaus des Feuerwehrhauses dieser Stein gesetzt. Er soll an die damit verbundenen Ereignisse erinnern und gleichzeitig eine Mahnung sein.
Wer waren die „Zigeuner“?
Heute ist der Begriff „Zigeuner“ verpönt bzw. hat einen diskriminierenden, abwertenden Beigeschmack und gilt als Schimpfwort. Man spricht heute nur von Roma und Sinti. Im weiterführenden Text wird dieses Wort aber als zeithistorischer Begriff ohne jegliche Diskriminierungsabsicht verwendet.
Die folgende Textpassage ist aus dem Buch „Hexen, Tod und Teufel“, 2015, von Msgr. Dr. Franz Hillinger – Seite 94 entnommen:
„Das Herkunftsland der Zigeuner ist nicht bekannt. Die meisten Forscher nehmen an, dass sie aus Indien abstammen. Die erste urkundliche Erwähnung von Zigeunern im Gebiet des heutigen Burgenlandes stammt aus dem Jahr 1389. Größere Gruppen dieser Volksgruppe dürften erst ab dem 16. Jahrhundert aus Zentralungarn in unsere Gegend gekommen sein.
Die Aufnahme der Zigeuner war sehr unterschiedlich. Manche Herrschaften nahmen sie auf und stellten den einzelnen Sippen Schutzbriefe aus. Vielfach wurden sie jedoch abgewiesen und vertrieben.
Die Zigeuner waren bei den Heeren der Türkenabwehr gerne gesehen als Waffenschmiede und Musikanten. Mit der Vertreibung der Türken verloren sie ihre wirtschaftlichen Grundlagen. In dieser für sie bedrohlichen Situation nahmen Diebstähle und Plünderungen der Zigeuner zu. Die Habsburger versuchten mit Patenten und einer restriktiven Politik „der Bedrohung durch herumziehende Zigeuner“ zu begegnen.
Einen ersten Höhepunkt der Verfolgungspolitik wurde im Jahre 1720 erreicht, als Karl VI. „die Zigeuner und jegliches liederliche Gesindel in Österreich“ ausrotten wollte.
In der Regierungszeit Maria Theresias kam es zu einer grundlegenden Änderung in der Behandlung der Zigeuner. Man versuchte sie mittels strenger Zwangsmaßnahmen in die Gesellschaft zu integrieren. Die zwischen 1758 und 1773 erlassenen Verordnungen zwangen die Zigeuner, ihre alte Lebensweise aufzugeben und sich niederzulassen. So erging 1762 im Komitat Wieselburg an alle Dörfer eine „Zigeunerordnung“, worin die Bettelei, das Vagabundieren und ihre Sprache verboten waren und sie zur Arbeit und Ansiedlung verpflichtet wurden. Das Konfiszieren der Pferde und der Wagen sollte sie am Herumziehen hindern. Das Verlassen der Dörfer war nur mit der Erlaubnis des Dorfrichters gestattet. Außerdem wurde 1773 zur “Zivilisation“ und „Domicilierung“ eine Verordnung erlassen, die besagte, dass den Zigeunern die Kinder weggenommen werden sollten und diese christlichen Familien in anderen Komitaten zur Erziehung übergeben werden sollten. Zudem wurde den Zigeunern die Heirat untereinander verboten und Mischehen gefördert.
Diese verschiedenen Verordnungen sollten die herumziehenden Zigeuner sesshaft machen und in die Dorfgemeinschaft integrieren. Doch der angeborene Wandertrieb und die andere Lebensart der Zigeuner war stärker.
Es wurde auch versucht, sämtliche Zigeuner zu erfassen, was bei einem herumziehenden Volk ja nicht ganz einfach ist. Den Konskriptionslisten zufolge lebten Ende des 18. Jahrhunderts etwa 450 – 500 Zigeuner im heutigen Burgenland. Nach einer Konskriptionsliste des Komitates Wieselburg aus dem Jahre 1762 lebten damals im heutigen Bezirk Neusiedl am See wenige Zigeuner in Wallern, Pamhagen und in Gattendorf.“
Von den Anfängen der „Zigeuner“ in Jois bis 1938
Vermutlich machten die durchziehenden „Zigeuner“ bereits ab dem 18. Jahrhundert in Jois Station. Ab dem frühen 20. Jahrhundert haben sich einige Familien auf dem Platz der Ried „Spiegelhöhe“ zwischen den letzten Häusern der Oberen Hauptstraße und der Hottergrenze zu Neusiedl am See länger aufgehalten. In den Matrikelbüchern der Pfarre und der Gemeinde scheint die Bezeichnung „Zigeunerlager“ vielfach auf. Im Jahre 1930 standen an diesem Lagerplatz sechs Hütten, vier Jahre später waren es bereits zwölf.
Im Buch von Msgr. Dr. Franz Hillinger „Hexen, Tod und Teufel“, 2015, ist dazu auf den Seiten 96-98 zu lesen:
„Die Gemeinde war bestrebt, das Zigeunerlager vom Ortsbeginn der Bundesstraße wegzubekommen, was 1936 auch tatsächlich geschah. Sie verkaufte ein Joch der besagten Fläche auf der Spiegelhöhe (Rest von Nr. 2336/1) um nur S 1,00- pro Quadratklafter an Leopold Schnedl. Dieser musste sich jedoch verpflichten, die Verlegung des ganzen Zigeunerlagers auf eine von der Gemeinde bereitgestellte Wiese innerhalb von zwei Jahren durchzuführen. So entstand am Krotzen (wenn man heute beim Kindergarten vorbei die Bahn überquert, gleich zur rechten Hand) die neue Zigeunersiedlung mit etwa zwölf Hütten, teilweise aus Stein und aus Holz.
Dort, wo sich bis etwa 1936/37 das Zigeunerlager befand, wurde in den Jahren 2014 und 2015 das neue Feuerwehrhaus und der Wohnblock der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft errichtet.“
„Als nach dem Ersten Weltkrieg im Jahre 1921 das Burgenland zu Österreich kam, änderte sich auch die Staatszugehörigkeit der Zigeuner, aber kaum ihre Lebensart. Von jeher waren die Zigeuner ein fahrendes Volk. Mit ihren typischen Wagen waren sie als Rastelbinder, Scherenschleifer, Reindlflicker, Korbflechter und Besenbinder unterwegs und boten Waren und ihre Dienste an. Manche waren auch als Straßenmusiker unterwegs, wie beispielsweise Anton und Lorenz Horvath aus Jois.
Die Frauen mit ihren langen Röcken gingen oft mit ihren Kindern von Haus zu Haus und bettelten. Man sagte ihnen nach, dass sie gerne auf ihren Betteltouren etwas mitgehen ließen. Sie galten in den Augen der Leute als arbeitsscheu. Wegen ihrer Eigenart wurden sie von der Bevölkerung nicht sehr geschätzt. Das war auch in Jois so.“
„Wie sich die ungarischen Behörden bemüht hatten, die Zigeuner sesshaft zu machen und in die Gesellschaft einzubinden, so versuchte auch die Burgenländische Landesregierung durch verschiedene Maßnahmen, dies zu bewerkstelligen. Bereits im Jahre 1922 erging ein Erlass der Burgenländischen Landesregierung, dass die Zigeuner in ihren Heimatgemeinden festzuhalten und am Umherziehen zu hindern seien. Fremde Zigeuner sollten abgeschoben werden. Unter anderem wurden die Bürgermeister angewiesen, neu ankommenden Zigeunern keine unentgeltlichen Wohnplätze zu gewähren. Außerdem versuchte man, ausländische, vor allem ungarische Zigeuner auszuweisen und umgekehrt, solche auch nicht einreisen zu lassen. Um die Zigeuner besser in die Gesellschaft einbinden zu können, erließ die Burgenländische Landesregierung im Juli 1923 eine Verordnung, wonach die Schulpflicht auch auf die Zigeunerkinder ausgedehnt wurde. De facto wurde sie mit dem Schuljahr 1924/25 eingeführt.
Nach wie vor machten Pferdehändler und andere, alles möglich anbietende Zigeuner in Jois Station.
Der starke Anstieg von Zigeuner-Geburten in den Jahren zwischen 1930 und 1939 auf 38 ist zum Teil auf eine politische Finte zurückzuführen. Da der damalige sozialdemokratische Gemeinderat und kurzzeitige Bürgermeister (1931 – 1933) Karl Steidl in den Zigeunern potentielle Wähler sah, förderten er und seine Partei die Einbürgerung der Zigeuner. Deswegen wurde Steidl von den Christlich-Sozialen abfällig auch „Zigeunerbürgermeister“ genannt.
Dieser politische Schachzug und die Tendenz der Zigeuner, sich einbürgern zu lassen, war der Grund, dass Jois in den 30-er Jahren die größte „Zigeunerkolonie“ im Bezirk Neusiedl am See hatte. Im Jahre 1933 lebten in Jois 120 Zigeuner; es wird vermerkt, dass 19 (Einzelpersonen und Familien) sesshaft waren, während die übrigen als unstet eingetragen sind. Im Juli 1936 waren 109 Zigeuner registriert. Während im Jahre 1934 der Anteil der Zigeuner im gesamten Bezirk Neusiedl am See bei 0,7 % lag, war er in Jois bei 8,3 %.
Nachdem sie sich in Jois eigene Hütten und kleine Häuser gebaut hatten, haben sie auch ihre Lebensweise umgestellt. Die Erwachsenen konnten eine Arbeit annehmen. Viele sind als Tagelöhner und Hilfsarbeiter eingetragen, manche fanden wieder als Straßenarbeiter einen Posten. Die Kinder hatten es leichter, regelmäßig die Schule zu besuchen.“
Die Folgen des Anschluss Österreichs für die „Zigeuner“
Das Nürnberger Rassengesetz von 1935 war die Grundlage für die systematische Verfolgung und Vernichtung von „Nicht-Ariern“, wozu auch u.a. Juden und „Zigeuner“ zählten. Im März 1938 wurde den „Zigeunern“ das allgemeine Wahlrecht abgesprochen. Die „Zigeuner“ des Burgenlandes wurden ab dem Spätsommer 1940 in das Sammellager Lackenbach deportiert. Von diesem Lager aus wurden die Inhaftierten in die Vernichtungslager transportiert.
Der Ablauf des Abtransports wird nach den damaligen Zeugenaussagen wiedergegeben:
Alle Zigeuner wurden aus deren Unterkünften auf der Spiegelhöhe bzw. am Krotzen von NS-Soldaten geholt, welche von Joiser Jägern unterstützt wurden, und hernach über die Obere und Untere Hauptstraße in den Innenhof des Gemeindeamtes getrieben. Siehe dazu auch Station Nr. 19. Dort erfolgte die Registrierung “der nach Jois heimatberechtigten Zigeuner” anhand von Personenlisten. Laut dieser Liste ist von ca. 85 Personen, welche abtransportiert wurden, auszugehen.
Das nachstehende Foto zeigt diese Personengruppe im Innenhof des Gemeindeamtes. Nach der Registrierung wurden diese Menschen mit Lastwagen in das Zwischenlager Lackenbach im Bezirk Oberpullendorf transportiert. Von Lackenbach aus wurden die Menschen der NS-Ideologie folgend in weitere (Vernichtungs-)Lager gebracht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg
Von den ca. 85 abtransportierten “Zigeunern“ kehrten bis 1950 nur 15 Personen nach Jois zurück. Die damaligen Häuser bzw. Hütten an diesem Lagerplatz auf der Spiegelhöhe waren zwischenzeitlich abgetragen worden. Die Hütten am Krotzen waren ebenfalls zerstört.
Deshalb mussten für die Rückkehrer Notquartiere errichtet werden. Lediglich die Familie Nikolaus Horvath siedelte sich dauerhaft in Jois an. Die restlichen „zurückgekehrten Zigeuner“ haben anderswo eine neue Arbeit und Heimat gefunden. Heute lebt kein einziger Roma-Sinti-„Zigeuner“ mehr in Jois. Daher soll der Gedenkstein an die Geschehnisse des 20. Jahrhunderts erinnern.
Weitere Fakten, Daten und Namen zu den „Zigeunern von Jois“ sind dem Buch „Hexen, Tod und Teufel“ “, 2015, von Msgr. Dr. Franz Hillinger, zu entnehmen.
Rätselrally:
Warum wurde der Gedenkstein errichtet?
Wann wurde der Gedenkstein errichtet?
Wo gab es in Jois „Zigeunerlager“?
Feuerwehrhaus
Gott zur Ehr’, dem Nächsten zur Wehr
Warum war ein Neubau erforderlich?
Im alten Feuerwehrhaus am Dorfplatz – siehe Station Nr. 15 – waren die Platzverhältnisse für die Mannschaft und auch die Gerätschaft sowie den Fuhrpark sehr beengt. Um einen zeitgemäßen Feuerwehrbetrieb zu ermöglichen wurde ein Neubau auf der Ried Spiegelhöhe vom Gemeinderat beschlossen. Der Neubau befindet sich an der Stelle des ehemaligen „Zigeunerlagers“ – siehe Station Nr. 40.
Der Spatenstich für das neue Feuerwehrhaus und die Wohnanlage der OSG (Oberwarter Siedlungsgenossenschaft) fand am 19. April 2014 statt. Das neue Feuerwehrhaus konnte bereits am 20. April 2015 von der Freiwilligen Feuerwehr Jois in Betrieb genommen werden.
Eröffnung und Segnung des Gebäudes
Anlässlich der offiziellen Eröffnung wurde vom 22. bis 24. Mai 2015 ein dreitägiges Fest veranstaltet. Unter den zahlreichen Ehrengästen fanden sich Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie Abordnungen der Nachbarwehren ein. Auch die Ortsbevölkerung nahm an den Feierlichkeiten zahlreich teil.
Am Sonntag, den 24. Mai 2015 fand im Rahmen eines Festaktes mit Feldmesse die Segnung des Gebäudes durch Ortspfarrer Dipl.Päd. Karl Opelka statt. Anschließend erfolgte die Schlüsselübergabe durch Bürgermeister Leo Steinwandtner an den Feuerwehrkommandant OBI Günter Weber.
Mehr Infos und Fotos siehe https://www.ff-jois.at/news/segnung-und-fest/
Historischer „Spritzenwagen“ und Ausrüstungsvitrine im Eingangsbereich
Im Eingangsbereich befindet sich der historische “Spritzenwagen” mit Handdruckpumpe: das erste Fahrzeug der FF Jois, welches unmittelbar nach ihrer Gründung im Jahre 1905 von der Gemeinde angeschafft wurde. Der „Spritzenwagen“ wurde von der Firma Sternberg & Kalman in Budapest hergestellt. Aufgrund des Herstellungsortes war es naheliegend, dass dieses Gerät vor der Auslieferung von der Budapester Feuerwehr ausprobiert wurde. Danach wurde der „Spritzenwagen“ von der Neusiedler Feuerwehr getestet. Der Kaufpreis betrug 1.818 Kronen und 19 Heller.
Für eine Ausfahrt mussten ehemals ein bis zwei Pferde eingespannt werden. Dafür wurde ein Bereitschaftsdienst eingerichtet – Bauern mussten abwechselnd ihre Pferde zu Hause bereitstellen und durften in dieser Zeit nicht aufs Feld ausfahren.
Funktionsweise:
In der Wagenmitte ist eine flüssigkeitsdichte Wanne mit einem Fassungsvermögen von 200 Liter und einer integrierten Doppelkolbenpumpe. Hier muss vorweg Wasser eingefüllt werden. Durch die Betätigung des Wiegehebels an beiden Enden von je zwei Mann kann die Doppelkolbenpumpe betrieben werden. Von vier kräftigen Männern kann eine Spritzenwurfweite des Wasserstrahls von ca. 35 m erreicht werden.
In der Nähe von Hausbrunnen oder Gewässern konnte die seitliche Ansaugvorrichtung mit Saugschläuchen versehen und zum Ansaugen des Löschwassers verwendet werden. Bei größeren Distanzen zu Löschwasserreserven musste das Löschwasser mittels Kübel händisch zum Wagen transportiert und in die Wanne geleert werden um den Spritzenbetrieb zu gewährleisten. Anhand des folgenden Fotos ist der Betrieb veranschaulicht.
Erst später wurde dann ein „modernerer“ Pferdewagen mit 2-Takt-Motorspritze angeschafft. Im Juni 1957 wurde zusätzlich ein neuer Traktoranhänger von der Firma Brantner, Laa a.d. Thaya mit 9 Sitzplätzen und einer TS (Tragkraftspritze) gekauft.
Nun wurde der alte Spritzenwage nicht mehr verwendet, verblieb aber weiter im Feuerwehrhaus. Erst 1967, als das neue Auto Ford Transit angeschafft wurde, kam der Spritzenwagen aus Platzgründen ins Ortsmuseum der Gemeinde Jois.
Im Laufe der Jahre wurden die Räder vom Holzwurm befallen und drohten zu brechen. Um die Kutsche weiter zu erhalten, beschloss das Kommando der FF-Jois im Jahr 2008 daher, die Räder fachgerecht von der Firma Staudner, Wagnerei und Kutschenbau in Wien restaurieren zu lassen. Weitere Reparaturen sowie das notwendige Lackieren wurden laufend durch Kameraden der Feuerwehr durchgeführt.
Nach Fertigstellung des neuen Feuerwehrhauses 2015 wurde der Wagen vom Museum ins neue Feuerwehrhaus übersiedelt und ist seither im Stiegenhaus beim Haupteingang ausgestellt.
Beim alljährlichen Gartenfestumzug wird der Spritzenwagen – gezogen von einem Oldtimer-Traktor – im Umzugskorso mitgeführt. Feuerwehrmänner in historischer Uniform bedienen die noch voll funktionsfähige Handdruckspritze zur Belustigung und Abkühlung der Zuschauer.
Lange Zeit war dieser Wagen noch von Pferden gezogen worden.
Siehe auch Haus Nr. 15 altes Feuerwehrhaus
Darüber hinaus befindet sich im Eingangsbereich eine Vitrine mit historischen Gegenständen der Ausrüstung der FF Jois wie Helme aus Leder, Hacken, einer Lampe, einem Horn, Verteiler, Strahlrohre, etc.
Fahrzeughalle
In der Fahrzeughalle mit vier Toren sind derzeit fünf Fahrzeuge und ein mittlerweile historischer aber noch voll funktionsfähiger Einachsanhänger mit Motorspritze und kompletter Ausrüstung untergebracht. In der Halle hinter den Fahrzeugen befinden sich die Räume für den Atemschutzwart und den Funkwart sowie eine Werkstatt, ein Lagerraum und eine Küche, welche bei diversen Festen benützt wird. Über diesen Räumen befindet sich eine Galerie wo diverse sperrige Ausrüstungsgegenstände gelagert werden.
Im Bild oben sieht man das neue Tanklöschfahrzeug TLF-A 2000/100, das Mannschaftsfahrzeug Mercedes MB, den Oldtimer Ford Transit und das alte Tanklöschfahrzeug TLF 1000. Das LF (Löschfahrzeug) links im Bild wird verdeckt durch das neue TLF-A.
Im Vordergrund das LF (Löschfahrzeug), dahinter das neue Tanklöschfahrzeug TLF-A 2000/100 und ganz im Hintergrund das alte Tanklöschfahrzeug TLF 1000.
Einsatzfahrzeuge der FF Jois
Hier erfolgt eine Auflistung des aktuellen Fahrzeugstandes mit einer kurzen technischen Beschreibung.
MTF – Mannschaftstransport- und Einsatzleitfahrzeug
Dieses Fahrzeug wurde bereits 1990 angeschafft und wird bei Einsätzen als sogenanntes Ersterkundungs- und Einsatzleitfahrzeug eingesetzt. Mit diesem Fahrzeug fährt der Einsatzleiter als erster aus, damit dieser die Lage vor Ort erkunden und die danach eintreffenden Einsatzkräfte gezielt anweisen kann.
Das Fahrzeug ist mittlerweile in die Jahre gekommen und wurde durch einen neue bestellten Mercedes Sprinter, welcher am 29. März 2022 geliefert wurde, ersetzt.
Der MTF aus dem Jahr 1990 wurde im Mai 2022 ausgemustert.
Tanklöschfahrzeug TLF-A 2000/100
Das Tanklöschfahrzeug TLF-A 2000/100 – Tanklöschfahrzeug mit Allrad und 2000 Liter Wassertank sowie 100 Liter zumischbares Schaummittel.
Aufbau
Firma Rosenbauer auf Basis eines MAN-Fahrgestells mit 290 PS und 12-Gang Automatik, Ges.Gewicht 14 Tonnen.
Ausrüstung
2000 Liter Wassertank, 100 Liter zumischbares Schaummittel
Pumpenleistung 3000 l/min. bei 10 bar, 400 l/min. bei 40 bar
Schnellangriffseinrichtung mit 80 m Hochdruck-Schlauch im Heck
Schnellangriffseinrichtung mit 50 m C-Schlauch
3 Atemschutzgeräte mit Reserveflaschen
Hydraulischer Rettungssatz (Bergeschere, Spreitzer, Hydr. Zylinder, etc.)
Notstromaggregat 14 kWh
Lichtmast mit 8 x 52 W LED-Scheinwerfer (4000 Lumen), drehbar 180 Grad, Funkferngesteuert, Ausfahrhöhe 2,9 m
Nahumfeldbeleuchtung rund ums Fahrzeug
Seilwinde 5 to, Seillänge 65 m
Die Fahrzeugsegnung fand im Rahmen eines dreitägigen Festes am 25. Mai 2019 durch Ortspfarrer Dipl.Päd. Karl Opelka statt.
LF-B – Löschfahrzeug mit Bergeeinrichtung
Das Löschfahrzeug – ein Mercedes wurde nach den Vorgaben der FF Jois von der Firma Lohr als LF-B (Löschfahrzeug mit Bergeeinrichtung) aufgebaut.
Die Fahrzeugsegnung fand am 3. Mai 1998 durch Ortspfarrer Mag. Dr. Peter Okeke beim „alten Feuerwehrhaus“ – siehe Station Nr. 15 – statt.
Dank der Ausstattung mit einer TS (Tragkraftspritze) von Rosenbauer mit einer Leistung von 1.200 l/min, drei Atemschutzgeräten mit Reserveflaschen, einem Notstromaggregat, einem ausfahrbaren Lichtmast, einem Hydraulischen Rettungsgerät, etc. war man seither auch für Technische Einsätze wie Autounfälle, etc. bestens gerüstet.
Nach Anschaffung des neuen Tanklöschfahrzeuges 2019 wurde der Hydraulische Rettungssatz ins neue Fahrzeug übernommen – daher die derzeitige Bezeichnung LF (Löschfahrzeug).
Tanklöschfahrzeug TLF-1000
Das Tanklöschfahrzeug Mercedes hat zwar die Bezeichnung TLF-1000, wurde aber auf Wunsch der FF Jois von der Firma Rosenbauer mit einem 1.800 Liter fassenden Wassertank ausgestattet. Die Anschaffung eines größeren Fahrzeuges war bereits 1986 in Betracht gezogen worden, dieses hätte aber unmöglich im alten Feuerwehrhaus untergebracht werden können.
Siehe dazu auch Umbauarbeiten im Alten Feuerwehrhaus – siehe Station Nr. 15 (Verlinkung)
Am 15. Mai 1987 wurde das Fahrzeug beim „Tag der Feuerwehr“ der Bevölkerung von Jois erstmals vorgestellt. Am 16. Juli 1987 erfolgte die Fahrzeugsegnung im Rahmen eines Festaktes durch Ortspfarrer Alexander Nagy.
Auch wenn das Fahrzeug mittlerweile in die Jahre gekommen ist, erfüllt es bis jetzt zuverlässig seine Dienste. Solange es noch funktionsfähig ist und keine größeren Reparaturen anfallen, bleibt es weiter bei der FF Jois im Einsatz.
Tragkraftspritzen-Anhänger TS-A
Der Anhänger ist für einen Löschangriff vollständig ausgerüstet. Unterhalb der Plane befindest sich unsere alte Tragkraftspritze von Rosenbauer Baujahr 1960 mit einer Leistung von 900 l/min. Das Gerät wird vorwiegend bei Übungen und bei Überschwemmungen eingesetzt.
Oldtimer – Ford Transit
Das erste motorisierte Feuerwehrauto der FF Jois ein Ford Transit aufgebaut von der Firma Rosenbauer wurde bereits ein Jahr nach Errichtung des alten Feuerwehrhauses am 23. Juni 1967 in Betrieb genommen.
Das Löschfahrzeug ist für neun Personen zugelassen und ausgestattet mit einer Vorbaupumpe mit einer Leistung von 1.200 l/min. Im Laderaum waren ursprünglich drei Schlauchhaspeln mit je drei B-Schläuchen auf einem ausziehbaren Schlitten montiert. Weiters befanden sich drei Atemschutzgeräte mit Reserveflaschen im Mannschaftsraum. Insgesamt waren ca. 300 m B-Schläuche und ca. 150 m C-Schläuche sowie diverse Ausrüstung an Bord.
Nach dem TLF-1000 aus 1987 und dem MTF aus 1990 wurde 1998 ein weiteres Fahrzeug, ein Mercedes LF-B (Löschfahrzeug mit Bergeeinrichtung), angeschafft. Mit diesen drei Fahrzeugen war der im alten Feuerwehrhaus zur Verfügung gestandene Platz ausgefüllt.
Der Ford Transit wurde daher ausgemustert und samt Ausrüstung an die Feuerwehr unserer Partnergemeinde in Levél (Ungarn) um einen symbolischen Schilling übergeben. Nach 17 Jahren Dienst bei der Feuerwehr von Levél wurde der Transit am 23. August 2015 wieder in seine Heimat nach Jois geholt (diesmal um einen symbolischen Euro).
Die anschließende Restaurierung erfolgte in Eigenregie durch Kameraden der FF Jois. Unzählige Arbeitsstunden mussten aufgewendet werden, weil unter anderem auch die originale Vorbaupumpe samt Aufbau nicht mehr vorhanden war. Das Fahrzeug ist jetzt als Oldtimer angemeldet, dient gelegentlich als Mannschaftstransporter und wird auch bei diversen Festen ausgefahren und ausgestellt.
Fuhrpark der FF-Jois vor der Anschaffung des neuen TLF
Der Fuhrpark zum Zeitpunkt vor der Anschaffung des TLF bestand aus folgenden Fahrzeugen:
Tanklöschfahrzeug TLF-1000
LF-B – Löschfahrzeug mit Bergeeinrichtung
MTF – Mannschaftstransport- und Einsatzleitfahrzeug (im Mai 2022 ausgemustert)
Oldtimer Ford Transit
Motorzille mit Anhänger
Die Motorzille ist für Katastropheneinsätze rund um den Neusiedlersee sowie für kleinere Einsätze im Joiser Hafen vorgesehen. Sonstige Einsätze werden durch die Wasserstützpunkt-Wehr Neusiedl am See abgedeckt. Die Zille hat eine Länge von ca. 5 Metern, einen 20 PS Außenbordmotor und befindet sich auf einem Anhänger. Durch den Aluminiumrumpf und den unten angebrachten Kufen können auch Einsätze am zugefrorenen See bzw. Hafen bewältigt werden.
Die Zille ist Eigentum des Landesfeuerwehrkommandos Burgenland und wurde am 12. Juli 2021 leihweise an die FF Jois übergeben. Die laufend anfallenden Wartungsarbeiten übernimmt das Landesfeuerwehrkommando Burgenland.
Im Regionalmedium „Bezirksblätter Burgenland“ vom 21./22. Juli 2021 wurde nachstehender Artikel publiziert.
Fuhrparkerweiterung / Neuanschaffung 2022
Da das MTF, Baujahr 1990 als Mannschaftstransport- und Einsatzleitfahrzeug mittlerweile in die Jahre gekommen ist, und wurde 2021 aufgrund eines einstimmigen Gemeinderatsbeschlusses ein neues Kommandofahrzeug bestellt.
KDOFA – Kommando-Fahrzeug bzw. Mannschaftstransport- und Einsatzleitfahrzeug
Dieses Fahrzeug wird bei Einsätzen als sogenanntes Ersterkundungs- und Einsatzleitfahrzeug eingesetzt. Mit diesem Fahrzeug fährt der Einsatzleiter als erster aus, damit dieser die Lage vor Ort erkunden kann und die danach eintreffenden Einsatzkräfte gezielt anweisen kann.
Weiters wird dieses Fahrzeug auch als Mannschaftstransporter eingesetzt. Standardmäßig mit acht Sitzen ausgestattet, kann es ohne großen Aufwand durch Entfernen einiger Ausrüstung (Laden) im Heck, mit zwei weiteren Sitzen ergänzt und als 10-Sitzer verwendet werden.
Der Mercedes Sprinter hat 140 kW (190 PS), Allradantrieb und ein 7-Gang Automatikgetriebe. Die Ausrüstung mit einer Verkehrsleiteinrichtung, Warn- und Absperrmaterial, Feuerlöscher, Erste-Hilfe- und Verkehrsunfall-Koffer, Schwimmwesten, Rettungsring, Teleskopleiter, Schanzwerkzeug, etc. ermöglichen uns rasche Hilfeleistung und effektive erste Maßnahmen bei diversen Einsätzen.
Mit 7.Aprill 2022 wurde das KDOFA offiziell in Dienst gestellt.
Die Fahrzeugsegnung fand im Rahmen eines dreitägigen Festes am 21. Mai 2022 durch Ortspfarrer Dipl.Päd. Karl Opelka statt.
Welche Räume gibt es im neuen Feuerwehrhaus?Nachstehende Beschreibung und Fotos geben einen Überblick über die vorhandenen Räume im Feuerwehrhaus.
Umkleideräume
Für jedes aktive Feuerwehrmitglied steht ein Spind für die Einsatzbekleidung zur Verfügung. Für die Frauen gibt es einen getrennten Raum.
Küche im Erdgeschoss
Diese Küche dient der Versorgung der Mannschaft vor und nach den Einsätzen sowie zur Speisenzubereitung bei den diversen Veranstaltungen.
Schulungsraum im Obergeschoss
Dieser Raum dient zur Weiterbildung der Feuerwehrkameraden, vor allem in den Wintermonaten.
Das Können und die Verdienste der Kameraden bei den Feuerwehr-Wettkämpfen ist anhand der zahlreichen ausgestellten Pokale sichtbar.
Büro/Einsatzleitstelle im Obergeschoss
Von der Leitstelle aus werden Einsätze im Gemeindegebiet koordiniert sowie der Kontakt zur LSZ – Landessicherheitszentrale hergestellt.
Mannschaft
Die historischen Mannschaftsfotos sind beim „alten Feuerwehrhaus“ – siehe Station Nr. 15 – abrufbar.
Die Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Jois seit der Gründung
Die Portraits der Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Jois befinden sich beim Stiegenaufgang in das Obergeschoss.
Folgende Personen sind bekannt:
Josef Hoffmann 1905 – 1913
Jakob Kiss 1913 – 1922
Martin Steidl 1922 – 1930
Josef Pfeller 1930 – 1933
Martin Steidl 1933 – 1952
Josef Frittum 1952 – 1955
Martin Steidl 1955 – 1961
Georg Hoffmann 1961 – 1971
Leopold Wetschka 1971 – 1994
Ing. Franz Niessl 1994 – 2007
Günter Weber 2007 – 2017
Richard Hasenhündl seit 01.04.2017
Weitere Informationen
Weitere Informationen können der Festschrift anlässlich der Feier „100 Jahre FF-Jois“ aus 2005 sowie der Homepage der Feuerwehr unter www.ff-jois.at und unter Feuerwehr Jois – Startseite | Facebook entnommen werden.
Infos siehe auch Nr. 15 altes FW-Haus
Im Museum Jois sind im Raum Feuerwehrzeit Exponate von Ausrüstungsgegenständen der Feuerwehr aus der Vergangenheit, sowie Geräte und Hilfsmittel zur Brandbekämpfung ausgestellt. Ebenso ist eine Fotodokumentation zu sehen, die Einblicke in das Wirken und die Hilfsleistungen der Feuerwehr Jois veranschaulicht. Siehe auch Nr. 20 Ortsmuseum Jois
Rätselrally:
Wann wurde das Feuerwehrhaus errichtet?
Wo war die Feuerwehr zuvor stationiert?
Welchen Fahrzeugstand hat die FF Jois derzeit?
Wann hatte die FF Jois das 100-jährige Gründungsjubiläum?
Welche historischen Geräte besitzt die FF Jois?
Wie funktioniert der historische „Spritzenwagen“
Was war für die Funktion des „Spritzenwagens“ erforderlich?
Welche Räume gibt es im Feuerwehrhaus?
Hackl-Keller
Weinkeller als historische Zeitkapsel erhalten
Historische Ursprünge
Das Kellerbauwerk wird als “Hackl Keller” bezeichnet, da dieses Bauwerk bis zum Ankauf durch die Marktgemeinde Jois im Besitz der Familie Hackl (Maria) stand. Die Ursprünge des Gebäudes reichen in das 19. Jahrhundert.
Am 18. Februar 2019 fasste der Gemeinderat den Beschluss dieses Kellerbauwerk mitsamt Liegenschaft und Inventar anzukaufen. Somit stand die gesamte Fläche zwischen den angrenzenden Straßenzügen für das Projekt des künftigen Gemeindezentrums zur Verfügung.
Das Bauwerk wurde am 26. April 2019 durch Vertreter des Gemeinderates besichtigt und wie folgt vorgefunden:
Außenbereich
Die Giebelfläche ist glatt verputzt und es ist ein schachtartiges Bauwerk – die Mostrutsche – vorgelagert.
An der Sätzgasse befindet sich das ehemalige Presshaus, welches als Feuerwehrdepot genutzt wurde.
Innenaufnahme
Der Keller erstreckt sich über drei gewölbte Räume. Diese weisen folgende Abmessungen auf:
Presshaus ca. 5,80m Länge x 4,70m Breite – Gewölbestichhöhe ca. 3,25m
Kellerraum ca. 7,95m Länge x 4,70m Breite – Gewölbestichhöhe ca. 2,60m
Kellerraum ca. 8,43m Länge x 5,60m Breite – Gewölbestichhöhe ca. 3,60m
Die Wand- und Gewölbeflächen sind generell verputzt.
Im ersten Raum vom Straßenbereich aus ist eine hölzerne Weinpresse vorhanden. Laut Inschrift am Pressbaum stammt die Presse aus dem Jahr 1918. Dies ist ein denkwürdiges Jahr, da es das Ende des Ersten Weltkrieges markiert. Gleichzeitig ist festzuhalten, dass diese Presse seit der Errichtung unverändert am selben Standort steht. Es wurde hier sozusagen eine Zeitkapsel in Bezug auf die vorhandene Einrichtung und Gerätschaft vorgefunden.
Im gesamten Raum lagern Fässer und diverses Weinbauzubehör. Man beachte, dass die Gerätschaften und Bottiche aus Holz bestehen. Kunststoff- oder gar Metallgefäße waren in der Zeit, als dieser Keller für die Weinproduktion genutzt wurde, nicht vorhanden bzw. vorstellbar.
Am Betonbecken – dem „Mostwandl” – rechts vom Eingang ist die Inschrift „Michael und Anna Hakl 1924“ sichtbar.
Beim Türdurchgang zum mittleren Raum ist ein Natursteingewände mit einem Rundbogensturz vorhanden.
Im mittleren Raum lagerten Natursteine, die vermutlich als Auflager der „Ganter“ dienten. Als „Ganter“ werden die waagrecht verlegten Holzbalken, auf denen die Holzfässer aufruhen, bezeichnet. In unserer Region waren meist rechteckige oder quadratische Natursteine als Unterlage der „Ganter“ gebräuchlich. Die Holzfässer wurden einerseits „aufgeständert“ gelagert, um das Holzmaterial vom meist feuchten Kellerboden zu distanzieren und andererseits um die Arbeitshöhe zum Bewirtschaften der Fässer zu erleichtern.
Der hintere Kellerraum unter dem Feuerwehrdepot bzw. oberirdischen Presshaus weist eine große Raumhöhe auf. In diesem Raum sind fünf Holzfässer vorhanden gewesen. Zwei Holzfässer weisen einen verzierten Fassboden auf. Die Holzfässer wurden zwischenzeitlich aufgrund des morschen Zustandes demontiert und abtransportiert.
An den Wand- und Gewölbeflächen wurden in der Zwischenzeit der Verputz abgeschlagen und die Natursteinflächen gereinigt.
Baugeschichte und Lage
Baugeschichtlich ist davon auszugehen, dass die ersten beiden Kellerräume vor 1918 schon bestanden haben, da die Weinpresse dieses Datum aufweist. Im Bauakt der Liegenschaft befindet sich ein Plan für die Erweiterung des hinteren Kellerraumes sowie des darüber situierten Presshauses. Dieser Plan weist keine Datumsangabe auf, jedoch sind die Stempelmarken mit einem Gemeindestempel, welcher ein Hakenkreuz beinhaltet, entwertet. Daraus ist zu schließen, dass der Plan des Zubaus nach dem Anschluss von Österreich an das Deutsche Reich, also nach 1938, eingereicht wurde.
Aus der Lage in unmittelbarer Nähe zu den Weinbergen östlich und westlich der Pfarrkirche – Ried Kirchberg – ist von kurzen Transportwegen der Weinernte zum Presshaus auszugehen.
Baugeschichte des Kellers
Dass die Lagerung von Wein von einigen Faktoren abhängig ist, war schon in der Antike und den frühen Hochkulturen bekannt. Insbesondere geht es für eine längere Lagermöglichkeit des Weines um eine konstante Temperatur, konstante Luftfeuchtigkeit und (kein!) Tageslicht.
Die frühen Hochkulturen lagerten den Wein in Tonamphoren mit bis zu 30 Liter Inhalt. Diese wurden bis zum Amphorenhals im Erdreich vergraben. Die Füllöffnung wurde mit Bienenwachs verschlossen. Über die flüssigkeitsdichten Amphorenwände konnte zwar ein gewisser Luft-/Gasaustausch stattfinden, aber der Weininhalt war vor weiteren Veränderungen wie Nachgärung, Fäulnis etc. geschützt.
Der Kellerbau war im Mittelalter aufgrund der intensiven Kosten meist nur Städten, Klöstern und Adeligen vorbehalten. Für die einfache Ortsbevölkerung, Bauern und Handwerker, waren nur kleine Kellerräume zur Lagerung von Wein und Lebensmitteln im Wohnhausverband möglich bzw. leistbar.
In Jois wurden im Herrschaftskeller – die Neunt- und Zehentabgaben als Naturalabgaben eingehoben. Die Traubenernte bzw. die Abgabemenge wurde direkt im Herrschaftskeller eingepresst und weiterverarbeitet. Die Edelhöfe von Jois hatten ebenfalls eigene Pressen und entsprechende Lagermöglichkeiten. Der übrige Teil der Weinernte konnte von den Bauern selbst eingepresst werden.
Am Beginn des 18. Jahrhunderts waren aufgrund der klimatischen Verhältnisse gute Weinerträge möglich. Eine weitere Steigerung brachte die Bauernbefreiung und Neuordnung der Grundverhältnisse nach dem Revolutionsjahr von 1848. Vor diesem Hintergrund wurden meist außerhalb des damaligen Siedlungsgebietes Kellerräume zur Lagerung der Weinmengen, unter Nutzung der topografischen Verhältnisse, geschaffen. Bald darauf wurde auch die Weinproduktion in diese Keller – durch das Anordnen des Presshauses – verlagert.
Die Presshäuser lagen immer unterhalb des angrenzenden Niveaus. Dies ist dem damaligen Arbeitsablauf geschuldet. Die Größe der Presse war an die Größe des Presshauses angepasst. Die meisten Presshäuser weisen eine ähnliche Raumkonfiguration auf.
Funktionsbeschreibung der historischen Weinproduktion
Diese im Keller vorhandene Presse wird der Kategorie der Baumpressen zugeordnet.
Der waagrecht verlaufende Träger wird als Pressbaum oder nur „Baum“ bezeichnet. Am hinteren Ende ist dieser mit einem Gelenk mit der Presse verbunden. Am freien Ende steht der Baum über die Spindel mit dem Steingewicht – dem Pressstein – in Verbindung. Die Spindel fehlt in diesem Fall. Der Pressstein ist in der entsprechenden Bodenausnehmung vorhanden.
Unter dem Pressbaum befindet sich der Presskorb, der umgangssprachlich als „Kor“ bezeichnet wird. Auch dieser fehlt hier – es lagert nur ein hölzerner Bottich an dieser Stelle. Der Pressbaum wird durch die Riegel in die entsprechende Position gebracht.
Das Foto „Eigentümer Ökon.Rat Josef Hillinger“ zeigt eine Baumpresse mit intaktem Presskorb.
Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die alten hölzernen Baumpressen durch “moderne” Baumpressen aus Stahlträger ersetzt.
Die Weintrauben wurden im Weingarten in einen Bottich oder Lesetrog gefüllt. Dieser wurde auf dem “Loatawagen“, zum Presshaus gebracht. Dort wurden die Weintrauben händisch aus dem Bottich geschaufelt und über eine Holzrutsche ursprünglich in einen anderen Bottich im Keller, später in das betonierte “Mostwandl”, befördert. Hier kam es erstmals zur Trennung des frischen Mosts von der Maische. Hernach wurde die Maische händisch in den Presskorb gefüllt.
Zuvor wurden die Latten des Presskorbes mehrere Stunden in Wasser gelegt, um zu verhindern, dass vom trocken gelagerten Holzmaterial zu viel Most aufgenommen wird. Der Presskorb wurde oben mit einem Deckel verschlossen. Der Deckel wurde als „die Gans“ bezeichnet. Zwischen dem Deckel und dem Pressbaum wurden Holzbalken zur Kraftübertragung eingelegt.
Der Pressbaum ist in diesem Stadium in seiner höchsten Position. Der Pressstein wurde über die Spindel aktiviert, so dass das Gewicht des Presssteines über den Pressbaum auf die Maische im Presskorb geleitet wurde. Dadurch wurde die Maische gepresst und der austretende Most auf den Presstisch abgeleitet. Hier wurde über eine gezielte Öffnung der Most in Schaffeln oder Kübeln aufgefangen. Diese wurden händisch in die Fässer geleert.
Ein Pressvorgang dauerte bei dieser Methode je nach Fassungsvolumen des Presskorbes zwischen mehrere Stunden bis zu einem halben Tag. Später ging man dazu über, im Untersatzl – eine in den Fußboden integrierte Auffangwanne – den Most zu sammeln und mittels Pumpen in die Fässer zu befördern. Danach wurde der abgesenkte Pressbaum händisch in die Ursprungslage gebracht. Der Presskorb wurde geöffnet und die ausgepresste Maische – der Trester – entfernt. Der Trester wurde als Dünger in die Weingärten und Ackerflächen ausgebracht.
Nach dem Pressvorgang wurden alle Anlagenteile gründlich gesäubert und bis zur nächsten Weinlese im Trockenen, meist am Dachboden der Wohnhäuser, gelagert. In den Fässern wurde der Wein den damaligen Techniken entsprechend vergoren und weiterbearbeitet.
Rätselrally:
Wann wurde das “Mostwandl” errichtet?
Wie viele Räume sind im Kellerbereich vorhanden?
Wann wurde die Weinpresse errichtet?
Welcher Typ der Presse ist hier vorhanden?
Benenne die Bauteile einer Baumpresse?
Erkläre die Funktionsweise der Weinpresse?
Was ist ein „Ganter“?
Alte röm.-kath. Volksschule
Schüler und Schulmeister unter einem Dach
Die Ursprünge der Schule von Jois
Schulen wurden im Mittelalter und der Frühen Neuzeit stets in Verbindung mit einer Pfarre betrieben. Für Jois ist eine solche Pfarre bereits im Mittelalter belegt. Es besteht daher die Annahme, dass in Jois schon sehr früh eine Schule existierte, in dem Sinn, dass zunächst die Söhne der reichen Bauern im Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichtet wurden. Erst unter Maria Theresia wurde 1779 auch in Jois die allgemeine Schulpflicht für Kinder von 7 bis 12 Jahren eingeführt. Die Volksschule wurde gemäß den schriftlichen Belegen seit jeher als römisch-katholische Volksschule geführt.
Das barocke Schulgebäude / Untere Hauptstraße 21
Die erste schriftliche Erwähnung eines Schulgebäudes in Jois – einer sogenannten „Schuell“ erfolgte 1555. Dies deutet darauf hin, dass es in der Frühen Neuzeit schon ein eigenes Schulgebäude gegeben hat. Vermutlich war dieses der Vorgängerbau des im Jahr 1758 erbauten Schulhauses an der Unteren Hauptstraße 21.
Im Torbogenschlussstein dieses barocken Neubaus sind das Datum der Errichtung – 1758 – und die Initialen IS-G-MR zu lesen. Die Buchstaben IS könnten sich auf Iakob Scherbl beziehen, der 1760 als ein gewester Marktrichterverstarb. Das G steht für Geoys, eine alte Schreibweise für Jois, das MR für die Bezeichnung des Markt-Richters.
Das Schulgebäude wurde nur ein Jahr nach dem Pfarrkirchenneubau – der Schlussstein der Pfarrkirche trägt die Jahreszahl 1757 – errichtet. Die verstärkte Bautätigkeit in der Mitte des 18. Jahrhunderts zeigt deutlich, dass es damals zu einem Aufschwung des Dorfes und der Bevölkerungszahl gekommen war. Bauliche Erweiterungen am Schulgebäude fanden im 19. Jahrhundert statt. So wurde im Jahr 1832 der hofseitige Keller errichtet bzw. darüber 1860 eine zweite Klasse aufgestockt.
Worin lag die Bedeutung des Schulmeisters?
Das Gebäude beherbergte neben dem Klassenraum, in dem alle Schüler unabhängig vom Alter unterrichtet wurden, auch Privaträume für den Schulmeister und seine Familie.
Der Schulmeister hatte neben der Lehrtätigkeit für die Schüler auch die Aufgabe bei den Messen die Orgel zu spielen (im Jahr 1735 erhielt er dafür 20 Gulden von der Pfarre) sowie als „Notarius” für die Gemeinde tätig zu sein (im Jahr 1735 erhielt er dafür 70 Gulden von der Gemeinde). Auch hatten die Schüler bzw. deren Eltern für das Unterrichten zu bezahlen. Als Beispiel sei hier aus dem Visitationsprotokoll von 1659 angeführt:
“Buchstabieren” 25 Pfennig
“Schreiben und Lesen“ 50 Pfennig
“Rechnen” 75 Pfennig
Trotz dieser “Einkünfte” fand der Schulmeister nur schwerlich das Auslangen.
Die Namen der Schulmeister sind seit 1618 schriftlich dokumentiert.
Streitbare Schulmeister und Marktrichter
Vor allem in der Zeit der Frühen Gegenreformation in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts war Jois häufig Schauplatz konfessioneller Zwistigkeiten, die im Besonderen zwischen dem Schulmeister und dem Marktrichter ausgetragen wurden. Da der Schulmeister der Pfarre von Jois unterstellt war, war dieser in der Regel katholisch gesinnt, wohingegen der Marktrichter sehr oft evangelisch war. Die historischen Quellen berichten im Jahr 1583 von einem solchen Konflikt zwischen dem katholischen Schulmeister Matthäus Redelin und dem evangelischen Marktrichter, bei dem es um den jeweiligen Anspruch von Rechten und Einkünften ging. Aufgrund fehlender Dokumente ist der Ausgang dieses Rechtstreites nicht bekannt.
Nur wenige Jahre zuvor, 1579, war die Situation noch genau umgekehrt geführt worden. Damals stand der Schulmeister Ambrosius Furtenbach, der im Übrigen als der erste namentlich bekannte Schulmeister von Jois bezeugt ist, noch auf der Seite der Protestanten. Er war vermutlich mit dem evangelischen Pfarrer Jakob Walker aus Deutschland nach Jois gekommen, wo er in eine heftige Auseinandersetzung zwischen dem ebenso evangelisch gesinnten Marktrichter Gregor Geyer mit den katholischen Pfarrern von Winden und St. Margarethen am Moos geraten war. Dieser Konflikt endete nachweislich sogar mit einer Schlägerei. Als Konsequenz dessen, musste der erste Schulmeister die Ortschaft Jois auch schnellstmöglich wieder verlassen.
Wer besuchte die Schule von Jois?
Mit Einführung der allgemeinen Schulpflicht vom 7. bis zum 12.Lebensjahr im Jahr 1777 unter Kaiserin Maria Theresia durften fortan auch Mädchen die Schule besuchen.
Im Schuljahr 1808/09 besuchten nur 40 Schüler den Unterricht. Zu dieser Zeit brachten die napoleonischen Kriege große Verwüstungen über den europäischen Kontinent.
Im Schuljahr 1825 besuchten 189 Schüler den Unterricht. Dies ist die Höchstzahl an dokumentierten, schulpflichtigen Kindern im Schulgebäude. Der massive Anstieg der Kinderzahl ist u. a. auf die “friedlicheren” Zeiten und die Neuordnung Europas nach dem Wiener Kongress von 1815 zurückzuführen.
Unterricht in Ungarisch
Durch die Magyarisierungstendenzen, insbesondere ab 1879, wurde in allen Volksschulen in ungarischer Sprache unterrichtet. Nach den Gesetzesvorgaben von 1907 sollten die Schüler der vierten Schulstufe die ungarische Sprache in Wort und Schrift beherrschen. Auch die Schulbücher waren in ungarischer Sprache verfasst.
Im Schulgebäude wurde in der Amtssprache ungarisch unterrichtet, jedoch außerhalb des Schulgebäudes wurde größtenteils im deutschen Dorfdialekt gesprochen. Daher waren die Schüler der deutschen Rechtschreibung, des Lesens und der Grammatik nicht wirklich mächtig. An der Generation der Ur- und Großeltern konnte dies beobachtet werden.
Zwei Volksschulen in Jois
1910 wurde der Beschluss zum Schulneubau einer staatlichen Grundschule auf einem Areal der Marktgemeinde Jois, heute Untere Hauptstraße 42, [Nr. 32 verlinken] gefasst. Fortan wurden die 1. und 2. Schulstufe in dieser neuen “Staatsschule” unterrichtet. Die 3. bis zur 8. Schulstufe hingegen wurde in der alten römisch-katholischen Volksschule (Untere Hauptstraße 21) bis 1938 weitergeführt.
Die Fotos „Schulklasse der alten röm.-kath. Volksschule, 1921 und Schulklasse der alten röm.-kath. Volksschule mit Lehrer Weiss, 1949“ zeigen die Schüler der römisch-katholischen Volksschule.
Aus der alten Volksschule wird eine Bäckerei
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die alte römisch-katholische Volksschule nicht mehr eröffnet. Allerdings standen bis 1958 die beiden Klassenräume an diesem Standort weiterhin in Verwendung. Das alte Schulgebäude wurde 1960 von der Pfarre an die heutigen Besitzer verkauft. Eine Zeit lang wurde das Gebäude der alten römisch-katholischen Volksschule als Bäckerei und Wohnhaus genutzt. Das Bäckereigeschäft wurde in den 1970er Jahren aufgegeben und geschlossen.
Im Museum Jois kann noch eine originale Schulklasse aus 1935-1938, welche von diesem Schulstandort stammt, besichtigt werden.
Die Fakten und Daten wurden der Ortschronik „Jois – 800 Jahre und mehr“, verfasst von Msgr. Dr. Franz Hillinger (2008) entnommen.
Die historischen Ansichten des Objektes aus dem Archiv des Museums Jois dokumentieren die Architektur des Gebäudes. An der Fassade sind darauf die vertikalen Putzfaschen und rund um die rechteckigen Fensteröffnungen ebenfalls die Putzfaschen bzw. die Steingewände sichtbar. Unterhalb der Dachtraufe war ein profiliertes Gesims vorhanden. Die Dacheindeckung bestand ehemals vermutlich aus Tonziegeln. An jeder Seite der Dachschräge waren zwei Gaupenfenster mit Satteldach sichtbar.
Innenansicht einer Bäckerei bzw. des Backofens
Die Fotos des Backofens wurden bei der Familie Pasler-Bäck um 1960 aufgenommen.
Rätselrally:
Welche Jahreszahl steht am Torbogen?
Was bedeutet die Inschrift am Torbogenschlussstein?
Was ist ein Torbogenschlussstein?
Wann und wie hoch war die größte Schüleranzahl?
Bis wann wurden Schüler in dieser Schule unterrichtet?Welches Handwerk war nach dem Schulbetrieb im Gebäude untergebracht?
“altes” Feuerwehrhaus
Freiwillige Feuerwehr (FF) Jois seit 1905
In aller Kürze die wichtigsten Daten…
Das alte Feuerwehrhaus wurde 1966 als Neubau in Betrieb genommen. Die feierliche Einsegnung des Gebäudes erfolgte durch Bischof DDr. Stefan Laszló. Durch diesen Neubau hatte die Freiwillige Feuerwehr Jois 61 Jahre nach ihrer Gründung einen Neubau zur Unterbringung der Gerätschaft und der Fahrzeuge bekommen. Zuvor diente der Freiwilligen Feuerwehr Jois die baulich adaptierte Fleischbank am Dorfplatz vor der alten röm.-kath. Volksschule als Gerätehaus.
Das Gebäude wurde an diesem Standort bis 2015 genutzt. Zu den wichtigsten Errungenschaften gehörten das 1967 erworbene erste motorisierte Löschfahrzeug, 1987 das Tanklöschfahrzeug sowie 1997 das Löschfahrzeug mit Bergeausrüstung. Die Freiwillige Feuerwehr Jois besitzt auch noch den historischen und funktionsfähigen Spritzenwagen aus 1905.
Die historischen Anfänge der FF Jois
Die Freiwillige Feuerwehr Jois wurde 1905 gegründet. Als Feuerwehrhaus diente ursprünglich die Fleischbank vor der ehemaligen römisch-katholischen Volksschule (siehe auch Station Nr. 14)
Erste Aufzeichnungen über Mitglieder und Reservisten finden sich in den ab 1928 noch vorhandenen Grundbüchern der Feuerwehr – siehe auch Festschrift der Feuerwehr 1905 – 2005 anlässlich der 100 Jahr-Feier der Feuerwehr aus 2005.
Auf dem Foto sieht man folgende Personen:
am Brunnen: Schuldirektor Josef Lichtscheidl
rechts daneben: Andreas Hübel, Andreas Steidl, Mathias Jäger, Ludwig Pfeller, Johann Glanz, Emmerich Pfemeter, Rudolf Kiss, Adolf Frittum, Martin Pfemeter, N.N.
am Wagen sitzend: Lorenz Ehrenreiter,
rechts daneben: Johann Heinrich, N.N., N.N., N.N.
links daneben: Mathias Fischbach, Josef Hillinger
vor Mathias Fischbach (2.Reihe): Fritz Weber
links neben Brunnen: N.N., N.N.
N.N. Die Identität der Personen ist leider nicht mehr feststellbar
Mit Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Jois wurde ein „Spritzenwagen“ mit Handdruckpumpe der der Firma Sternberg&Kalman in Budapest angeschafft. Aufgrund des Herstellungsortes war es naheliegend, dass dieses Gerät vor der Auslieferung von der Budapester Feuerwehr ausprobiert wurde. Danach wurde der „Spritzenwagen“ von der Neusiedler Feuerwehr getestet. Der Kaufpreis betrug 1.818 Kronen und 19 Heller.
Für eine Ausfahrt mussten ehemals ein bis zwei Pferde eingespannt werden. Dafür wurde ein Bereitschaftsdienst eingerichtet – Bauern mussten abwechselnd ihre Pferde zu Hause bereitstellen und durften in dieser Zeit nicht aufs Feld ausfahren.
Funktionsweise:
In der Wagenmitte ist eine flüssigkeitsdichte Wanne mit einem Fassungsvermögen von 200 Litern und einer integrierten Doppelkolbenpumpe. Hier muss vorweg Wasser eingefüllt werden. Durch die Betätigung des Wiegehebels an beiden Enden von je zwei Mann kann die Doppelkolbenpumpe betrieben werden. Von vier kräftigen Männern kann eine Spritzenwurfweite des Wasserstrahls von ca. 35 m erreicht werden.
In der Nähe von Hausbrunnen oder Gewässern konnte die seitliche Ansaugvorrichtung mit Saugschläuchen versehen und zum Ansaugen des Löschwassers verwendet werden. Bei größeren Distanzen zu Löschwasserreserven musste das Löschwasser mit Hilfe von Kübeln händisch zum Wagen transportiert und in die Wanne geleert werden, um den Spritzenbetrieb zu gewährleisten. Anhand der Fotos „Historischer Spritzenwagen“ ist der Betrieb veranschaulicht.
Erst später wurde dann ein „modernerer“ Pferdewagen mit 2-Takt-Motorspritze angeschafft. Im Juni 1957 wurde zusätzlich ein neuer Traktoranhänger von der Firma Brantner, Laa a.d. Thaya mit neun Sitzplätzen und einer TS (Tragkraftspritze) angekauft.
Seit diesem Zeitpunkt wurde der alte Spritzenwagen nicht mehr verwendet, verblieb aber weiterhin im Feuerwehrhaus. Erst 1967, als das neue Auto Ford Transit angeschafft wurde, kam der Spritzenwagen aus Platzgründen in das Ortsmuseum der Gemeinde Jois.
Im Laufe der Jahre wurden die Räder vom Holzwurm befallen und drohten zu brechen. Um die Kutsche weiter zu erhalten, beschloss das Kommando der FF Jois im Jahr 2008 daher, die Räder fachgerecht von der Firma Staudner, Wagnerei und Kutschenbau in Wien restaurieren zu lassen. Weitere Reparaturen sowie das notwendige Lackieren wurden laufend durch Kameraden der Feuerwehr durchgeführt.
Mit dem Neubau des Feuerwehrhauses an der Oberen Hauptstraße (siehe auch Station Nr. 39) wurde der Spritzenwagen ebenfalls dorthin übersiedelt und ist seither im dortigen Stiegenhaus aufgestellt.
Auf dem Foto „Mannschaft um 1920“ sieht man Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Jois um 1920, im Hintergrund die alte römisch-katholische Volksschule. Hinter der Mannschaft ist teilweise der alte von Pferden gezogene Feuerwehrwagen mit Ausrüstung und Motorspritze zu sehen.
Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Jois nach dem Umbau der Fleischbank
Errichtung des Schlauchturms
Im Jahr 1932 wurde ein Schlauchturm als Zubau zum Gemeindeamt errichtet. Die Begründung zur Zustimmung durch den Gemeinderat lautete: “Dadurch könnten die Schläuche nach Einsätzen und Übungen besser trocknen und ihre Haltbarkeit wesentlich erhöht werden.” Die Ausgaben für diesen Turm betrugen 1.781,- ATS (Österreichische Schilling).
Beschluss zum Neubau und zur Errichtung des Feuerwehrhauses
Im März 1960 wurden aufgrund des desolaten Zustandes des bestehenden Gemeindeamtes erste Überlegungen angestellt, um einen Neubau zu errichten. Diesem Vorhaben stimmten die politischen Vertreter grundsätzlich zu.
Es war geplant etappenweise eine so genannte „Amtmannwohnung“ (d.h. eine Wohnung für den Büroleiter des Gemeindeamtes), das Feuerwehrhaus sowie das Gemeindeamt mit Postamt und Raiffeisenbankfiliale zu errichten. Begonnen wurde zunächst mit der „Amtmannwohnung“ und dem Feuerwehrhaus.
Die Bauarbeiten zum Neubau des Feuerwehrhauses begannen im Jahre 1964. Am 10. Juli 1966 wurde das Feuerwehrhaus durch Bischof DDr. Stefan Laszló gesegnet. Dadurch bekam die Freiwillige Feuerwehr Jois erstmalig seit der Gründung 1905 (damals vor 61 Jahren) einen Neubau zur Unterbringung der Gerätschaft und der Fahrzeuge!
Welche Räume umfasste das alte Feuerwehrhaus?
Im Erdgeschoss – auf Dorfplatzebene – befanden sich zwei Stellplätze für die Fahrzeuge der Feuerwehr, ein WC, eine Dusche, welche seitens der Landesfeuerwehr vorgeschrieben war, aber nie benützt wurde, sowie eine Waschgelegenheit und ein Werkstättenkammerl. Im Obergeschoss gab es einen Schulungsraum.
In den beiden Räumen hinter diesem Schulungsraum und im Erdgeschoss rechts neben dem Stiegenaufgang befinden sich bis heute auch die Technikräume der Österreichischen Post AG für das Telefonnetz der Gemeinden Jois und Winden.
Das neue Tanklöschfahrzeug von 1987 – erforderliche Umbauten
Im Jahre 1987 wurde ein neues Tanklöschfahrzeug (TLF) mit 1.800 Liter Wassertank angeschafft. Die Toröffnungen hatten für die bisherigen Fahrzeuge Ford Transit und den Traktoranhänger vollkommen ausgereicht. Um aber das neue, im Vergleich zu den alten Fahrzeugen viel höhere TLF im Feuerwehrhaus einstellen zu können, mussten die Torüberlager entfernt und neue Tore eingebaut werden. Die umfangreichen Adaptierungsarbeiten wurden in Eigenregie durch Feuerwehrkameraden erbracht. Am 16. Juli 1987 erfolgte die Segnung des neuen Fahrzeuges im Zuge eines Festaktes.
1989 wurde ein neues Mannschaftstransportfahrzeug vom Typ Mercedes MB 100 (mit 9 Sitzen) angekauft, weil der alte Mannschaftsbus bereits seit 10 Jahren im Einsatz und vorher ebenfalls 10 Jahre im Dienst des Bundesheers war.
Der sanierte Schulungsraum
Im Jahre 1991 wurde der Schulungsraum saniert. Im Zuge dessen wurden neue Fenster eingebaut sowie die Decke isoliert und mit Holz verkleidet. Sowohl die Heizungsinstallation als auch die Möblierung wurden erneuert. Die Kosten dafür wurden mit 150.000,- ATS (Österreichische Schilling) zuzüglich der Eigenleistung veranschlagt.
Das neue Feuerwehrfahrzeug von 1997 – weitere Umbauarbeiten
Im Jahr 1997 wurde ein neues Feuerwehrfahrzeug, das LF-B (Löschfahrzeug mit Bergeausrüstung) über die Finanzierung durch die Marktgemeinde Jois, das Land Burgenland und die Freiwilligen Feuerwehr Jois angeschafft.
In den 1990er Jahren erfolgten weitere Umbauarbeiten im Feuerwehrhaus (Verlegung einer neuen Wasserzuleitung etc.). Auch der Vorplatz vor dem Feuerwehrhaus wurde neu gepflastert. Die Umbauarbeiten wurden von der Feuerwehr und der Marktgemeinde Jois erbracht und zeitgerecht vor der Fahrzeugsegnung fertiggestellt.
Das neue Fahrzeug sowie das adaptierte Gebäude wurden am 3. Mai 1998 gesegnet und der Ortsbevölkerung präsentiert.
Aus Platzgründen musste nun das alte Feuerwehrfahrzeug Ford Transit ausgemustert werden. Im Zuge des Festaktes wurde das Fahrzeug an die Feuerwehr unserer Partnergemeinde Levél (Ungarn) übergeben.
Weitere Adaptierungen
Ein weiterer größerer Umbau erfolgte 2002. Die Dusche wurde entfernt, eine Zwischenwand abgerissen und dadurch Platz für den Einbau einer Küchenzeile geschaffen. Weiters wurden in der Fahrzeughalle einige Spinde für die Einsatzbekleidung aufgestellt. Aus Platzgründen konnte nicht allen aktiven Mitgliedern ein Spind zur Verfügung gestellt werden.
Die Fahrzeughalle ist längst zu klein geworden. Der Einachsanhänger mit der TS (Tragkraftspritze Rosenbauer) sowie diverse andere Geräte mussten bereits seit 2002 im Presshaus vom ‚Hackl-Keller‘ (leihweise von der Familie Maria Hackl zur Verfügung gestellt) untergebracht werden.
Fuhrpark der FF Jois vor dem Feuerwehrhaus
Zum Zeitpunkt der Aufnahme um 2000.
Veranstaltungen
Auf dem Platz vor dem Feuerwehrhaus wurden sehr oft und gerne diverse Frühschoppen und Feste veranstaltet. Der Vorplatz war dafür ideal geeignet, weil er vor dem bei uns in Jois häufig auftretenden Nordwestwind geschützt liegt.
Nutzung des Gebäudes durch die FF Jois
Das Feuerwehrhaus war von 1966 bis zum 30. April 2015 am Standort Untere Hauptstraße 23 für die Freiwillige Feuerwehr Jois in Verwendung.
Durch die beengten Platzverhältnisse für Fuhrpark, Gerät und Mannschaft wurde von der Gemeindeverwaltung der Neubau auf der Spiegelhöhe – Ortseinfahrt Ost – beschlossen.
Derzeitige Nutzung
Seit dem Auszug der Freiwilligen Feuerwehr Jois wird der ehemalige Schulungsraum vom Musikverein Jois als Proberaum verwendet. Die Räume im Erdgeschoss werden als Lager- bzw. Schlechtwetterflächen für Veranstaltungen am Dorfplatz genutzt.
Weitere Informationen
Weitere Informationen können der Festschrift anlässlich 100 Jahre FF Jois aus 2005 sowie der Homepage der Feuerwehr unter www.ff-jois.at entnommen werden.
Die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Jois im Wandel der Zeit
Weiterführende Informationen erhalten Sie bei der Station „neues Feuerwehrhaus“ an der Oberen Hauptstraße (siehe auch Station Nr. 39).
Rätselrally:
Wann wurde die FF Jois gegründet?
Wann wurde dieses Gebäude errichtet?
Gab es in Jois einen Schlauchturm?
Wo war die FF Jois vor dem Neubau stationiert?
Warum wurden 1987 die Tore zur Fahrzeughalle geändert?
Bis wann war das alte Feuerwehrhaus an diesem Standort in Betrieb? Welche Nutzung hat das Gebäude seit dem Auszug der FF Jois?
Gemeindeamt
Gemeindeamt Jois
Historie
Zum besseren Verständnis werden zuerst die Entwicklung der Rechtsprechung und die historischen Funktionen der Gemeindeverantwortlichen erörtert.
Gerichtsbarkeit
Wenn wir an das Mittelalter denken, sollte uns bewusst sein, dass das einfache Volk damals weder lesen noch schreiben konnte – mit einigen wenigen Ausnahmen. Und dass der Tod eine wesentlich größere Rolle im Leben eines jeden einzelnen spielte, als dies heutzutage in der Regel der Fall ist. Vor diesem Hintergrund wurden sowohl Verhandlungen als auch Hinrichtungen öffentlich vollzogen. Auf diese Weise konnten sich die Menschen aktiv am Rechtsleben beteiligen. Vor der Verurteilung wurden nochmals die Ver- und Gebote gepredigt und die Bevölkerung somit daran erinnert, was rechtens ist und was nicht. Und natürlich sollte der Vollstreckungsakt als Abschreckung dienen. Dass diese Justiz als Volksjustiz ausgelegt werden kann, zeigen etwa auch die Schand- bzw. Ehrenstrafen, bei denen der Verurteilte z.B. an den Pranger gestellt und dem Volk und dessen Spott hilflos ausgesetzt worden war. Die Volksjustiz ist jedoch nicht mit willkürlicher Lynchjustiz zu verwechseln!
Obwohl klar geregelt war, was Recht und was Unrecht ist, basierte die Rechtsprechung bis in das 13. Jahrhundert hinein größtenteils auf überliefertem Gewohnheitsrecht: das heißt, so wie es von den Vorfahren gehandhabt worden war, so wurde es auch weiterhin gehalten. Traditionen wurden überliefert, ebenso die Verfahren im Schadensfall. Erst im 13. Jahrhundert wurde beispielsweise der Sachsenspiegel verfasst, der das Recht schriftlich fixierte. In Norddeutschland wurde dieser verbindlich angewandt und erlangte dadurch Vorbildcharakter.
Das damalige Verständnis von Ehre war übrigens ein anderes als heutzutage. Damals umfasste die Ehre das soziale Ansehen, den Ruf und den Leumund. Der Begriff der Ehre betraf somit die Person in ihrer Gesamtheit.
Die weltliche Gerichtsbarkeit
Die Gerichtsbarkeit, also Rechtsprechung bzw. -pflege, wurde in die Hohe und in die Niedere Gerichtsbarkeit eingeteilt. Dies betraf die weltlichen Gewalten, abgesehen davon gab es noch die kirchliche Gerichtsbarkeit, die nach dem kanonischen (= päpstlichen) Recht richtete.
Hohe Gerichtsbarkeit
Die Hohe Gerichtsbarkeit bzw. auch Blut- oder Halsgerichtsbarkeit, auch bekannt als Blutbann und als Vogteirecht, war – wie der Name schon erahnen lässt – für die Körper- und Lebensstrafen zuständig und hat ihren Ursprung – wie so oft – bei den Römern.
Das sogenannte „Schwertrecht“, Ius gladii, bestand seit dem Römischen Reich und beinhaltete die rechtliche Bevollmächtigung, dass außerhalb Roms Todesstrafen ausgesprochen und durchgeführt werden durften. Dieses Recht wurde im Rahmen der Kapitalgerichtsbarkeit (für Kapitalverbrechen) unabhängig vom Stand römischen Statthaltern verliehen und bedurfte keiner kaiserlichen Bestätigung. Hat eine gerichtliche Instanz dieses Recht nicht verliehen bekommen, musste die Rechtsprechung an den römischen Kaiser abgegeben werden. Außerdem war dieses Recht zur Blutgerichtsbarkeit ausschließlich den Römern vorbehalten.
Das Wort Kapital lässt sich vom lateinischen capitalis ableiten, was so viel wie „den Kopf betreffend“ bedeutet. Damit wusste damals wohl jeder, was auf einen zukommt…
Seit dem 12. Jahrhundert gehörten auch Friedensbruch und Freiheits- sowie Liegenschaftsstreitigkeiten zu den Angelegenheiten dieser Gerichtsbarkeit, wobei das Hauptaugenmerk weiterhin auf Straftaten wie z.B. Raub, Mord, Hexerei usw. und somit der Todesstrafe lag.
Ähnlich wie im antiken Rom erteilte bzw. übertrug auch hier der Grundherr die Befugnis, die Blutgerichtsbarkeit ausüben zu dürfen, an die Herren des dafür zuständigen Landgerichtes (= Blutbannleihe). Der Stadtrichter konnte auch als Vertreter des Landesfürsten agieren, ab dem 13. Jahrhundert wählten die Bürger direkt den Amtsrichter. Im Hochmittelalter hatte der Landesfürst die oberste Gerichtsgewalt inne.
Seit dem 16. Jahrhundert bis 1848 gab es auch noch den landesfürstlichen Bannrichter, der als Kontrollorgan fungierte. Des Weiteren wurde die Hohe Gerichtsbarkeit für adelige Landstände von einem eigenen Landgericht, dem sogenannten „Adeliches Criminal-Judicium“, unter dem Vorsitz des Landeshauptmannes ausgeübt.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Schwertrecht ausschließlich dem Regenten – dem ungarischen König, den nachgeordneten Dienststellen in den Komitaten, für Jois war das – Ungarisch-Altenburg, sowie dem Grundherrn oblag.
Niedere Gerichtsbarkeit
Die Niedergerichte, die sich im Fall von Jois unter der Kontrolle der Grundherren befanden, urteilten in erster Instanz über leichtere Vergehen. Sie waren für zivil- und strafrechtliche Aufgaben, die sich unter anderem mit Schand- und Ehrstrafen, Schuld- und Fahrnisklagen sowie mit leichten Straftaten beschäftigten. Auch das Erbrecht, Grenzstreitigkeiten, die Registrierung und Überwachung von Verkäufen fielen in ihre Zuständigkeit. Folter durfte nicht angewendet, schwere Leibesstrafen und die Todesstrafe durften nicht verhängt werden.
Da der Grundherr bzw. dessen Vertreter nicht in allen Dörfern, Märkten und Städten ad personam anwesend sein konnten, wurden Klein- bzw. Marktrichter zur Abwicklung der Rechtsprechung eingesetzt. Nur Märkte hatten das Privileg der niederen Gerichtsbarkeit. Die Aufgabe des Richters war die Aufrechterhaltung der Ordnung im Dorf bzw. im Markt und die Rechtsprechung in niederer Instanz. Der Richter wurde auf Vorschlag der Grundherrschaft von den Dorfbewohnern gewählt, der Amtsvorgänger hatte den Richterstab, den Schlüssel zur Marktlade und das Marktsiegel zu übergeben. Seine Kompetenzen erstreckten sich zum größten Teil auf die Ahndung von Flurdiebstählen, die Schlichtung von Streitigkeiten, auch von kleineren Besitzstreitigkeiten sowie auf das Vorgehen von Ordnungsstörern, die Feuerbeschau und die Zuweisung des Robots.
Aus dem ursprünglichen Betätigungsfeld des Richters wurde mit der Zeit die Bezeichnung Marktrichter. Der Marktrichter ist dem heutigen Gemeindeoberhaupt – dem Bürgermeister – gleichzusetzen. Er residierte in seinem eigenen Haus und erledigte von dort oder von der Wohnung des Notärs aus die Amtsgeschäfte.
Die Marktrichter von Jois sind ab 1429 belegt und können in der Ortschronik „Jois, 800 Jahre und mehr“, verfasst von Msgr. Dr. Franz Hillinger, 2008, auf Seite 159 nachgelesen werden. In der Rechtsprechung der Vergangenheit waren die Geschworenen Zeugen und Berater des Richters zugleich. Aus diesem System entwickelte sich mit der Zeit das Gremium des heutigen Gemeinderates.
Über die Verleihung des Marktrechtes an die Gemeinde Jois konnten bisher keine Dokumente aufgefunden werden. Die Erhebung der Gemeinde Jois zum Markt ist aber sicher spätestens 1429 erfolgt, da in diesem Jahr erstmals ein Marktrichter von Jois dokumentiert ist.
Marktrichter der Marktgemeinde Jois ab 1890 bis 1921
Folgende Marktrichter waren für die Marktgemeinde tätig:
1890 bis 1893 Matthias Ehardt
1893 Michael Pasler
1895 bis 1897 Michael Fischbach
1897 bis 1899 Josef Pasler
1899 bis 1903 Matthias Hübl
1903 bis 1905 Stefan Treiber
1906 bis 1909 Josef Pasler
1909 bis 1912 Michael Hackl
1912 bis 1918 Jakob Kiss
1919 bis 1920 Lorenz Jäger
1929 bis 1921 Jakob Kiss
Freihand
Den früheren Marktrichtern (Bürgermeistern) war die Strafgewalt „ausgenommen was Kriminal betrifft“ überlassen, weil es damals keine Bezirksgerichte gab. Verbrechen konnten nicht vor dem Marktrichter, sondern dem für Jois zuständigen Landgericht Ungarisch-Altenburg gesühnt werden. Wegen der uneinheitlichen Rechtsprechung durch die Marktrichter wurden deren Rechte allmählich geschmälert sowie die Strafgewalt dahingehend eingeschränkt, dass die Marktrichter nur nach solchen Übertretungen Strafen verhängen konnten, die in Verbindung mit dem Markt begangen wurden.
Nach außen wurde der Tag, an dem der Marktrichter Strafgewalt ausüben konnte durch Ausstecken der „Freihand“ am Gemeindeamt angezeigt. Die „Freihand“ wurde eine Woche vor sowie bis eine Woche nach dem Markttag ausgesteckt. Ausstecken und Einziehen wurde durch Glockengeläute angezeigt. Durch das Ausstecken der Freihand wurde den Markthändlern bereits bei der Ankunft und den Marktvorbereitungen gezeigt, dass die örtliche Obrigkeit den Marktfrieden zu sichern gewillt und in der Lage war. Gleichzeitig bedeutete es, dass Vergehen während des Marktfriedens rascher und härter abgehandelt wurden, um den Handel zu gewährleisten und somit die örtliche Wirtschaft zu beleben, während andere, weniger wichtige Strafverfahren in dieser Zeit zurückgestellt und später abgehandelt wurden.
Um 1811 ist den Marktrichtern diese Strafgewalt endgültig aberkannt worden. Seither war das Ausstecken der „Freihand“ nur mehr symbolisch zu verstehen. In St. Margarethen hat sich das Ausstecken der „Freihand“ bis heute als Brauch erhalten, indem letztere zwei Wochen vor und nach dem Jahrmarkt am 24. Juni öffentlich am Pranger ausgehängt wird.
Das Original der Freihand kann im Ortsmuseum Jois besichtigt werden, welches eine der wenig erhaltenen Rechtssymbole der niederen Gerichtsbarkeit in Ostösterreich bzw. dem ehemaligen Deutschwestungarn ist.
Allgemeine Verwaltung
Die Verwaltungsagenden wurden ausnahmslos von der Grundherrschaft bzw. deren beauftragten Beamten ausgeführt. Zu dieser Zeit war die Einhebung der allgemeinen Abgaben wie Neunt, Zehent, etc. sowie die Durchführung der Naturalleistungen wie Hand- und Zugrobot, etc. für die Verwaltungsbeamten von Interesse. Diese Beamten wurden vom Grundherrn bestellt und hatten Ihren Amtssitz in Ungarisch-Altenburg.
Der Richter und die Geschworenen waren somit der verlängerte Arm des Herrschaftsverwalters. Der Schullehrer übernahm gegen gesonderte Vergütungen sozusagen vorab die Agenden des Notärs der Gemeinde für allgemeine Schreib- und Verwaltungsarbeiten.
Änderungen durch die Revolution 1848
Die Adelsvorrechte, also vor allem die Steuerfreiheit, wurden aufgehoben und damit die “Bauernbefreiung” im Frühjahr 1848 eingeleitet – früher als in Österreich, wo sie von Hans Kudlich erst im September 1848 im Reichstag beantragt wurde. Die grundherrschaftliche Gerichtsbarkeit wurde endgültig abgeschafft und von den Komitaten übernommen (Zivilsachen von den Stuhlrichtern, Kriminalsachen von den Komitatsgerichten).
Abgeschafft wurden alle Dienstleistungen, Natural- und Geldabgaben an die Grundherrschaft. Auch die schwierigen Fragen der Kommassierung, der Abtrennung der Hutweiden und der Waldnutzungsrechte wurden prinzipiell geregelt und Grundsätze zur Entschädigung der früheren Grundherren beschlossen. Der geistliche Zehent wurde entschädigungslos aufgehoben., die niedere Geistlichkeit sollte durch staatliche Zuwendungen erhalten werden. Die Avitizität (lateinisch aviticitas, ius aviticum, ungarisch ősiség ist ein historischer Rechtsbegriff für die Unveräußerlichkeit adeligen Grundbesitzes im Königreich Ungarn) wurde nun endlich abgeschafft.
Nach dem Revolutionsjahr 1848 wurden viele Aufgaben, welche bis dahin vom Grundherren – Jois gehörte zur Herrschaft Ungarisch Altenburg – den Gemeinden In der Folge wurde der Administrationsaufwand so umfangreich, dass ein eigener Notär anzustellen war, der die heutige Funktion des Amtmannes ausübte.
Der erste belegte Notär war Georg Polreis, der zuvor schon als Volksschullehrer der römisch-katholischen Volksschule die schriftlichen Arbeiten durchgeführt hatte. Das Areal des heutigen Gemeindeamtes war im Jahre 1856 im Besitz des Notärs Georg Polreis und seiner Gemahlin Katharina, geb. Treiber. Nach 1871 wurde das Haus an die Marktgemeinde verkauft und dient seither als Standort der Gemeindeverwaltung. Es war lange Zeit neben dem Amtshaus auch die Wohnung des Notärs. In diesem Gebäude war auch eine Lehrerwohnung untergebracht.
Nach dem Ersten Weltkrieg
Von 1923 bis 1925 wurden die Räume des Kanzleigebäudes sowie die Wohnungen saniert. Ein Sitzungsraum wurde im Bestand adaptiert.
Im Jahre 1928 wurde die Lehrerwohnung rechts der Einfahrt frei. Die Kanzleiräume wurden daher auf diese Seite verlegt. Aus dem Sitzungsraum wurde die Dienstwohnung für den Amtmann und aus den ehemaligen Kanzleiräumen die neue Lehrerwohnung eingerichtet.
Im September 1929 wurde die Errichtung eines Schlauchturmes vom Gemeinderat beschlossen. Die bauliche Umsetzung erfolgte 1932.
Ein düsterer Tag während des Zweiten Weltkrieges
Im Zweiten Weltkrieg wurden am 21. September 1941 die “Zigeuner” auf Befehl des NS-Regimes abtransportiert.
Anmerkung des Autors bzw. der Redaktion: “Zigeuner“- diese Bevölkerungsgruppe wurde damals vom NS-Regime und ebenso von der Ortbevölkerung so bezeichnet. Die heute korrekte Bezeichnung als “Roma und Sinti” ist bekannt, wird jedoch aufgrund des Kontextes zur Zeitgeschichte bewusst nicht verwendet.
Der Ablauf wird nach den damaligen Zeugenaussagen wiedergegeben:
Alle Zigeuner wurden aus deren Unterkünften auf der Spiegelhöhe bzw. am Krotzen von NS-Soldaten geholt, welche von Joiser Jägern unterstützt wurden, und hernach über die Obere und Untere Hauptstraße in den Innenhof des Gemeindeamtes getrieben. Siehe dazu auch Station Nr. 40 (Verlinkung). Dort erfolgte die Registrierung “der nach Jois heimatberechtigten Zigeuner” anhand von Personenlisten. Laut dieser Liste ist von ca. 85 Personen, welche abtransportiert wurden, auszugehen.
Das Foto „Zigeuner“ im Innenhof des Gemeindeamtes, 1941“ zeigt diese Personengruppe im Innenhof des Gemeindeamtes. Nach der Registrierung wurden diese Menschen mit Lastwägen in das Zwischenlager Lackenbach im Bezirk Oberpullendorf abtransportiert. Von Lackenbach aus wurden die Menschen der NS-Ideologie folgend in weitere (Vernichtungs-)Lager gebracht.
Von den 85 abtransportierten “Zigeunern“ kehrten bis 1950 nur 15 Personen nach Jois zurück.
Nach dem Zweiten Weltkrieg zum Neubau
Im März 1960 wurden aufgrund des desolaten Zustandes des bestehenden Gemeindeamtes erste Überlegungen angestellt, einen Neubau zu errichten. Grundsätzlich stimmten die politischen Vertreter zu. Es war geplant etappenweise eine Amtmannwohnung, das Feuerwehrhaus sowie das Gemeindeamt mit Postamt und Raiffeisenbankfiliale zu errichten. Begonnen wurde mit der Amtmannwohnung und dem Feuerwehrhaus.
Die Fotos aus den 1950er und 1970er Jahren, zeigen den Zustand des Gemeindeamtes bis zum Neubau:
Beschreibung des historischen Gemeindeamtes
Das alte Gemeindeamt ist anhand der historischen Fotos wie folgt zu beschreiben:
Eingeschossiges nicht unterkellertes Objekt mit erhöhter Sockelzone, profiliertes Traufengesims, Satteldach mit Tonziegeldeckung, abgetreppte Giebelflächen – “Katzensteig”, glatte ungegliederte Fassade, zweiflügelige nach außen öffnende Kastenfenster mit Oberlichte, Rundbogen bei mittiger Einfahrt mit zweiflügeligem, einfach gegliedertem Holztor.
Einweihung des neuen Gemeindeamtes
Am 10. Juli 1966 wurde das damals neue Feuerwehrhaus durch Bischof DDr. Stefan Laszló gesegnet. Siehe dazu auch Station Nr. 15 – Altes Feuerwehrhaus (Verlinkung).
Nach dem Abbruch des vorhandenen Gemeindeamtes wurde das neue Gemeindeamtshaus am Sonntag, den 14. Juli 1974, im Beisein von Vertretern des Landes, der Post und des Raiffeisenverbandes feierlich eingeweiht und eröffnet.
Ortswappen
Im Zuge dieses Festaktes wurde von Landeshauptmann Dr. Theodor Kery die Urkunde über die Verleihung des Gemeindewappens an Bürgermeister Karl Haider überreicht.
In Zuge dessen wurde auch das 450-jährige Jubiläum des Joiser Weinprivilegs (Markenschutz “G”), welches 1524 von Königin Maria von Ungarn verliehen wurde, begangen.
Die Wappenbeschreibung lautet wie folgt:
In einem von Rot und Gold geteilten Schild oben ein goldenes „G“, unten eine dreifache natürliche Kirsche mit Blatt. Das „G“ (für die alte Schreibweise Geos (= Jois) sowie die Joiser (Herz-)Kirsche finden sich im Gemeindewappen wieder.
Bürgermeister der Marktgemeinde Jois seit dem Bestehen Burgenlands als ein eigenes Bundesland Österreichs
Folgende Bürgermeister waren bzw. sind aktuell für die Marktgemeinde tätig:
1920 bis 1923 Jakob Kiss
1923 Rudolf Lentsch
1923 bis 1931 Johann Mospointner
1931 bis 1933 Karl Steidl
1933 bis 1937 Georg Karner
1937 bis 1938 Ludwig Steurer
13.03.1938 bis 24.04.1945 Johann Mospointner
25.04.1945 bis 10.06.1945 Ludwig Steurer
11.06.1945 bis 14.10.1946 Georg Karner
15.10.1946 bis 29.05.1947 Josef Leichtl
30.05.1947 bis 25.11.1950 Franz Glanz
26.11.1950 bis 03.12.1958 Johann Kiss
04.12.1958 bis 09.12.1962 Josef Hillinger
10.12.1962 bis 07.04.1965 Johann Kiss
08.04.1965 bis 13.11.1972 Georg Hoffmann
14.11.1972 bis 10.11.1987 Karl Haider
10.11.1987 bis 01.12.1992 Georg Hoffmann
01.12.1992 bis 13.11.1997 DI Dr. Norbert Kusolits
13.11.1997 bis 12.11.2002 Georg Hoffmann
12.11.2002 bis 13.10.2017 Leonhard Steinwandtner
seit 13.10.2017 Johann Steurer
Amtmänner der Marktgemeinde Jois seit dem Bestehen des Burgenlands als ein eigenes Bundesland Österreichs
Folgende Amtmänner und -frauen waren bzw. sind aktuell für die Marktgemeinde tätig:
1921 bis 1922 Heinrich Weiss
1922 bis 1922 Friedrich Müllner
1922 bis 1923 Hugo Armandola
1923 bis 1923 Robert Polzerzker (als Stv.)
1923 bis 1925 Alfred Labos
1925 bis 1945 Friedrich Neumann
1941 bis 1947 Maria Reichardt (als Stv.)
1947 bis 1979 Johann Schmauss
1979 bis 1986 Günter Wetschka
1986 bis 2018 Franz Kiss
seit 01.10.2018 Malik Cirak
Die Gemeindeverwaltung
Die aktuelle Gemeindeverwaltung setzt sich aus folgenden Personen zusammen:
Amtmann Malik Cirak
Vertragsbedienstete Sabine Spiegel
Vertragsbediensteter Sebastian Schuber
Vertragsbedienstete Anna Kientzl
Das Gemeindeamt im Wandel der Zeit:
Im Gemeindeamt sind auch die Ausstellungsräume des Museum Jois, mit dem Leitbild „Jois, von der Steinzeit zur Weinzeit“ untergebracht und zu besichtigen. Siehe dazu Station Nr. 20 Museum Jois (Verlinkung)
Die Umgebung sowie die Fahrzeuge im Wandel der Zeit sind auf den Fotos „Straßenansicht 1980“ und „Straßenansicht 2022“ dokumentiert.
Zwischenzeitlich wurden die Dacheindeckung sowie die Fensterkonstruktionen erneuert. Die Fassadenflächen wurden thermisch ertüchtigt. Ein barrierefreier Zugang wurde neu geschaffen.
Der Betrieb des Postamtes wurde 2008 bzw. der Betrieb der Bankfiliale 2019 eingestellt. Die Büroflächen des Gebäudes werden heute in deren Gesamtheit von der Gemeindeverwaltung bzw. vom Tourismusbüro genutzt.
Rätselrally:
Wann wurde das Gemeindeamt errichtet?
Welches Jubiläum wurde im Zuge der Eröffnung des Gemeindeamtes gefeiert?
Welche Gerichtsbarkeiten gab es?
Was waren die Aufgaben des Marktrichters?
Was waren die Aufgaben des Notärs?
Was waren die Aufgaben der Geschworenen?
Was bedeutete das Ausstecken der „Freihand“?